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Regel 2.6.a (Feathering)

4 Jahre 4 Monate her #13995 von aristarch
Regel 2.6.a (Feathering) wurde erstellt von aristarch
Hallo, liebe Experten.

Mir ist in den Snooker-Regeln eine Passage aufgefallen, die ich nicht verstehe.

(Ich beziehe mich auf die Version des DBU von hier:http://portal.billardarea.de/content/spielregeln
Dezember 2014, Version 2.4.2.)

ZITAT A
2. Defintionen
6. Stoß
a) Ein Stoß gilt als ausgeführt, wenn der Striker den Spielball mit dem Tip seines Queues stößt, außer während des Einschwingens auf den Spielball (bekannt als Feathering).

Ich verstehe nicht, warum es hier eine Ausnahme gibt, und finde auch keine Vorschrift, was in diesem Falle zu tun sei.
Ich habe den mir unbekannten Begriff "Feathering" als das Einschwingen identifiziert. Aber wenn ich dabei den Spielball berühre ist das doch ein Stoß (und normalerweise ein Foul). Danach ist der Gegner dran. Oder nicht?

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4 Jahre 4 Monate her #13996 von Ingo
Hallo aristarch,
der Unterschied liegt darin, dass beim sogenannten "Feathering" kein Stoß erfolgt ist.
Es wird zwar dann auch auf Foul entschieden, aber eben nicht auf Miss, da eben kein Stoß vorlag.
Ich möchte Dir raten, an einem Regelkundekurs teilzunehmen, dort wird nicht nur auf die Erläuterung solcher Feinheiten eingegangen.

mit snookermanischen Grüßen

Ingo

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4 Jahre 4 Monate her #13997 von aristarch
Danke, Ingo, für Deine Antwort.

Ich verstehe aber immer noch nicht, was das bezwecken soll. Genaugenommen finde ich es so noch viel unlogischer.

Warum muss diese Ausnahme hier explizit gemacht werden? Die Miss-Entscheidung unterliegt ohnehin dem Ermessen des Schiedsrichters, da wäre doch bereits ausreichend Spielraum vorhanden?

Schlimmer noch: der Schiri wird in seiner Freiheit beeinträchtigt, in dieser Situation kein Miss geben zu dürfen. Damit ergibt sich ein Schlupfloch: wenn ich in einem üblen Snooker dicht hinter einer Kugel liege, könnte ich "aus Versehen" beim Einschwingen den Spielball berühren und in eine bessere Position schieben.

Wenn es einen guten Grund für diese explizite Ausnahme gibt (und im Snookerregelwerk steht so gut wie nichts ohne guten Grund), dann würde ich ihn gerne vestehen.

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4 Jahre 4 Monate her #13998 von Ingo
Wenn kein Stoß ausgeführt wurde, gibt es kein Miss. Der Schiedsrichter darf in diesem Fall kein Miss ausrufen.
Beim Feathering handelt es sich um Foul in der Stoßvorbereitung, ähnlich wie beim "Vornewegberühren eines Balles beim Darüberqueuen".
Allerdings gibt es auch hierzu Möglichkeiten entsprechend zu reagieren, die in einer der letzten Regeländerungen (3.11.i, bzw. 3.14.e

Und ich rate Dir immer noch einen Regelkundekurs zu besuchen :)

mit snookermanischen Grüßen

Ingo

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4 Jahre 4 Monate her #13999 von aristarch
Dein Rat ist sicherlich nett gemeint. Aber sollte ein Regelwerk nicht auch ohne einen Kurs verständlich sein? Und wenn man mal auf dem Schlauch steht ... irgendwas soll ja auch hier im Forum diskutiert werden ;)

Ein zweites Mal danke für Deine Antwort. Sie bestätigt zwar meine bisherigen Vermutungen, klärt aber mein grundlegendes Problem nicht. Ich halte den Zusatz nach wie vor für überflüssig, ja sogar kontraproduktiv.

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4 Jahre 4 Monate her - 4 Jahre 4 Monate her #14002 von Volker
Deine Idee hierdurch einen Vorteil zu erschleichen ist doch eher theoretischer Natur -zumindest ist mir so etwas noch nie begegnet: Optionen
A) du bist immer noch gesnookert: Gegner lässt dich einfach weiterspielen
B) du hast clever wie du bist Weiß in Position gebracht, den Ball on treffen zu können: Gegner Locht oder spielt eine Safety

Davon ab: die allermeisten Spieler (99%) geben eigene Fouls sofort zu, auch wenn Gegner und Schiri dies nicht bemerkt haben - deine Überlegungen laufen allen Gepflogenheiten am Tisch zuwider...

Hast du so eine Situation schon selbstb erlebt?

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4 Jahre 4 Monate her #14003 von aristarch
Nein, habe ich noch nicht selbst erlebt.
Vermutlich hast du recht, dass meine Befürchtung bzgl. negativer Konsequenzen übertrieben ist.

Dennoch habt ihr meine eigentliche Frage immer noch nicht beantwortet: warum überhaupt diese Ausnahme?

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4 Jahre 4 Monate her #14004 von Walter
Diese Regeländerung kam im August 2014 rein und die WPBSA hat diese uns aufgedrückt:

Dateianhang:

Dateiname: ACletterre...EREE.pdf
Dateigröße:123 KB

Man beachte die Erklärung dazu:

"The act of feathering the cue-ball is not a legal stroke, therefore it is penalised."

D.h. der Spieler wird bestraft!


Und für alle English Billiards interessierte: Das ist der Stoß komplett anders definiert:

A stroke is made when the striker strikes the cue-ball with the tip of the cue in the direction of cue alignment.


--
MsG,
Walter
Anhänge:

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4 Jahre 4 Monate her #14005 von double_kiss
Hallo aristarch,

du hast 2 Fragen gestellt. Zum einen nach den Auswirkungen der Regeländerung und zum anderen nach dem Sinn. Erstere hat dir Ingo bereits beantwortet. Dabei hat er auch die Regeln 3.11 i und 3.14 e angesprochen, die in der Tat einen wesentlichen Teil der negativen Konsequenzen abmildern. Deine Annahme, dass wohl hinter jeder Regeländerung auch ein guter Grund stehen müsse, ist aber etwas zu optimistisch. Es ist keineswegs selten, dass Regeln fehlerhaft sind oder dass Änderungen Verschlimmbesserungen beinhalten.

Und auch die Regelerläuterungen der WPBSA, die sich bestenfalls in wenigen Sätzen erschöpfen, sind, gelinde gesagt, nicht der Weisheit letzter Schluss. Wenn du dir nur einmal den von Walter zitierten Erklärungssatz der WPBSA anschaust, dürfte dir auffallen, dass darin zum Ausdruck kommt, dass der Einschwingkontakt einen nicht regelkonformen Stoß darstellen soll. Hingegen folgt aus dem neuen Regelzusatz, dass es sich stattdessen nicht lediglich um einen regelwidrigen Stoß, sondern um überhaupt keinen Stoß handelt. Ein nicht regelkonformer Stoß wäre es auch unter der Annahme des Vorliegens eines Stoßes, wenn nach dem Einschwingkontakt (wie üblich) kein Objektball getroffen wird. Bei der Regeländerung ging es aber gerade darum, das Vorliegen eines Nichtstoßes zu definieren, wodurch insbesondere ein Miss-Ausschluss bewirkt wurde. Bestraft würde der Spieler jedenfalls auch bei Annahme eines Stoßes. Und für die Strafpunkte spielt es hinsichtlich des betroffenen Spielballs keine Rolle, ob es ein Foul nach 3.10 a vi oder 3.10 b vi ist.

Um aber nochmals auf die unbeantwortete Frage nach dem Sinn der Regel zurückzukommen: Seit Jahren gab es unter der alten Fassung einen Meinungsstreit darüber, ob man den Einschwingkontakt als Stoß anzusehen habe oder nicht. Der Sinn der Neuregelung kann also darin gesehen werden, dass sich der Streit nunmehr zugunsten der Fraktion erledigt hat, die diesen Kontakt nicht als Stoß ansehen wollte. Kurz: Der Regeländerungszweck besteht in einer Streitschlichtung. ;)

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4 Jahre 4 Monate her #14006 von aristarch
Okay, wenn dieser Regelzusatz die Auswirkungen von Grabenkämpfen irgendwelcher Korinthenkackern sind, die darüber streiten ob eine versehentliche Berührung des Spielballs während des Zielens ein Stoß ist oder nicht ... dann gebe ich mich an dieser Stelle zufrieden und werde gar nicht weiter versuchen diesen Unsinn zu verstehen.

Dann bleibt allerdings zu bedauern, dass es den Genannten gelingt sich durchzusetzen und ihr wirres Gedankengut ins Regelwerk einzubringen. Das ist ein echter Rückschritt.

Denn auch wenn das Regelwerk meist etwas sperrig zu lesen ist (und ich mich jedesmal frage ob man das ganze nicht etwas weniger verschachtelt hätte formulieren können), so sind doch nahezu alle Regeln auch durch einen gesunden Menschenverstand "zu erraten", sofern man den Grundgedanken des Spieles verstanden hat. Das finde ich eine echte Stärke der Snooker-Regeln. Und deshalb habe ich an dieser Stelle auch so penetrant nachgehakt, weil das eine der wenigen Stellen ist, die ich einfach nicht *verstehe*.


Ich möchte allen danken, die sich die Mühe gegeben haben, auf meine Fragen einzugehen!

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