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Freitag, 09. Dezember 2016 11:05

Interview: Deutscher Meister Simon Lichtenberg hat Geburtstag

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Herzlichen Glückwunsch zum 19. Geburtstag Simon Lichtenberg. Daher kommt das Interview mit dem frischgebackenen Deutschen Meister erst heute.

Interview: Deutscher Meister Simon Lichtenberg hat Geburtstag

Herzlichen Glückwunsch zum 19. Geburtstag Simon Lichtenberg. Daher habe ich das Interview bis heute festgehalten.

 

Hallo Simon,

herzlichen Glückwunsch zu dem Titel bei der Deutschen Meisterschaft der Herren in Bad Wildungen.

 

Wie oft hast Du vorher schon nationale Titel gewonnen?

Bei den Herren war es das erste Mal. Mit 15 war ich schon Deutscher Jugendmeister in der Klasse U16 und danach kamen noch Podiumsplätze in den anderen Altersklassen.

Wie fühlt sich dieser Sieg an?

Ich bin stolz, zufrieden und glücklich. Realisiert habe ich es auf der Rückfahrt nach Hause. Es war für mich überraschend, wobei ich mir doch Medaillenhoffnung gemacht habe.

Ich sollte in den Herrenkader aufgenommen werden und da dachte ich mir eine Medaille würde diese Nominierung unterstreichen.

Wie hast Du Deine Gruppe gesehen?

Es war eine junge Gruppe und ich wollte Gruppenerster werden. Die erste Partie war gegen Daniel Sciborski und ich musste richtig Gas geben. Den Decider habe ich durch meine Erfahrung gewonnen.

Gegen Robin Otto war es auch ein hartes Stück Arbeit. Ich war 1-2 hinten und immer dran. Im Decider habe ich einen kleinen Fehler dann nutzen können.

Gegen Luca Kaufmann war ich echt gut im Spiel und fühlte mich sehr wohl.

Wie bist Du mit dem ungewohnten Material klargekommen?

An sich sehr gut. Zuhause habe ich auch einen schnellen Tisch und die Taschen auf der DM waren doch recht groß.

In der ersten KO-Runde bist Du auf Jörn Hannes-Hühn getroffen. Wie ist es gelaufen?

Wir haben schon öfter gegeneinander gespielt und ich war positiv, auch wenn es oft knapp war. Er ist ein eher bedächtiger Spieler, was mich aber nicht rausbringt. Es ging dann auch in den Decider, der sich sehr eng gestaltet hat. Ich hatte zuvor 85 und 68 in meinen siegreichen Frames und hatte ein gutes Gefühl.

Das Viertelfinale gegen Sascha Breuer war dann ein Highlight, oder?

Und ob. Wir waren Beide richtig gut drauf und haben ein Riesenmatch hingelegt. Sascha sagte mir nur, dass es wohl sein bestes Match war welches er je verloren hat.

Das Halbfinale hast Du gegen Jan Eisenstein bestritten, der bei der DM sehr stark war. Erzähl doch mal.

Ich bin sehr gut ins Match gekommen und es gab wieder einen Decider. Ich führe 1-0, dann gutes Endspiel auf die Farben zum 2-0. Die nächsten Frames holt sich Jan, da ich ein wenig nachgelassen habe. Den Decider habe ich dann wieder haben wollen und dann doch etwas deutlicher für mich entschieden.

Du warst also im Finale. Wie war die Erwartung?

Roman habe ich schon ein paarmal gespielt und noch nicht verloren. Daher war es mir ganz recht. Ich führte 2-1 und dann kam ein Frame das hin und her ging. Er holte sich das Frame zum 2-2. In der kurzen Pause habe ich kurz überlegt, welche Bälle ich verschossen hatte, aber dies sofort verdrängt und mich auf den Decider konzentriert. Und diesen habe ich gewonnen.

Achtelfinale:

Lichtenberg, Simon (85, 68) - Hannes-Hühn, Jörn (54) 3-2

Viertelfinale:

Lichtenberg, Simon (42,89) - Breuer, Sascha (40,38,41,58) 3-2

Halbfinale:

Eisenstein, Jan (42) - Lichtenberg, Simon (44) 2-3

Finale:

Lichtenberg, Simon (51, 38) - Dietzel, Roman (74) 4-2

 

Jetzt bist Du Deutscher Meister. Wirst Du Deine Karriere jetzt beenden?

Nein, ich habe mich so wohl gefühlt und möchte noch öfter die DM gewinnen.

 

Was machst Du abseits vom Snooker?

Ich habe 2015 mein Abitur gemacht und dann ein Jahr viel Snooker gespielt. Seit Herbst 2016 studiere ich den Studiengang Economics in Berlin.

Kommt jetzt die duale Karriere?

Snooker bekommt jetzt weniger Zeit, denn das Studium nehme ich sehr ernst. Aber ich werde versuchen es gut zu koordinieren.

Wie geht es beim Snooker weiter?

Ich möchte bei den Herren die EM und WM spielen und möglichst ins Viertelfinale kommen. Da freue ich mich sehr drauf. Ich habe in diesem Jahr bereits die Jugend-EM und -WM gespielt. Bei der EM U21 in Polen war ich in der Runde der letzten 32 und bei der WM U21 in Belgien unter den letzten 64. In beiden Wettbewerben hätte ich gern noch weitergespielt.

Was macht internationale Erfahrung aus Deiner Sicht aus?

Ich bin ruhiger und mental stärker. Ich kann besser kämpfen und die Situation überblicken. Internationale Turniere sind für mich sehr wichtig in meiner Entwicklung. Ich bin in den Breaks sicherer und reifer geworden.

Was steht 2017 an?

Die Deutsche Jugendmeisterschaft, die EM U21, die EM Herren und möglicherweise noch die WM U21 und WM Herren.

Das ist der Amateurbereich, aber gibt es eine Planung für eine Profikarriere?

Ich denke das PTC in Gibraltar möchte ich vielleicht noch spielen, da ich bereits das PTC in Fürth gespielt habe. Ob ich die Q-School spiele weiß ich nicht. Die Maintour ist nicht unbedingt mein Ziel, da dort nicht sicher ist und man Jahre umsonst spielen kann. Wenn es passiert, dass ich auf die Tour könnte werde ich neu überlegen müssen.

Welche Tipps hast Du für die Jugendspieler in Deutschland?

Habt keine Angst vor anderen Spielern. Zuviel Respekt solltet ihr vor renommierten Spieler nicht haben, denn wenn ihr am Tisch seid, kann kein Spieler der Welt was machen.

Wer mal wissen möchte wie es international gespielt wird, der sollte mal zur Snookeracademy nach Sheffield fahren und dort mit den Jugendlichen spielen. Man verliert die Angst und kann sich selbst testen. Täglich 8 Stunden am Tisch zu stehen ist hart, aber es bringt was.

Du wirst jetzt der Gejagte sein in der nächsten Zeit?

Auf diese Rolle freue ich mich. Ich finde es nicht schlimm der Gejagte zu sein.

 

Vielen Dank, dass Du Dir die Zeit genommen hast und alles Gute für 2017.

 

 

 

 

 

 

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Bis bald euer Thomas Hein

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