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Missoption zugunsten des Gegners

2 Jahre 3 Monate her #14599 von double_kiss
Das alles führt zwar nur weg vom realen Ausgangsfall, wo ja keineswegs etwas davon zu vernehmen ist, wann John „again“ gesagt hat. Wenn, wie du meintest, Jan erst nach über 1 Minute „Free Ball“ gesagt haben soll (was nicht zu vernehmen war), dann ist nicht davon auszugehen, dass John zuvor bereits „again“ gesagt hat (was auch nicht zu vernehmen war). Es wäre nach deiner Auffassung von Regel 3.13 S. 1 auch verwunderlich, wenn Jan einen FB nachgeschoben hätte, wenn bereits zuvor eine nicht zurückzunehmende Wahl Johns vorgelegen hätte. Davon ausgehend wäre in jedem Fall Zeit genug für ein Miss-Nachschieben gewesen vor der Fortsetzungswahl Johns. Aber um nochmal auf die Hypothese mit Johns verfrühtem „again“-Ausspruch zurückzukommen:

3.13 S.1 regelt, wann eine Bindungswirkung hinsichtlich eines optionalen Strikerwechsels eintritt. Dies gilt für 2 Alternativen:

1. Die übliche Option, den Gegner nach einem Foul fortsetzen zu lassen (3.11 h ii)
2. Die Option, den Gegner nach einem Miss aus der Ausgangsposition fortsetzen zu lassen (3.14 b S. 1, Alt. 2)

Die Frage ist hier, wann diese Bindungswirkung jeweils eintritt, der Spieler also seine getroffene Wahl nicht mehr rückgängig machen kann.

Liegt allein eine Foulentscheidung vor und ist die Entscheidung des SR damit beendet, ist die Lösung einfach, da es nur die 1. Option für einen Strikerwechsel gibt. Wird diese Option nach der Foulentscheidung gezogen, ist diese bindend.

Bei einem Miss gibt es beide Optionen für einen Strikerwechsel. Diese 2 Optionen bestehen aber erst nach der vollständigen Entscheidung des SR auf FaaM. Eine einheitliche Bindungswirkung hinsichtlich beider Optionen kann daher auch erst einsetzen, nachdem diese vollständige SR-Entscheidung vorliegt und der Spieler sich anschließend für eine dieser Optionen entschieden hat.

Die Optionswahl ist kein Wettrennen mit den Entscheidungen des SR, sodass eine wirksame Optionswahl erst dann ausgeübt werden kann, wenn der SR seine komplette Entscheidung hinsichtlich der vorliegenden Situation gefällt hat. Erst dann ist quasi eine effektive Wahl möglich mit der entsprechenden Bindungswirkung. Wie ich schon anmerkte, widerspräche es dem Sinn der Regel, wenn durch eine vom SR verursachte Verzögerung der Missentscheidung dem Spieler ein Nachteil entstünde. Zieht der Spieler also im Vertrauen auf die Vollständigkeit der SR-Entscheidung auf lediglich Foul die Option Nr. 1, obwohl er tatsächlich beide Optionen des Strikerwechsels hat durch ein Nachschieben der Missentscheidung, dann kann sich dieser Umstand nicht zu seinem Nachteil auswirken. Sinn der Regel ist eine Bindungswirkung des optionalen Strikerwechsels, nachdem dem Striker sämtliche relevanten Entscheidungen für die Ausübung seiner Option vorgelegen haben, nicht früher.
Nicht bezweckt ist eine Gängelung des Spielers, indem man ihm noch vorhielte, er habe selbst Schuld gehabt, denn er hätte sich mit seiner Wahl ja noch etwas Zeit lassen können, weil der SR möglicherweise noch etwas sagen wollte. Auch kann man ihm nicht den Vorwurf machen, er hätte den SR darauf hinweisen müssen, seiner Entscheidung noch etwas hinzuzufügen.

Ich sehe, dass die reine Fixierung auf den Wortlaut der Regel etwas irreführend sein kann. Der Wortlaut ist aber unter Berücksichtigung des soeben beschriebenen Regelungszwecks auszulegen.

Du bist der Ansicht, dass in jedem Fall die Optionswahl Nr. 1 Bindungswirkung entfaltet, wenn sich der Spieler nach einem Foul hierfür entscheidet, da es ja wie folgt in 3.13 S.1 heißt: „Once a player has requested an opponent to play again after a foul… such request cannot be withdrawn.“ Soweit zur 1. Alternative.
Liest man aber die 2. Alternative, die aus einem Miss folgt, im Zusammenhang mit der 1. Alternative, welche aufgrund des mit dem Miss einhergehenden Fouls notwendigerweise ebenfalls stets vorliegt, lautet es wie folgt: „Once a player has requested an opponent to play again …or requested the replacement of ball(s) after a Foul and a Miss, such request cannot be withdrawn.
Bei einem Miss gilt also gerade nicht der rot markierte Teil separat, sondern der umfassendere grün markierte Bereich der Regel.

Auch wenn die teleologische Regelauslegung sicherlich die stärkere Grundlage für meine Ansicht liefert, deutet bei richtiger Lesart bereits der Wortlaut an, dass eine Bindungswirkung im Fall einer vorzunehmenden Missentscheidung nicht bereits vor dieser Entscheidung eintreten kann. Denn in diesem Fall kann eine effektive Optionswahl (request) bzgl. beider Alternativen (play again oder replacement) erst nach der vollständigen SR-Entscheidung (after a Foul and a Miss) eintreten.

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2 Jahre 3 Monate her - 2 Jahre 3 Monate her #14600 von Walter
Eigentlich will nicht mehr etwas dazu zu sagen, aber die Regelauslegung ist eindeutig:
1) Bei nur einem Foul und again: Da sind wir uns einig
2) Bei F&M und again: Ebenso
3) Bei F&M und zurücklegen lassen: Detto
4) Bei F&M mit vergessener Missansage: Da gibt es Klärungsbedarf!
4a) Gegner will auf jeden Fall again geben: Das kann nicht zurückgenommen werden und alles OK.
4b) Gegner will zurücklegen lassen: Da muss er dem Schiri aufmerksam machen, dass er das Miss noch nicht ausgesprochen hat, was der Schiri dann entweder nachholt -> OK (zurücklegen kann dann nicht mehr rückgängig, auch wenn er sich dann nachher vielleicht doch für ein again entscheiden wollte) oder der Schiri gibt eben kein Miss (ev. mit ganz kurzer Begründung, dann hat er nur mehr die Möglichkeiten des agains oder selbst weiterspielen). Das hab ich auch schon vor einigen Jahren gesehen, auch bei John und Jan, da war sich Jan sicher, dass John kein Miss nimmt und hat nicht Miss gesagt, aber John wollte das Miss und sagte es Jan, er dann sowas sagte, wie: Wenn du das Miss unbedingt willst, dann geb ich das Miss, und John nahm das Miss und es kam wie es kommen musste Mark pottete dann den Ball...
Es ist also so, sobald er ein again gibt , gilt das. Wenn er zurücklegen lässt gilt das. Es gilt immer das erste wofür er sich entscheidet, denn diese Entscheidung kann nicht mehr zurückgenommen werden.
5) das ganze noch mit Free Ball mit einer weiteren Möglichkeit diesen zu nehmen: Wenn er FB nimmt, so ist in der Regel nichts geschrieben, ob diese zurückgenommen werden kann (mMn kann man das, solange er nicht auf again oder zurücklegen läßt).

Leider ist im Video nicht genau zu erkennen, ob und wenn ja wann Jan auf Miss entscheidet und wann John auf again entscheidet.

Alles klar jetzt?

--
MsG,
Walter

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2 Jahre 3 Monate her #14601 von double_kiss
Meinerseits bestand zu keiner Zeit eine Unklarheit. Ich habe genügend Argumente geliefert. Man kann sich damit auseinandersetzen oder auch nicht. Manchmal beginnt ein Diskurs mit unterschiedlichen Ansichten und er endet auch mit einem Dissens. Kein Problem.

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