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Miss-Regelung - Fairplay eines Gegenspielers

10 Jahre 3 Monate her #7326 von Michael Gardt
Hallo zusammen,

ich hätte mal zwei Fragen im Zusammenhang mit der Miss-Regel.

1. Frage: Spielniveau: Snooker Landesliga, hintere Tabellenplätze. Kein Schiedsrichter dabei. Spieler A begeht nach einem Snooker ein Foul und gibt sich ein Miss. Nach zwei weiteren Fehlversuchen wird offensichtlich, dass die Situation bezogen auf das Leistungsniveau von Spieler A zu schwierig ist. Kann Spieler A zum Beispiel nach dem dritten Fehlversuch einfach sagen, das war jetzt kein Miss mehr oder gilt hier für die bestehende Spielsituation die Regel "Einmal Miss, immer Miss?"

2. Frage: Bezüglich des Fairplay-Gedankens stellt sich die Frage, wann "erlöst" man seinen Gegenspieler aus einer schwierigen Snookersituation bzw. wie häufig lässt man ihn wiederholen? Ich habe schon beobachtet, wie ein Spieler einen anderen acht Mal wiederholen ließ, obwohl der Snooker für das Spielniveau ziemlich schwierig war (siehe oben: "Einmal Miss, immer Miss?"). Hier war das Foul-Punkte-Sammeln offensichtlich, denn mehrmals blieb für Spieler B eine gute Fortsetzung liegen. Trotzdem ließ er jeweils zurücklegen und Spieler A wieder und wieder versuchen.
Ich persönlich empfinde dieses Verhalten als ziemlich unfair und wenig Gentleman-Like. Gibt es für solche Situationen irgendwelche "ungeschriebenen Gesetze"?

Vielen Dank für eure Antworten und allzeit "Gut Stoß",


Michael

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10 Jahre 3 Monate her #7327 von Dennis Bauer
Hallo ,

mit den "ungeschriebenen Gesetzen" ist das so eine Sache. Der Foulbegehende Spieler muss entsprechend seinen Fähigkeiten versuchen den Ball zu lösen. Das auf dem einfachsten Weg und mit ausreichender Geschwindigkeit. Sind diese Punkte erfüllt und der Snooker wird trotzdem dreimal nicht gelöst, dann ist er halt zu schwer für den Ausführenden. Problematisch wird das ganze bei der seltsamen Angewohnheit sich selber das Miss auszusprechen. Beim Spiel ohne Schiedsrichter übernimmt der Nonstriker diese Aufgabe also muss er auch das Miss ansagen. Selbst in der BL hört man hin und wieder "... das Miss hätte ich dir nicht gegeben, aber wenn du es sagst..". Wenn ich persönlich der Meinung bin den Ball entsprechend meinem Können versucht zu haben dann werde ich spätestens nach Versuch drei sagen das ich den Ball wohl nicht besser kann. Ist mein Gegner da anderer Meinung muss er mir diese plausibel machen.

Zu deinem Beispiel mit den 8 Wiederholungen: Natürlich ist hierbei auch das Niveau auf dem die Begegnung stattfindet zu berücksichtigen. Aber ein weiterer Punkt spielt dabei eine Rolle, nämlich das die Missregel anzuwenden ist auf Versuche die "Absicht" unterstellen um dem Gegner kein offenes Bild zu übergeben. Schiesst also ein Spieler dreimal an seiner Zielkugel vorbei, lässt aber jedesmal gute Chancen für den Gegener stehen, dann kann das unmöglich sein Plan sein. Also ist er mit der Situation überfordert und das Miss nicht berechtigt.

Das ganze sollte also sportlich fair geklärt werden. Sagt selber das Miss nicht an, dann muss sich der Gegner erklären. Punkte sammeln ist das eine aber unter der unberechtigten Regelauslegung ist es für mich ein "Unding". Und ich weiß welchen Ruf Spieler geniessen, die sowas öfter abziehen (oder dieses Versuchen).

Dennis

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10 Jahre 3 Monate her - 10 Jahre 3 Monate her #7330 von Tom
genau...

...sich selber ein Miss zu geben ist - zumindest im "Wettkampf" - so ziemlich
das Dämlichste, was man tun kann. Da hat Dennis völlig recht, wenn er von
einer "seltsamen Angewohnheit" spricht.

Wenn man sich in einem Trainingsframe selbst ein Miss ausspricht, dann doch
auch nur zu Trainingszwecken um evtl. andere Varianten auzuprobieren, sich
aus der jew. Situation zu befreien.

Im Wettkampf sollte man diese Entscheidung dem Gegner (bzw. dem Schiedsrichter) überlassen.

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10 Jahre 3 Monate her #7333 von ChristianLehmann
fairness funktioniert meines erachtens in beide richtungen. wenn bei nem spiel kein ref anwesend ist, sollte auch der foulende spieler miss ansagen. egal ob und welcher spieler es zuerst ansagt - danach muss man sich dann halt einigen obs nen miss war oder nicht.

entweder 100% fair oder kannst es gleich lassen...

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10 Jahre 3 Monate her #7334 von Uwe_Mae
Michael Gardt schrieb:

... 1. Frage:.....Kann Spieler A zum Beispiel nach dem dritten Fehlversuch einfach sagen, das war jetzt kein Miss mehr oder gilt hier für die bestehende Spielsituation die Regel "Einmal Miss, immer Miss?"


Der ist gut... also wenn er sich selbst in die Situation reingebracht hat, dann muß er sehen wie er da wieder rauskommt... Er ist also auf das "Gutwill" des Gegners angewiesen....

2. Frage: Bezüglich des Fairplay-Gedankens stellt sich die Frage, wann "erlöst" man seinen Gegenspieler aus einer schwierigen Snookersituation bzw. wie häufig lässt man ihn wiederholen? ...


Das hängt doch von beiden ab. Ist A bemüht und B kein Punktesammler, wird er es nicht übertreiben. Wenn ne Chance zum Einstieg da ist, sollte er übernehmen. Ist A nicht bemüht, soll er bluten...

Wie Dennis schon geschrieben hat:

Der Foulbegehende Spieler muss entsprechend seinen Fähigkeiten versuchen den Ball zu lösen. Das auf dem einfachsten Weg und mit ausreichender Geschwindigkeit.


Er muß nun aber auch versuchen den Ball zu treffen, ohne Hintergedanken "liegt das dann auch relativ sicher".

Das ist ganz schwer... da er sich selbst ein Miss gegeben hat, bekundet er ja "Meinen Fähigkeiten entsprechend kann ich diesen Snooker lösen"

Wenn B kein "Schweinepriester" ist, so wird er, wenn man ihm sagt "Du, ich habe mich überschätzt, ich bekomme das nicht auf die Reihe", einen "erlösen".

Ist B ein "Schweinepriester", dann ist eben die sportliche Version das zu erdulden, bis Snooker benötigt werden.

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10 Jahre 3 Monate her #7337 von Michael Gardt
Hallo,

vielen Dank für eure Anmerkungen und Kommentare.

Offenbar machen wir bei uns im Zusammenhang mit Miss etwas Grundlegendes falsch.

Anfangs haben wir von den "erfahrenen Snookerspielern" erklärt bekommen:
1. Ohne Anwesenheit eines Schiedsrichters kann man sich für ein Foul nur selbst ein Miss geben. Der Gegenspieler muss das dann so hinnehmen.
2. Gibt der foulende Spieler ein Miss, kann der Gegenspieler eine Wiederholung verlangen. Gibt der foulende Spieler kein Miss, kann der Gegenspieler übernehmen oder, falls nichts liegen geblieben ist, den foulenden Spieler aus der neuen Situation heraus weiterspielen lassen.
3. Die eigene Spielstärke spielt zwar auch eine Rolle, man gibt sich jedoch selbst als Anfänger aus Fairnessgründen immer ein Miss, wenn der "Ball On" irgendwie über eine Bande zu treffen wäre (deshalb meine Frage nach "einmal Miss, immer Miss?").

Dass die Absicht, dem Gegner aus einer solchen Situation heraus nun ja nichts liegen zu lassen, im Zusammenhang mit Miss auch eine wichtige Rolle spielt, war mir bislang nicht so klar. Zumal diese Absicht bei den Spielern unseres Niveaus ohnehin kaum vorhanden sein dürfte, die meisten sind ja froh, wenn sie irgendwie aus einer Snookersituation wieder heraus kommen.

Demzufolge dürfte bei Anfängern oder "Wenig-Spielern" streng genommen eigentlich kaum ein Miss ausgesprochen werden.

Viele Grüße

Michael

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10 Jahre 3 Monate her #7343 von ChristianLehmann
der letzte satz ist im prinzip erstmal nicht falsch... anfänger kriegen weniger miss als profis - aber nur weil ich ihnen als ref mehr toleranz bei ihren stössen gebe, wie nah sie dem objektball kommen müssen und ob sie die situation überhaupt lösen müssen.

3. kann ich aber nich so stehen lassen. mit dem gerücht "über eine bande immer miss" muss dringend aufgeräumt werden. was zB wenn du für diesen einbänder über den ganzen tisch gehen musst? oder wenn du nur 10 cm zur bande hast um reinzuspielen und einen riesegen austrittswinkel.

grundgedanke beim miss ist und bleibt "kann ich ihn besser oder nicht?" bzw. als schiri muss ich mir halt vorher gedanken machen wieviel toleranz ich dem spieler gebe....

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10 Jahre 3 Monate her - 10 Jahre 3 Monate her #7346 von Tom
Michael Gardt schrieb:

1. Ohne Anwesenheit eines Schiedsrichters kann man sich für ein Foul nur selbst ein Miss geben. Der Gegenspieler muss das dann so hinnehmen.


Grundsätzlich hat das letzte Wort der Spieler B (der Gegner). Selbst wenn ein
Schiedsrichter das Miss ausspricht heisst es nicht zwangsläufig dass er den
Tisch zurückbaut, oder einfach nur den Spielball.

Der Gegner entscheidet ob er:

1) das Miss bestätigt
2) Spieler A mit der neuen Position des Spielballs weiterspielen lässt
oder
3) den Spielball übernimmt und selbst weiterspielt

Wenn kein Schiedsrichter am Tisch steht hat er ebenso das letzte Wort.

Nur weil Spieler A sich ein Miss gibt muss Spieler B das auf keinen Fall
hinnehmen,... - Spieler B entscheidet, wie in der Sitution weitergespielt wird.

Überleg' doch mal:
wenn ich (als Spieler A) versuche den Spielball möglichst nah an den Objektball zu
bringen und der Spielball mangels Geschwindigkeit z.B. 10 cm davor zum
Stillstand kommen
würde, bräuchte ich nach der (euch erklärten) Regel nur "Miss" zu sagen und
bringe Spieler B
um die Möglichkeit eine gute Chance auf den nächsten Objektball zu nutzen...

NEIN, NEIN, NEIN... - never... das wäre ja noch schöner... ::)

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10 Jahre 2 Monate her #7389 von Krypton
Tom:

Miss heisst ja nicht, dass zurück gelegt WIRD, sondern nur, dass Spieler B die Möglichkeit hat, dies zu veranlassen.

Selbst wenn ein tadelloser Einsteiger liegenbleibt, kann natürlich Miss angesagt werden. B sagt dann: Klar, ok, aber ich übernehme, danke.

???

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10 Jahre 2 Monate her #7394 von topsnookerman
Ja, dass ist aber anscheinend ein immer häufiger auftretendes Phänomen...

Die Miss-Regel wird als MUSS verstanden, dem ist aber nicht so !!

Auch wenn es im Fernsehn oft nicht so rüber kommt, aber die "Miss"-Ansage durch den jeweiligen Schiri ist keine Feststellung sondern eine Frage an Spieler B. Beide Spieler werden durch die Ansage auf den Zustand hingewiesen, für Spieler B ist es aber eine Frage.

Wie er sich dann entscheidet, bleibt ihm überlassen !

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