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Samstag, 07 Januar 2023 10:43

Snooker Masters 2023: Spielplan und Stand der Ermittlungen

geschrieben von Matthias Breusch
Neil Robertson Sieger 2022 Neil Robertson Sieger 2022 World Snooker

Das Snooker Masters in Londons Alexandra Palace verspricht mit seinen 15 Einzeltisch-Matches vor ausverkauftem Haus wie immer geballte Weltklasse. Dennoch wird es am Rande des Geschehens vor allem ein Gesprächsthema geben: die Sperren der jungen chinesischen Spitzenspieler Yan Bingtao und Zhao Xintong sowie die möglichen Konsequenzen für den gesamten Snookersport.

Das Masters der Queue-Künstler vom 8. bis 15. Januar bleibt keine rein britische und auch keine rein europäische Angelegenheit. Neben Belgiens Luca Brecel wird Irans Hossein Vafaei ins Geschehen eingreifen. Er rückt für Zhao Xintong nach, seines Zeichens UK Champion von 2021 und amtierender German-Masters-Sieger.

Ausschlaggebend für die Besetzung ist nicht die aktuelle Zwei-Jahres-Weltrangliste, sondern der Zeitpunkt der ursprünglichen Nominierung nach der UK Championship im November. Ansonsten wäre Scottish-Open-Champion Gary Wilson als 17. erste Wahl gewesen.

Yan und Zhao legen keine Berufung ein

Der Weltranglisten-Neunte Zhao Xintong wurde am 3. Januar von World Snooker wegen des Verdachts auf Match-Manipulation bis auf Weiteres gesperrt. Somit wird er auch seinen Titel im Berliner Tempodrom nicht verteidigen können, was das ohnehin geschwächte Teilnehmerfeld weiter ausdünnt.

Ebenso wie Ex-Masters-Gewinner Yan Bingtao (Weltranglistenrang 16), auf dessen Startplatz David Gilbert antritt, verzichtete Zhao auf die Möglichkeit einer Berufung vor dem Schiedsgericht der WPBSA.

Insgesamt wurden mittlerweile neun chinesische Snooker-Profis und ein Amateur gesperrt. Seit den English Open kamen außerdem Zhang Jiankang (82) und Chen Zifan (93) hinzu.  

 

Liang Wenbo und Li Hang sollen schwer belastet sein. Drei Spielern wird vorgeworfen, jeweils lediglich ein unsauberes Match absolviert zu haben – vermutlich unter Druck, ohne das Geld dafür geflossen sein soll.

 

Die Urteile fallen vor Sheffield

World Snooker als Ausrichter der Profitour hat zum Jahreswechsel einen „zügigen Abschluss“ der Untersuchungen angekündigt. Dennoch dürfte sich die Prozedur hinziehen. Die Verhandlungen sollen im Februar erfolgen, die Urteile bis zur Weltmeisterschaft gefällt sein. Damit dürfte die Saison selbst für jene Spieler gelaufen sein, die eher glimpflich aus der Geschichte herauszukommen hoffen.

Lebenslange Sperren sind unwahrscheinlich

Sperren auf Lebenszeit schließt Jason Ferguson, Geschäftsführer der World Snooker Tour, eindeutig aus, wie einem Artikel von Phil Haigh in der Sonntagsausgabe der britischen Tageszeitung „Metro“ vom 1. Januar zu entnehmen ist: „Es existiert zwar grundsätzlich kein Limit für eine Sperre, aber es gibt dennoch Grenzen in Bezug auf die Fairness gegenüber den Spielern und dem Sport als Ganzes.“

Außerdem betont Ferguson ausdrücklich: „Es ist nicht gesagt, dass jeder der jetzt Gesperrten sich auch tatsächlich der Spielmanipulation schuldig gemacht hat.“ Auf jeden Fall hoffe er, dass „wir den Tiefpunkt bereits erreicht haben“ und nicht noch weitere Akteure in den Wettbetrug verwickelt seien.

Erpressung durch die Wettmafia

Die aktuell von mehreren Seiten geforderten lebenslangen Sperren seien zum einen juristisch nicht durchsetzbar. Außerdem müsse man die Rolle der Angeklagten streng unterscheiden, sagt Ferguson. „Ein Spieler, der aktiv Matches in Serie verschoben hat, steht hier natürlich ganz oben. Aber sind auch junge Kids als Serientäter zu betrachten, auf deren Kopf eine Waffe gerichtet war oder deren Familien bedroht worden sind? All diese Umstände wird das Tribunal berücksichtigen.“

Die Linie orientiert sich an Stephen Lee

Wie hart die WPBSA und World Snooker tatsächlich vorgehen werden, dürfte sich an der zwölfjährigen Sperre gegen den damaligen Weltranglistenfünften Stephen Lee orientieren, die 2012 wegen siebenfachem Match-Fixing ausgesprochen wurde.

Seinerzeit nahm man an, dass Lee mit 50 wohl kaum einen ernsthaften Comeback-Versuch unternehmen würde. Aber auch der König des Kurvenballs gehört zur „Klasse von ‘92“, die nach wie vor keine Anstalten macht, sich aufs Altenteil zurückzuziehen. Somit könnte er 2024 theoretisch wieder in der Szene auftauchen.

Das lauteste Publikum der Snooker-Welt

Zurück zum Sport: Die Matches vor dem „lautesten und intensivsten Publikum der Snooker-Welt“ (Titelverteidiger Neil Robertson) sind über die Kanäle von Eurosport empfangbar (alle Anstoßtermine: Mitteleuropäische Standardzeit) und werden bis einschließlich dem Halbfinale im Modus „Best of Eleven“ sowie im Finale am Sonntag, den 15. Januar, als „Best of Nineteen“ gespielt.

Nackte Zahlen: das Preisgeld

Der Sieger des Einladungsturniers erhält neben der Paul Hunter Trophy ein Preisgeld von 250.000 Pfund, der unterlegene Finalist 100.000. Wer das Halbfinale erreicht, hat 60.000 sicher, für das Viertelfinale gibt es 30.000. Für die Teilnahme im Achtelfinale wird ein Antrittsgeld von 15.000 Pfund ausbezahlt. Das höchste Break ist ebenfalls mit 15.000 Pfund dotiert.

Der Spielplan

8. Januar

14:00 Uhr: Neil Robertson – Shaun Murphy

20:00 Uhr: Mark Selby – Hossein Vafaei

9. Januar

13:00 Uhr: Ronnie O’Sullivan – Luca Brecel

20:00 Uhr: John Higgins – Jack Lisowski

10. Januar

14:00 Uhr: Mark Allen – Barry Hawkins

20:00 Uhr: Mark Williams – David Gilbert

11. Januar

14:00 Uhr: Judd Trump – Ryan Day

20:00 Uhr: Kyren Wilson – Stuart Bingham

Viertelfinale: 12. und 13. Januar

Halbfinals: 14. Januar

Finale: 15. Januar

(Alle Sessions beginnen jeweils um 14:00 und 20:00 Uhr MEZ.)

Text: Matthias Breusch, www.satz-ball.de/snookermania



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