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verständliche Erklärung der Missregel - Crashkurs

10 Jahre 3 Monate her #3569 von Cend
Sagt ma bitte.Ich suche eine leicht verständliche Missregelerklärung die ich anderen zum Verständnis vorlesen kann.Es geht darum, das wir morgen ein Qualiturnier zur LM haben und einige die Missregel in der Verganngenheit aus fehlender Erfahrung,Kenntnis o.ä. völlig falsch ausgelegt haben als Schiedsrichter oder aber auch als Spieler.Zumeist war dies viel zu \"hart\" ausgelegt worden mit zigfachen Wiederholungen was ja nun nicht immer sein muss und was auch gar nicht der realen Spielstärke aller Spieler bei uns widerspiegel.Wollte dies dann morgen vor dem Turnier allen in einem Schnellkurs versuchen zu erklären.Denn die gerade nicht spielenden Teilnehmer (zumindest immer einer aus der Gruppe) sollen in einer anderen Gruppe schiedsen.Grundkenntnisse sind auf jeden fall schon vorhanden sodass es soweit schon ok ist nur eben die Missregel wird öfters mal gern ausgedehnt wie Kaugummi.;)
Also wer könnte mir da vielleicht helfen ?

danke Christoph

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10 Jahre 3 Monate her #3573 von ulk_hh
Hallo Christoph,

das schwierige bei Miss-Entscheidungen ist immer die Grauzone, in der Miss gegeben werden kann, aber nicht unbedingt gegeben werden muss. Ich persönlich halte nicht viel von solchen Aussagen wie: Bei mehr als eine Vorbande einen halben Ball Toleranz pro Bande. Bewertet werden muss der einfachste Weg zur Lösung und die Spielstärke des Spielers. Natürlich bekommt bei schwierigen Lösungswegen ein Lasse Münstermann deutlich weniger Toleranz als eine Lieschen Müller. Was aber ist der einfachste Weg zur Lösung eines Snooker, der nur indirekt gespielt werden kann? Hier gehen die Meinungen doch oft schon auseinander. In bestimmten Situationen kann beispielsweise ein Weg über 2 Banden einfacher sein als ein Weg mit nur einer Vorbande. Es ist aber auch nicht immer richtig zu sagen, dass der Ball nur knapp verfehlt war, also war es wohl kein Miss. Der Spieler könnte absichtlich den Ball dünn zu treffen gewollt haben, um dem Gegner ein schwierigeres Bild hinzustellen. In so einem Fall hätte der Spieler sehr wohl die Fähigkeit, den Ball voller anzuspielen und ihn dann auch zu treffen. Also dünn vorbei und trotzdem zwingend ein Miss. Es gibt eben einfach kein Patentrezept.

Letztendlich durchlebt man als Schiedsrichter und als Spieler in Bezug auf Miss-Entscheidungen einen Lernprozess. Manche Entscheidungen sind zu lasch, andere zu streng. Das ist einfach so. Da muss man durch.

Anbei die Ausbildungsrichtlinien unseres BSO Bernie Mickeleit für die Aubildung von C-Kader-Schiedsrichtern in Bezug auf Miss:

MISS ist zu unterscheiden in die Situationen „kann der Spieler noch in einem direkten Stoß (siehe II.6.d) einen BALL ON treffen ?“ und „kann der Spieler nur mit einem indirekten Stoß (siehe II.6.d) einen BALL ON treffen ?“

Ist ein direkter Stoß möglich, gibt es ein MISS ( III.14.b )

Ist nur ein indirekter Stoß möglich, hängt es von der Stärke des Spielers und der Qualität des Stoßes ab, ob ein MISS gegeben werden muss ( Es ist immer zu bedenken, daß auf Landesebene nicht nur Profis spielen ). Als Grundlage hier stellt sich der SR die Frage „hat er versucht, den Ball zu treffen“. Mit dieser Bewertung liegt ein SR bei 90% der Spieler in Deutschland richtig.

In Bundesliga-Matches oder Finalrunden von Turnieren stellt sich der SR die Frage „kann er den Ball besser spielen?“. Viele gute Spieler geben sich auch selbst ein MISS, hier soll der SR eine solche Entscheidung des Spielers übernehmen.
Kein MISS wird gegeben, wenn einer der beiden Spieler bereits Snooker benötigt ( III.14.b )

Ein MISS kann nur zum Aberkennen des Frames führen, wenn ein BALL ON in zentralem, vollem Ball-Kontakt zu treffen ist. Der Spieler muss hier vor seinem 3ten Versuch aus derselben Position gewarnt werden, daß er das Frame bei Nichttreffen des BALL ON aberkannt bekommt ( III.14.c, auch III.14.d )

Zusammenfassen kann man das Zurücklegen der Bälle nach einem MISS folgendermaßen:
Der Spielball muss, Farben sollen und Rote können zurückgelegt werden.

Die Charakteristik der Situation vor dem MISS muss wieder hergestellt werden.

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10 Jahre 3 Monate her #3576 von Cend
Danke Uli für deine sehr gute und äusserst umfangreiche Ausführung zur Missregelerläuterung.Ich werde daraus eine Erklärung zusammenfassen und dies morgen so den Leuten verständlich machen.Denke das wird schon,Das problem ist eben wie du schon sagtest das man es nicht jeden Recht machen kann und diese Leute sich dann bei mir als Turnierleiter etwas beschweren oder auch nur \"ausweinen\" wollen ;)
Dies wird aber nach einer kleinen Regelkunde morgen danach klar sein.

MfG Christoph

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10 Jahre 3 Monate her #3588 von mwolff
Was ich hilfreich fand, waren Ausführungen vom Tutor im alten Forum, wann \"auf jeden Fall\" ein Miss gegeben werden muss. Das war nicht nur der Fall, wenn ein Ball direkt getroffen werden kann sondern z.B. sowas wie:

- Ball zu kurz (zu wenig Kraft in den Stoß) immer ein Miss.
- ....

Da gab es noch ein paar weitere Dinge.

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10 Jahre 3 Monate her #3606 von Krypton
ein weiteres Ding:

Den \"falschen\" (= zu schwierigen) Ball angepeilt.


BSP: Aus Sicherheitsgedanken (was eh immmer MISS geben soll, pauschal gesagt) spiel ich auf die einzelne, ungefährlich liegende Rote, statt auf den Pulk, obwohl der ein viel grösseres, einfach zu treffendes Ziel bietet.

Das muss Miss sein.

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