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Miss oder nicht Miss, das ist hier die Frage....

5 Jahre 1 Monat her - 5 Jahre 1 Monat her #13472 von Thomas Blang
Die Miss-Regel macht mir nach wie vor großes Kopfzerbrechen, insbesonders da ich faktisch nie mit Schiedsrichter spiele. Aber auch mit Schiedsrichter ist mir das nicht immer klar. Daher jetzt mal zwar recht komplex ausformuliert, aber mein Problem ist auch nicht wirklich einfach.

Z.B. das gestrige Spiel Selby-Ronnie. Ich bin nicht sicher wann und in welchen Frame, aber da war die Situation eines nicht extrem schwierigen Snookers auf Rot. Es war die einzige Rote, die über einer Bande zu treffen war, Es wurde versucht, diese auch auf der einfachsten Weise zu spielen, was misslang. Entscheidung: Foul und Miss, obwohl es wohl der einfachste Stoß war.
Auch bei GST wird so gehändelt, faktisch jeder Verschießer, egal wie einfach, wird als Miss gehändelt, und wenn nicht, hat das schon fast den Geschmack eines Gnadenaktes.

Einige Snookergruppen (ich meine hier eine Spielergruppe, die aktuell keinen Verein haben, aber regelmäßig gegeneinander spielen) spielen hingegen komplett ohne Miss, da sie davon ausgehen, dass ihre spielerischen Fähigkeiten ja nicht auf diesem hohen Niveau ist, es faktisch jeder Spieler wohl nur darauf anlegt, ohne Foulpunkte aus einem Snooker rauszukommen und somit unter allen Einsatz seiner Fähigkeiten spielt, und somit nie Miss gegeben werden kann.

Meine persönliche Ansicht ist wiederum, dass der Gegner ja die Rolle des Schiedsrichters hat, und somit jederzeit auf Miss entscheiden kann, dies auch, damit die Sache fair bleibt, unter allen Umständen so entscheiden darf.

Wie ist es jedoch absolut korrekt?

Dass wenn eine rote freiliegt, und der Gegner über 17 Banden lieber eine komplexe Variante schießt, um dem Gegner nichts liegen zu lassen, dass hier beim Nichttreffen ein Miss gegeben wird, ist mir klar.

Wenn jedoch die einzige Rote nicht direkt, sondern nur über eine Bande angespielt werden kann und diese einfachste Variante auch probiert wird, wäre es doch eigentlich kein Miss. Trotzdem wird üblicherweise, auch auf der Maintour, ein Miss gegeben.

Warum ist das so? Worauf basiert die Erklärung?

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5 Jahre 1 Monat her - 5 Jahre 1 Monat her #13474 von Bazzat
Nun ja, spielt man fast komplett ohne Miss, gewinnt der der die Bälle am besten reinballert?
:-)) Mit Miss gewinnt der, der die besten Safetys legt, der sich am besten aus Snookern befreien kann und der der die Bälle am besten versenkt.

Miss macht das Spiel also insgesamt vielseitiger.

Die Miss Regel passt sich dem können des Spielers an, oder besser gesagt: sie sollte es zumindest.

Über eine Bande treffen können in 1,2,3, Versuchen ist Pflicht. Auch in unteren Spielklassen.

Bei den Profies langt " nur treffen " nicht. Die wollen auch noch taktisch richtig treffen. Das widerrum führt dazu, das sie nicht den einfachsten Weg und das einfachte Tempo nehmen, ( auch wenn es so aussieht ) sondern den Weg und das Tempo mit diesem oder jenen Effet das für sie selbst am besten erscheint.

Verfehlen sie dann ihr Ziel, gibt es halt ein oder mehrere Miss.

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5 Jahre 1 Monat her #13475 von Pultz666
Generell stimme ich meinem Vorposter zu, dass man auch in unteren Spielklassen / niedrigrangigen Turnieren einen Ball über eine Vorbande treffen sollte. Dies gilt insbesondere dann, wenn ein größerer Pulk von Bällen "On" auf dem Tisch liegt. Wird ein schwierigerer Weg gewählt (bsp. eine einzelne Rote statt des Pulks), so ist immer auf Miss zu entscheiden, auch wenn die einzelne Rote nur um haaresbreite verfehlt wird.
Aber gerade im Amateurbereich, wo ohne Schiedsrichter gspielt wird, ist die Miss-Regel nicht immer einfach umzusetzen, da man ja "von den Fähigkeiten des Spielers ausgeht. Aber woher kenne ich denn die Fähigkeiten des Spielers?

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5 Jahre 1 Monat her #13476 von Kesseler
oberstes Ziel bei einem Snooker muß immer das Treffen des Ball On sein.

Auch wer ab und zu nur spielt, sollte in der Lage sein einen "einfachen" Ball über 1 Bande spätestens nach ein paar Versuchen zu treffen.

Der Spieler der das Foul macht darf dadurch auch keinen Vorteil haben das er nix kann und nicht trifft. Auch diese Unterscheidung ist nicht leicht, genauso wie die, wie gut einer ist.

Miss ist deshalb meiner Meinung hauptsächlich eine Einstellungs- und somit auch eine Charakter-Frage.

Ich brauche keinen Schiedsrichter um das zu entscheiden.

Wenn ich der Meinung bin das ich den Ball treffen kann bzw. treffen können sollte (anhand meiner Fähigkeiten) dann gebe ich mir selber das Miss.
Ob der Gegner das dann annimmt ist seine Entscheidung.

Wenn mein Gegner einen Ball nicht trifft und ich glaube er kann das besser, dann bekommt er das Miss nicht zur Strafe sondern zur Übung.
Sehe ich das er es nicht besser kann spiele ich weiter oder laß ihn aus der Position die liegen bleibt einfach selber weiterspielen.

Wenn man mal einen Frame verliert wegen Miss, dann weiß man halt auch was man üben sollte.

Das Spiel besteht halt nicht nur aus Bälle lochen. :)
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5 Jahre 1 Monat her - 5 Jahre 1 Monat her #13477 von Thomas Blang
Naja, es geht mir nicht um Sinn oder Unsinn der Miss-Regel. Ich bin aus oben besagter Gruppierung sogar unter anderen auch ausgetreten, da dort kein Miss gespielt wird.

Nur wurde mir halt auch die berechtigte Frage gestellt, wie ohne Schiedsrichter auf Miss entschieden werden soll. Laut der Regel heißt es ja nach dem Fähigkeiten des Spielers. Aber nicht, dass er vorher ein paar mal probieren muss, sondern wenn er den einfachsten Stoß über einer Bande verballert, hat er ja den Stoß nach seinen Fähigkeiten ausgeführt. Er hat ihn halt verfehlt. Aber er hat nach seinen Fähigkeiten das Beste gegeben. Trotzdem bekommt er ein Miss ?!?... Miss gibt es ja nur, wenn er NICHT nach seinen besten Fähigkeiten versucht hat die Kugel zu treffen. Er hat es versucht, er ist gescheitert, er hat die einfachste Variante gewählt, also darf es wohl keinen Miss geben. Oder begehe ich da einen Denkfehler?
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5 Jahre 1 Monat her #13478 von Bazzat

Thomas Blang schrieb: ?!?... Miss gibt es ja nur, wenn er NICHT nach seinen besten Fähigkeiten versucht hat die Kugel zu treffen. Er hat es versucht, er ist gescheitert, er hat die einfachste Variante gewählt, also darf es wohl keinen Miss geben. Oder begehe ich da einen Denkfehler?


Und woher weiß man ob der Ball tatsächlich sein Ziel verfehlt hat ??? Oder geschah es absichtlich um sich selbst einen Vorteil durch nicht treffen zu verschaffen ??????

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5 Jahre 1 Monat her #13479 von Thomas Blang
Also um die Sache mal zusammenzufassen, so wie ich das hier und heute gelernte verstanden habe:

Miss ist keine eindeutige Regel. Es geht hier um Fairness und Ehrlichkeit. Wenn ich tatsächlich einen Gegner habe, der mir nach einem Zufalls-Snooker Miss gibt, wobei mir hier das Treffen nur mit sehr viel Glück gelingen kann, dann muss ich es halt hinnehmen, hier den Frame eventuell zu verlieren. Ich mag zwar wissen, was ich von ihm zu halten habe, aber es ist einfach so.

Wenn ich einen fairen Gegner habe, erkennt er, dass ich hier kaum eine Chance habe, lässt mich den Stoß einige wenige Male wiederholen und wird wohl weiterspielen, wenn er eine halbwegs vernünftige Möglichkeit hat, weiterzuspielen (Freeball oder machbarer Einsteiger).

Gruß
Thomas
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5 Jahre 1 Monat her #13481 von OlliDigital

Kesseler schrieb: Wenn ich der Meinung bin das ich den Ball treffen kann bzw. treffen können sollte (anhand meiner Fähigkeiten) dann gebe ich mir selber das Miss.
Ob der Gegner das dann annimmt ist seine Entscheidung.


im groben sollte es genau so ablaufen.
aber bei der neuen vw-polo-werbung ist ja auch nicht jeder beifahrer gleich, von daher...

entweder man arrangiert sich oder kann sich hinterher nicht ab. und egal, ob's auf nem turnier passiert, in der liga, oder einfach im trainingsframe, überall is die situation hinterher die gleiche. vor allem, wenn man sich nicht kennt oder im vorfeld schon von "vorsicht, der gibt gern ma ein miss mehr" getuschelt wird.

ganz ohne miss hat keinen lerneffekt, schließlich hat der gesnookerte nichts arges als maximal sieben foulpunkte zu befürchten. nur mit miss macht auch keinen sinn, aber, für die mentale stärke isses umso besser. klar kann man 7x danebenspielen und ein achtes mal aufgestellt bekommen, aber wenn man den frame hinterher trotzdem noch holt, hat man umso mehr gewonnen...

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5 Jahre 1 Monat her #13483 von Chafiq
Hi,ich denke hier liegt anscheinend ein kleines Missverständnis vor.Der Schiri gibt nur foul and a miss an wenn er sich sicher ist ,dass sie spieler nicht im Bereich ihrer Möglichkeiten gespielt haben oder der snooker sehr gut war,in den meisten fällen ist der snooker nicht perfekt und oft machbar. Aber die Profis auf der maintour wollen den ball möglichst dünn treffen und treffen deshalb den ball nicht.also nicht das sie unfähig sind den ball überhaupt beim ersten mal zu treffen,außerdem wird kein miss gegeben wenn er die foul punkte braucht um den Frame noch zu gewinnen. sup]

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5 Jahre 1 Monat her - 5 Jahre 1 Monat her #13484 von Thomas Blang
@ Chafiq

Meiner Meinung wird umgekehrt eher ein Schuh draus. Wenn ich spiele, versuche ich natürlich so aus einem Snooker zu kommen, dass nichts liegen bleibt. Das war schon so, als ich das erste Mal an einem Tisch stand. Ob ich dann getroffen habe, stand natürlich auf einem anderen Blatt. Dies fängt ja schon damit an, dass ich den Spielball gefühlvoll spiele und nicht mit aller Kraft über den Tisch bolze in der Hoffnung, dass er auf seinen langen Weg dann überhaupt was trifft. Und schon dadurch versucht man ja schon dem Zufall ein Schnippchen zu schlagen.

Auch wenn ich mich noch für einen Anfänger halte, bin ich der Meinung, dass ich aus den allermeisten Snooker, der über höchstens 2 Banden erreichbar ist, nach dem 3-4 Anlauf rauskomme. Wenn nicht, mache ich etwas falsch.(was mir doch auch sehr oft passiert ;) )

Und in aller Regel ist ein Snooker mit Miss für mich eher eine Herausforderung als eine Strafe. Das hat mehrere Gründe.

1. Es gibt Techniken und Herangehensweisen, aus einem Snooker verlässlich nach einigen Stößen zu kommen. Vorausgesetzt, es wird korrekt zurückgebaut, man merkt sich seine Anspielpunkte und ist in der Lage, einen geraden Ball ohne Effet zu spielen. Natürlich muss der Snooker dann auch Effetfrei lösbar sein.

2. Ist es mir lieber, an der Befreiung aus einem Snooker zu arbeiten als dem Gegner bei einem Break zuzuschauen. Bei einem Snooker liegt es an mir, ob ich raus komme oder nicht. Bei einem gegnerischen Break kann ich nur hilflos zusehen.

Letztlich biete ich, ähnlich wie Kessler, selber Foul, Miss und natürlich gegebenenfalls Freeball an. Einfach, weil es schon fast schon eine Beleidigung ist, mir zu unterstellen, ich komme da ja eh nicht raus. Das würde mich fast schon kränken. Es ist Ehrensache, dass ich einen Snooker lösen kann.

Umgekehrt lass ich einen Snooker auch gerne wiederholen, wobei ich versuche die Fähigkeiten eines Gegners abzuschätzen. Wenn er z.B. einen klassischen Anstoß, Rücklauf über die Kopfbande und 2 Seitenbanden hinbekommt, dann ist er IMHO handwerklich in der Lage, einen halbwegs gesteuerten Effet zu spielen. Wenn es ein Anfängeranstoß über einer Seitenbande ist, sieht es anders aus. Man sieht ja auch am Spiel, ob der Gegner mit technischen Finessen spielt oder noch nicht so weit ist. Dementsprechend verlange ich auch mehr oder weniger beim Snooker. Wenn der Gegner bei einem Miss einen halbwegs spielbaren Einsteiger hinterlässt, dann übernehme ich selbstverständlich.

So komme ich eigentlich ganz gut klar, und bis jetzt hat sich kein Gegner bis auf einer Ausnahme bei mir beschwert. Und diese Ausnahme war ein Protest eines sehr guten Spielers, der fast beleidigt war, als ich übernommen habe und er nicht beweisen konnte, dass er da raus kommt. Seine Worte: "Natürlich spiele ich den gerne noch mal. Aus sowas MUSS ich rauskommen können..."

Daher ist meine Meinung, Snooker ohne Miss ist kein richtiges Snooker, da etliche Komponenten, die diesen Sport ausmachen, fehlen. Insbesonders Fairness, gentlemanlike behavior und Respekt vor dem Gegner und seinen Fähigkeiten gehören zu diesem Sport einfach dazu und würden ohne der Miss-Option tatsächlich in weiten Bereichen fehlen.

Natürlich hat einfach Bälle wegballern durchaus seinen Reiz, und der bessere Spieler wird hier genauso gewinnen. Nur ohne die Fähigkeiten zu trainieren, die durch die Miss-Option notwendig sind, ist dieser Spieler nach einiger Zeit unter Umständen eingeschränkt, da wichtige Techniken einfach fehlen.

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