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Dienstag, 24 Januar 2023 18:23

Snooker World Grand Prix 2023: Mark Allen Superstar

geschrieben von Matthias Breusch
Snooker World Grand Prix 2023: Mark Allen Superstar World Snooker

Mark Allens Weg an die Weltspitze der Queue-Künstler geht weiter nach oben. Das dramatische Finale im World Grand Prix der 32 Saisonbesten entschied der Nordire mit 10:9 für sich. Der frisch gekürte Masters-Champion und Lokalheld Judd Trump hatte vor dem Decider in rasanter Manier einen 2:7-Rückstand auf 8:8 und 9:9 aufgeholt. 

Mark Allen wird auch bei den beiden noch folgenden Turnieren der Jahresweltrangliste, der Players Championship Ende Februar in Wolverhampton (Top 16) und der Tour Championship Ende März in Hull (Top 8) als Nummer eins der Setzliste antreten. Mit 502.000 Pfund bzw. Ranglistenpunkten liegt er 358.000 Punkte vor dem Zweiten, British-Open-Champion Ryan Day.

Typisch britisch

Die typisch britische Gießkanne, gefüllt mit 100.000 Pfund Siegprämie, war nach der Titelverteidigung bei den Northern Ireland Open und der UK Championship bereits der dritte Silberpreis, den Allen in dieser Saison in den Konfettiregen stemmen durfte. Er ist der zehnte Spieler, dem dieser Hattrick im Laufe seiner Karriere gelang. Insgesamt ist es sein neunter Weltranglistentitel. Damit belegt er neben den Ex-Weltmeistern Shaun Murphy, John Parrot und Peter Ebdon Rang zehn der ewigen Bestenliste.

Anlauf zum dritten Stern

Außerdem bestieg der 36-Jährige zum ersten Mal in seiner 18-jährigen professionellen Laufbahn Platz drei der Zwei-Jahres-Weltrangliste. Dabei soll es jedoch nicht bleiben. Sein Selbstvertrauen ist – auch dank sportpsychologischer Unterstützung – mittlerweile ebenso stabil wie sein ausgereiftes Allroundspiel. Sollte er seine Balance halten können, wird er alles daransetzen, im April in Sheffield um den WM-Titel mitzuspielen, was ihm den fehlenden dritten Stern in der Triple-Crown-Bilanz (nach der UK Championship 2022 und dem Masters-Sieg 2015) bescheren könnte. 

Noppon schockt das Heldentrio

Allens Weg zum Titel führte nach David Gilbert (4:2), Scottish-Open-Finalist Joe O’Connor (4:3) und Jack Lisowski (5:4) im Halbfinale über Noppon Saengkham. Thailands Nummer eins gelang das Kunststück, nacheinander mit starken Breaks Mark Selby (4:1), Ronnie O’Sullivan (4:2) und Mark Williams (5:3) zu besiegen. Aber selbst Noppons ruhiges, überlegtes Spiel zerschellte beim 1:6 im Halbfinale an Allens kompromisslosem Matchplay.

Marathon um Mitternacht

Marks Wettkampf-Philosophie ist nach so manch spektakulärem Hit-and-hope-Harakiri seiner Sturm-und-Drang-Jahre längst deutlich nüchterner angesiedelt: „Offen gesagt ist es weit wichtiger, ein B-Spiel zu haben“, erklärte er nach dem Mitternachts-Marathon gegen Jack Lisowski (inklusive einer achteinhalbminütigen Diskussion über einen Free Ball, den sich Jack von Mark am Ende „ausreden“ ließ): „Du spielst vielleicht eine Handvoll Spiele pro Jahr in Hochform. Aber um durchzukommen, brauchst du das B-Spiel und manchmal sogar das C-Spiel. Vor zwei Jahren hatte ich eine furchtbare Saison, weil ich fast alle Decider verloren habe. Ich konnte enge Matches einfach nicht für mich entscheiden. Das ist seit diesem Jahr vollkommen anders.“

Shaun will geschlagen werden

Finalgegner Judd Trump bestätigte seine stark gestiegene Formkurve nach dem Londoner Masters-Triumph mit Erfolgen gegen Hossein Vafaei (4:2), Luca Brecel (4:0) und Xiao Guodong (5:3). Judds Halbfinalgegner Shaun Murphy sah das kritischer: „Seine Gegner in dieser Woche sind hauptsächlich vor seinem Ruf in die Knie gegangen, nicht aufgrund seiner Spielstärke. Ich werde nicht einknicken. Mich muss er erst mal schlagen.“ Dies gelang Judd dann leichter als gedacht, denn Shaun hatte – außer einer magischen 140 in Frame drei – beim 2:6 nicht seinen besten Tag erwischt … 

Mark gönnt Judd keinen Trostpreis

Neben dem Siegerscheck konnte Mark Allen auch die 10.000-Pfund-Prämie für das höchste Break einstecken. In Frame zehn des Finals hatte Judd die 140er-Bestmarke von Shaun Murphy aus dem Halbfinale mit seinem sechsten Turnier-Century egalisiert. In Frame zwölf legte Mark eine 141 nach …

Drei statistische Werte zur Abrundung des Zahlenwerks: In der Bestenliste der laufenden Saison führt Judd mit den meisten Centuries (39) vor Mark (38); in der ewigen Bestenliste steht es 894:556 für Trump. In der persönlichen Match-Bilanz liegt Allen mit 13:11 vorne.

World Snooker füllt die Börse

Apropos Geld: Wenige Tage vor dem ersten Anstoß in Cheltenham konnte World Snooker die finanzielle Lücke schließen, die der Ausstieg von Groß-Sponsor Cazoo hinterlassen hatte, ansonsten hätten die Tour-Ausrichter das eigene Sparkonto erleichtern müssen.

Der britische Online-Autohändler hatte seit dem Hedgefond-geführten Börsengang an der New York Stock Exchange im August 2021 laut Meldungen der Wirtschaftspresse rund 97 Prozent seines Kurswerts eingebüßt. Nachfolger von Cazoo ist mit Duelbits ein weiterer Wettanbieter im Sponsorenpool von World Snooker. Für die Weltmeisterschaft im Crucible Theatre gibt es aktuell noch keinen neuen Werbepartner.

 

Text: Matthias Breusch, www.satz-ball.de/snookermania



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