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Miss oder nicht Miss, das ist hier die Frage....

3 Jahre 3 Monate her - 3 Jahre 3 Monate her #13930 von Bazzat
Im Spielbetrieb in den Ligen ist es nunmal so. Wenn ein Schiedsrichter dabei ist kann man eh nichts machen. Es ist ja beidseitig.

Jeder Spieler ab einem gewissen Niveo versucht gesnookert den Spielball so abzulegen das der Gegner keine Vorlage bekommt. Entweder wird sehr weich/langsam gespielt oder sehr hart, immer mit dem Ziel keine Beute zu bieten. Würde "knapp daneben" auf sicher kein Miss geben würden die Leute absichtlich vorbei spielen und die weiße so legen das Gegner Probleme bekommt. Dann wäre der Nachteil plötzlich ein Vorteil. Auch nicht Gentleman like - oder?

Schon von daher ist Miss sinnvoll auch wenn es nur einen CM daneben geht.

Miss ist nicht böse oder unfair - Miss macht Sinn.

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3 Jahre 3 Monate her - 3 Jahre 3 Monate her #13931 von Thomas Blang

Kiekser schrieb: ...Bei den Profis ist es so, dass es fatal sein kann, wenn man einen Einsteiger liegen lässt. Aus dem Grund geht der Schiedsrichter davon aus, dass der Spieler nie "nur" versucht zu treffen, sondern eben immer die sichere Ablage im Hinterkopf hat. ...


Meiner Ansicht nach liegt genau hier der Schlüssel des Problems.

Ich zähle mich genauso zu den U40er Spieler (=nie ein 40er Break gespielt). Trotzdem...als ich z.B. 2013 beim Paul Hunter gegen Oliver Brown gespielt habe, habe ich auch aus einem Snooker hinter Gelb nicht versucht, einfach den Haufen zu treffen, da dies beim Oliver wohl fatal geendet hätte, sondern verzweifelt versucht habe, eine den Spielball über 2 Banden an einer Roten an der Kopfbande press zu legen. Beim 3. Versuch hat es dann auch leidlich geklappt (war nicht press, aber recht Save an der anvisierten Roten).

NATÜRLICH habe ich hier zurecht 2x Miss kassiert. Und NATÜRLICH nehme ich diese 8 Foulpunkte gerne im Kauf, wenn die Alternative ein 40er Break bedeutet. Und NATÜRLICH bin ich in der Lage, trotz meines niedrigen Spielstandes sowas letztlich nach ein paar Versuchen umzusetzen. Und da war es wohl unbestritten Regelkonform, da ich ja nicht versucht habe, den roten Pulk zu treffen. Hier ist die Entscheidung einfach.

Und wie gesagt, Umsetzen kann das jeder mit Hilfe der Raumorientierung. Punkt an der Bande finden, entsprechende Assoziation dieses Punktes im umgebenden Raum merken, Stoßen, schauen, auf welcher Seite und wie weit man daneben liegt, entsprechend den Punkt im Raum korrigieren und spätestens nach dem 3. Versuch sollte es klappen. Und zwar bezüglich Auftreffpunkt am Ball on sowie Geschwindigkeit. Das lernt man IMHO in jeden Verein schon in den ersten 6 Monaten.

Aber wie ist es wenn nur noch eine Kugel auf dem Tisch liegt? Beim Schiedsrichterkurs lernt man, dass man hier sinnvollerweise versuchen soll, den Gegner einzuschätzen und ihm rechts und links neben dem Ball on einen Bereich zu geben. Wenn er innerhalb des Bereiches ist, dann bekommt er kein Miss, ansonsten schon...und JA, so steht es NICHT in den Regeln, so wird es aber faktisch gelehrt.

Tatsächlich ist ein Spieler, wenn er bei seinem ersten Turnier antritt, durchaus von sich so überzeugt, dass er der Meinung ist, mithalten zu können. Und dazu gehört auch IMHO, dass er sich sehr wohl überlegt, wie man aus einem Snooker raus kommt. Und zwar nicht irgendwie, sondern möglichst sicher. Und wenn das nur bedeutet, den Ball on möglichst fest zu treffen, damit er weit vom Spielball wegrollt.

Das Hauptproblem, und damit komme ich zur eingangs erwähnten Quota...liegt darin, dass weder ein Schiedsrichter noch ein Non-Striker wissen kann, ob er wirklich versucht, die Kugel einfach nur zu treffen, oder ob er bei dem geschätzen Winkel nicht doch überlegt, die Kugel rechte oder linke Seite mit einer wohlüberlegten Geschwindigkeit zu treffen.

OK, im Zweifelsfall zählt die Unschuldsvermutung, nur steht die auch nicht in den Regeln.

Wenn wir hingegen davon ausgehen, dass wohl jeder Spieler irgendwie versucht, die Weiße möglichst sicher aus einem Snooker abzulegen, sollte man dementsprechend auch ein Miss geben. Und wann gibt man kein Miss? Wenn der Ball on nur extrem schwierig bis gar nicht zu treffen ist. Und dann gibt es eine Regel: 14iii, Der Striker spielt direkt oder indirekt in Richtung des Ball on, so dass der Spielball diesen getroffen hätte, wenn kein Ball nicht on im Weg gewesen wäre.

Ja, und wenn wir schon dabei sind. Die Regel für das MISS lautet...Sieht DER SCHIEDSRICHTER diese Regel als verletzt an, so MUSS er FOUL AND A MISS erklären, außer....siehe Regelwerk.

Noch Deutlicher: Definition Miss (Definitionen 21 im Regelwerk): Also Miss gilt, wenn der Spielball einen Ball On nicht als ersten Ball trifft UND DER SCHIEDSRICHTER ENTSCHEIDET, dass der Striker sich nicht ausreichend bemüht hat, einen Ball On zu treffen.

Also der Schiedsrichter entscheidet darüber. Niemand sonst. Wenn kein Schiedsrichter da ist, übernimmt der Non-Striker jeweils die Schiedsrichterposition, hat also auch die Entscheidung.

Und der Fairness halber wird halt grundsätzlich auf Miss entschieden, und zwar Regelkonform, da der Schiedsrichter hierüber zu entscheiden hat. Und da grundsätzlich auf MISS entschieden wird, und zwar von beiden Seiten, entstehen keine Nachteile, weil sich das gegenseitig ausgleicht.

Das grundsätzlich auf Miss entschieden wird, steht zwar nicht direkt in den Regelwerk, aber es ist Entscheidung des Schiedsrichters bzw des Non-Strikers, wenn kein Schiedsrichter da ist. Und dass ist einfach nur fair, da es dann keine Diskussionen gibt.

Noch mal zum Thema 14a. Um diese Diskussion mal wasserdicht zu bekommen, sollte die Regel eher so (oder so ähnlich) lauten:

Der Striker muss FÜR DEN SCHIEDSRICHTER EINDEUTIG ERKENNBAR versuchen, den Ball On oder einen Ball, der On sein könnte, nachdem eine Rote gepottet wurde, under dem besten Einsatz seiner Fähigkeiten zu treffen....
Rest wie gehabt.

Wobei, eigentlich ergibt sich genau dass aus Definitionen 21. Miss. Ich zitiere noch mal:

...und der Schiedsrichter entscheidet,....
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3 Jahre 3 Monate her #13933 von Kiekser

Bazzat schrieb: Jeder Spieler ab einem gewissen Niveo versucht gesnookert den Spielball so abzulegen das der Gegner keine Vorlage bekommt. Entweder wird sehr weich/langsam gespielt oder sehr hart, immer mit dem Ziel keine Beute zu bieten.


Nein, da muss ich ganz klar widersprechen. Wenn ich gesnookert bin, dann versuche ich fast immer mit der einfachsten Möglichkeit, den Ball On zu treffen. Ich möchte einfach das Miss vermeiden. Ich glaube, dass man über die Zeit mehr Punkte durch wiederholte Fouls mit Miss abgibt als durch Vorlagen für den Gegner. Und genau deswegen riskiere ich gar nicht erst, ein Miss zu bekommen, indem ich einfach alles versuche, um die Kugel zu treffen, mit angemessenem Tempo ohne Firlefanz.
Das traurige ist, dass dann trotzdem Miss gegeben wird, weil mein Gegner die Regel nicht verstanden hat oder sich wie du über die Regel hinwegsetzt.

Bazzat schrieb: Würde "knapp daneben" auf sicher kein Miss geben würden die Leute absichtlich vorbei spielen und die weiße so legen das Gegner Probleme bekommt. Dann wäre der Nachteil plötzlich ein Vorteil. Auch nicht Gentleman like - oder?


Du drehst hier die Regel um. Es ist ja genau andersrum. Die Miss-Entscheidung hängt ja gerade von der Motivation des Spielers ab. Wie du sagst, ist die Regel vollkommen sinnvoll. Sie verhindert nämlich, dass jemand absichtlich ein Foul spielt, um dem Gegner keine Chance liegen zu lassen. Genau dafür ist die Regel da und sinnvoll.


Ich warte aber immer noch auf deine Antworten auf meine Fragen. Warum ist es ab der Oberliga vorbei? Spielt man da nicht mehr nach den Snookerregeln?

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3 Jahre 3 Monate her - 3 Jahre 3 Monate her #13934 von Kiekser
Hallo Thomas,

die Situation, die du vom Paul Hunter Classics beschreibst, ist ja genau der Sinn und Zweck der Miss-Regel. Da stimmen wir überein. Du hast nicht dein Bestes versucht, um eine Kugel zu treffen, deswegen gab es Miss.

Thomas Blang schrieb: Und wie gesagt, Umsetzen kann das jeder mit Hilfe der Raumorientierung. Punkt an der Bande finden, entsprechende Assoziation dieses Punktes im umgebenden Raum merken, Stoßen, schauen, auf welcher Seite und wie weit man daneben liegt, entsprechend den Punkt im Raum korrigieren und spätestens nach dem 3. Versuch sollte es klappen. Und zwar bezüglich Auftreffpunkt am Ball on sowie Geschwindigkeit. Das lernt man IMHO in jeden Verein schon in den ersten 6 Monaten.

Genau das frage ich ja die ganze Zeit. Wo steht, dass man es drei Mal versuchen muss? Wer hat sich das ausgedacht?
Wenn man das nie geübt hat, und das einfach nicht kann, dann darf es kein Miss geben. Du zitierst ja gern die Regel. Diese besagt, dass der Schiedsrichter entscheidet, ob der Striker AUSREICHEND VERSUCHT hat, den Ball On zu treffen. Es kann doch auch ein leichter Snooker da liegen und man kann alles versuchen, selbst Profis treffen manchmal einfache Bälle nicht. Nach welcher Regel gibt es für einen Amateur dann ein Miss?

Thomas Blang schrieb: Aber wie ist es wenn nur noch eine Kugel auf dem Tisch liegt? Beim Schiedsrichterkurs lernt man, dass man hier sinnvollerweise versuchen soll, den Gegner einzuschätzen und ihm rechts und links neben dem Ball on einen Bereich zu geben. Wenn er innerhalb des Bereiches ist, dann bekommt er kein Miss, ansonsten schon...und JA, so steht es NICHT in den Regeln, so wird es aber faktisch gelehrt.


Ich finde, es macht auch Sinn, dass man es so lehrt. Der Schiedsrichter kann schließlich nicht wissen, was der Striker versucht hat. Ich denke aber, dass man unter Amateuren erwarten kann, dass der Striker offen zugibt, wenn er nicht alles versucht hat, um den Ball On zu treffen. Dann gibt es eben ein Miss. Wenn der Striker allerdings sagt, dass er alles versucht hat, aber trotzdem nicht getroffen hat, darf es kein Miss geben.

Thomas Blang schrieb: Tatsächlich ist ein Spieler, wenn er bei seinem ersten Turnier antritt, durchaus von sich so überzeugt, dass er der Meinung ist, mithalten zu können. Und dazu gehört auch IMHO, dass er sich sehr wohl überlegt, wie man aus einem Snooker raus kommt. Und zwar nicht irgendwie, sondern möglichst sicher. Und wenn das nur bedeutet, den Ball on möglichst fest zu treffen, damit er weit vom Spielball wegrollt.


Da widerspreche ich. Siehe mein letztes Posting.

Thomas Blang schrieb: Also der Schiedsrichter entscheidet darüber. Niemand sonst. Wenn kein Schiedsrichter da ist, übernimmt der Non-Striker jeweils die Schiedsrichterposition, hat also auch die Entscheidung.


Wir sind ja hier in einem Regelforum. Da sind solche Sätze wie "Abseits ist, wenn der Schiedsrichter pfeift" nicht weiterführend. Der Schiedsrichter braucht ja auch eine Grundlage für die Entscheidung, und darüber können wir hier ja diskutieren.

Thomas Blang schrieb: Und der Fairness halber wird halt grundsätzlich auf Miss entschieden, und zwar Regelkonform, da der Schiedsrichter hierüber zu entscheiden hat. Und da grundsätzlich auf MISS entschieden wird, und zwar von beiden Seiten, entstehen keine Nachteile, weil sich das gegenseitig ausgleicht.


Diese Logik ist doch hanebüchen. Genauso könnte ich sagen, man würfelt einfach am Ende, wer gewinnt. Es entstehen für keinen Nachteile, weil es sich mit der Zeit ausgleicht.

Regelkonform ist es ebenfalls nicht. Der Schiedsrichter entscheidet ja immer, aber dann ist es ja trotzdem noch nicht regelkonform.

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3 Jahre 3 Monate her - 3 Jahre 3 Monate her #13935 von Thomas Blang

Kiekser schrieb: ...
Regelkonform ist es ebenfalls nicht. Der Schiedsrichter entscheidet ja immer, aber dann ist es ja trotzdem noch nicht regelkonform.


Und da muss ich widersprechen. Natürlich ist das regelkonform. Im offiziellen Regelwerk steht:
Als Miss gilt, wenn der Spielball einen Ball On nicht als ersten Ball trifft und der Schiedsrichter entscheidet, dass der Striker sich nicht ausreichend bemüht hat, einen Ball On zu treffen.
Eindeutiger geht es nicht. Nirgends im Regelwerk steht detailliert, unter welchen Voraussetzungen es ein Miss ist und wann nicht, sondern nur die Rahmenbedingungen. Und die lauten: "Wenn der Spielball einen Ball On nicht als ersten Ball trifft.".
Als 2 Bedingung steht da: ...und der Schiedsrichter entscheidet, dass der Striker sich nicht ausreichend bemüht hat."

Wichtig hier ist, dass der Schiedsrichter entscheidet.

Es steht nicht da, dass der Striker sich ausreichend bemüht hat, sondern dass dies vom Schiri entschieden wird. Wenn er der Meinung ist, dass er sich bemüht hat, gibt es kein Miss, sonst schon. Seine Meinung zählt. Und nicht die Meinung des Strikers.

Der Striker kann ja durchaus der Meinung sein, dass er sich ausreichend bemüht hat, nur muss das ja nicht immer zutreffen, wie bei einem Spiel vor ein paar Jahren Judge Trump. Tatsächlich musste er sogar eine Verwarnung hinnehmen, da er einfach einen Ball übersehen hat, den er hätte direkt anspielen können. Vermutlich übersehen, muss ich wohl sagen. Das vorausgesetzt, hat er sich ja sicherlich bemüht. Er hat nur was übersehen. Hätte er sich mehr Mühe gegeben, das Feld noch mal genau zu betrachten, hätte er den Ball sicherlich gesehen. Also war er der Meinung, er hätte sich ausreichend bemüht, nur hat er das einfach nicht.

Es ist also nicht entscheidend, ob der Spieler glaubt, sich ausreichend bemüht zu haben. Entscheidend ist, ober der Schiri dies glaubt.

Wenn der Spielball press an der Stirnbande liegt, eine Farbe press und lotrecht am Spielball, und die einzige anzuspielende Rote gegenüber am Tisch liegt, dann wird wohl normalerweise ein Schiedsrichter keinen Miss geben beim Verfehlen. Aber wenn doch. dann ist es so....denn es ist seine Entscheidung. Zumindest, bis der Gegner den Frame nicht mehr aus eigener Kraft ausgleichen oder holen kann.

Da jetzt Schiedsrichter und Non-Striker gleichgestellt sind (wenn man ohne Schiri spielt), hat der Non-Striker das gleiche Recht. Er entscheidet. Das wars.

Nur die Grundlage, wann ein Schiedsrichter einen Miss gibt und wann nicht, die steht nicht im Regelwerk. Kann ja auch nicht. Denn Du kannst ja tausendmal behaupten, dass Du nur versucht hast, den Ball irgendwie zu treffen. Auf welcher Grundlage muss ich Dir dass den glauben? Und selbst wenn, vielleicht hast Du was übersehen wie damals Judge Trump. Dann hast Du Dir einfach nicht genug Mühe gegeben und es versäumt, noch mal aufzustehen und genau zu schauen. Oder was, wenn Du das zwar sagst, aber trotzdem den Ball lieber an einer Seite und nicht mittig treffen wolltest. Das kann ich nicht wissen und sehen. Ich kann Dir nur glauben oder nicht glauben. Gentleman hin oder her.

Ja, und Du schreibst ja selber, FAST immer...., und woher soll ich wissen, wann Du was probierst und wann nicht? Ich könnte Dich fragen, bin dann aber in der bredouille, dir glauben zu müssen, da es ja sonst ein Affront Dir gegenüber wäre. Deshalb ist es ja so geregelt.

Aber, weil Du eine eindeutige Regel möchtest, die ist ja aufgeschrieben. www.snookerregeln.de/definitionen/21-miss

Auf welcher Basis der Schiedsrichter(=oder der Non-Striker) entscheidet, bleibt ihm überlassen.

Alles, was dahinter steckt, ist nicht geregelt, also auf welcher Basis er entscheidet. Das bleibt dem Schiri oder Non-Striker überlassen. Auch im Falle eines Non-Strikers das Wissen um die Konsequenz einer harten Entscheidung. dass z.B. ähnlich hart dann bei ihm entschieden wird.

Fakt bleibt aber...der Schiedsrichter ( oder Non-Striker) entscheidet. Wonach er entscheidet, bleibt ihm überlassen.

Ach ja, die Klausel...Dass der Striker sich ausreichend bemüht hat ist IMHO nur dafür da, um den Entscheidungspielraum des Schiris in so fern einzuschränken, dass er in einigen eindeutigen Fällen zwingend Miss geben muss. Z.B. eine Blaue auf halben Weg liegt dem Ball on im Weg und der Striker spielt den Spielball nur ganz leicht Richtung Blau, so dass zwar Freeball stehen bleibt, aber mangels vernünftig anspielbaren Balles dies dem Gegner auch nicht nützt. Dann wird zwingend Miss gegeben, denn der Spieler hat sich eindeutig NICHT genug Mühe gegeben. In dem Fall liegt es nicht in der Entscheidung des Schiedsrichter.

Denn, der Schiri kann nicht sehen, wenn sich jemand genug Mühe gegeben hat, er kann aber sehen, wenn er sich NICHT genug Mühe gegeben hat.

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3 Jahre 3 Monate her #13936 von Thomas Blang
Eine Sache von Dir habe ich beim nochmaligen Lesen noch bemerkt:

Wir sind ja hier in einem Regelforum. Da sind solche Sätze wie "Abseits ist, wenn der Schiedsrichter pfeift" nicht weiterführend. Der Schiedsrichter braucht ja auch eine Grundlage für die Entscheidung, und darüber können wir hier ja diskutieren.


Das ist natürlich ein zentrales Problem.

Tatsächlich hat der Schiri keine Grundlage in Form einer Regel. Einfach weil noch niemand eine sinnvolle Möglichkeit gefunden hat, eindeutig festzustellen ob ein Striker sich ausreichend bemüht hat oder nicht. Es gibt Erfahrungswerte, Intuition.

Es gibt die Abstandsregel (Nein, nicht im Regelheft), wobei die mit Vorsicht zu geniessen ist. Diese ist erst nach dem 3. oder 4 Miss halbwegs verlässlich, wenn man sieht dass der Striker mal rechts, mal links daneben ballert. Beim ersten Versuch kann der Striker ja versucht haben, den Ball möglichst eng zu treffen und will sich bewusst rantasten.

Intuition, wenn man sieht dass der Striker bei der ersten sich bietenden Chance mit einem langen Einsteiger gleich eine 40 + schießt, wird man ihm bei leichten Snookern sicherlich eher ein Miss geben, als bei einem Spieler, der es in 3 Frames nicht über ein 1 Punkte Break gebracht hat.

Erfahrung, wenn man den Spieler beobachtet und bemerkt, dass er einen spezifischen Plan hat, wo der Spielball letztlich landen soll und sich anschaut, ob dieser dann bei der gewünschten Position sicher liegt.

Aber das sind alles nur Anhaltspunkte. Da gibt es keine Regel und da kann es auch keine Regel für geben.

Ein Schiri hat eine gewisse Erfahrung und wird des öfteren mal kein Miss geben, einfach aus der Erfahrung raus.

Bei einem Spiel ohne Schiri wird der Non-Striker den Striker ein paar mal den Stoß wiederholen lassen, einfach weil er zwar unendlich Miss geben könnte (dazu hat er nach dem Regelwerk das Recht), aber aus dem Bauch wohl bei der nächstbesten Gelegenheit übernehmen würde.

Das ist zwar nicht im Regelwerk stehend, aber faktisch Usus. Und es hat sich bewährt.

Wenn Du jedoch einen Vorschlag zum Regelwerk hast, der die Missregel eindeutig und ohne Ermessensspielraum regelt, dann her damit. Das würde sicherlich, wenn die Regel eindeutig und wirklich gut ist, seinen Weg bis Jan Verhaas finden.

Nur denke ich, dass dies halt nicht möglich ist, dies so wie Du es Dir wünscht, zu definieren.

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3 Jahre 3 Monate her #13937 von SCBerlin
Ich finde, hier wurde sehr gut über das Thema diskutiert. Ich bin auch der Meinung, dass es eine große Diskrepanz zwischen der puren Regel und ihrer gewohnheitsmäßigen Auslegung vor allem im Amateur- aber auch im Profibereich gibt.
Das wäre alles kein Problem, wenn es durch diese Regeldiffusität gerade im Amateurbereich nicht so viel Ärger gäbe, der die Spielfreude deutlich trübt.
Der Vergleich zum Pool-Billard-Bereich, auf den manche Snooker-Spieler ja gern ein bisschen oben herab blicken, zeigt, dass es dort keinerlei Regelunklarheiten gibt, und es praktisch nie zum Streit oder zu mieser Laune wegen Regelauslegungen kommt. Klar, gibt es da auch ätzendes Verhalten, aber eine Regel, die grundsätzlich oft für Unbehagen führt, existiert dort nicht.
Nun sagen die Hardliner hier sicher: Wer mit Miss nicht klarkommt, der ist zu weich und soll über Bande spielen üben...
Ich aber denke, es könnte der doch ziemlich im eigenen Saft schmorenden deutschen Snookerszene nicht schlecht tun, das Turniergeschehen attraktiver und angenehmer zu gestalten.
Eine Veränderung der Regeln im Profibereich ist nicht zu erwarten (Tradition!), warum aber nicht für den Amateurbereich andere, dem Niveau angemessene, klare Regeln erlassen? Es ist doch einfach absurd, seinem Gegner die subjektive Regelauslegung in einem Bereich zu überlassen, der oft über Sieg und Niederlage entscheidet.
Um einen EInwand vorweg zu nehmen: Selbstverständlich bliebe dadurch die Belohnung für gutes Safety-Spiel erhalten, wie es ja auch bei wortgetreuer Auslegung der jetzigen Regel erhalten bleibt.
Die gewohnheitsmäßige Auslegung der Miss-Regel wird man durch Diskussion nicht verändern können. Daher: Eine neue Regel für den deutschen Amateurbereich!
Gruß Robin R.

SC Berlin

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3 Jahre 3 Monate her #13938 von Ingo
Hallo Zusammen
Es wurde ja nun ausgiebig über die Regelauslegung interpretiert. :)
(Und auch wenn durch die erfahrendsten Schiedsrichtern am Tisch das Spiel begleitet wird, ist es auch hier jeweils die individuelle Interpretation des Regelwerks.)
Inwieweit eine Entscheidung nachvollziehbar ist, hängt (auch) von der Erfahrung des Schiedsrichters ab. Und ja natürlich die Messlatte bei Profis hängt sehr hoch.
Die Schwierigkeit liegt hauptsächlich darin als Schiedsrichter die Spielstärke eines Amateuer-Spielers einzuschätzen, den man nicht kennt. Denn es kommt darauf an, ob der Striker sich in einer Situation, in der der BALL ON nicht direkt anspielbar ist (!), ausreichend bemüht hat, einen BALL ON (oder auch mehrere BALL ON) zu treffen. In solchen Situationen (Amateurbereich), in denen kein BALL ON zuerst getroffen wurde, sollte man sich die Frage beantworten, ob der Striker wirklich versucht hat zu treffen, dann liegt man zu 90% richtig, wenn man auf FOUL und MISS entscheidet.

Im Allgemeinen ist es aber auch so, dass gerade bei Spielen ohne offiziellen Schiedsrichter im Amateurbereich über 90% der Spieler selbst behilflich sind, und selbst ein MISS anzeigen. Wobei ich einige Entscheidungen nicht nachvollziehen kann, da sich manche wohl eher überschätzen.

Das Regelwerk gilt im Übrigen für alle, egal ob im Profi- oder Amateur-Bereich. Das sollte auch so bleiben.

Ich rate ansonsten jedem Spieler einen Regelkundekurs beim jeweiligen Landesverband zu besuchen. Ich garantiere, dass selbst vermeintlich erfahrene Spieler noch etwas dazu lernen können, was auch taktische Vorteile bringen kann. :)


mit snookermanischen Grüßen

Ingo
_____________________________
Ingo Schmidt
Landesschiedsrichterobmann Hessen
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3 Jahre 3 Monate her #13942 von Thomas Blang
Hallo Ingo.

Ich denke, dass liegt nicht an Selbstüberschätzung der Spieler, sondern hat 2 andere Gründe.

1. Unwissenheit
2. Gruppendruck

1. Unwissenheit.
Die meisten Hobby- und Amateurspieler, die mit Miss spielen (es gibt ja auch viele, die die Missregel einfach weg lassen. Du hast, wenn ich mich richtig erinnere ja erwähnt, dass es "MISS" erst seit 1995 gibt.), kennen dies nur aus dem Fernsehen. Und sind der Meinung..."verballert und theoretisch nach 27 Banden erreichbar = Foul and a Miss". Weil im TV grundsätzlich Miss gegeben wird. Wäre vielleicht mal eine gute Idee von Rolf Kalb darauf hinzuweisen, dass dieser oder jener Ball im Amateurbereich sicherlich kein Miss gewesen wäre.

2. Gruppendruck
Es wird fast schon von einem erwartet, selber Miss anzukündigen. Nicht weil man der Meinung ist, dass dieser Ball eigentlich sicher von einem zu treffen ist, sondern weil der Gegner dies auch so handhabt. Und es wäre ja unfair, sich dadurch Vorteile zu verschaffen, wenn man sich hier und da das Miss erspart.

Lösungen...

Hm...Wenn den überhaupt, wären da die Vereine gefragt, entsprechende Aufklärungsarbeiten zu betreiben. Aber wäre das wirklich zielführend?

Ich sehe dann viele Konflikte auf einem zukommen. Spieler, die sich unfair behandelt fühlen, weil sie sich Miss geben, der Gegner jedoch nicht. Oder weil der Gegner zurücklegen lässt wobei man selber darauf verzichtet. Es kommt zu Streitereien, die wir in unseren Gentleman-Sport ja gar nicht möchten. Diskussionen, ist das jetzt ein Miss oder nicht?

Die aktuell übliche Variante ist vielleicht nicht vom Regelwerk sauber abgedeckt. Aber sie funktioniert und dient dem Spielfluss. Und ist es nicht so, dass es einem ein gutes Gefühl gibt, wenn man einen schwierigen Snooker gelöst bekommt, auch wenn es ein paar Anläufe dauert? Dies macht, zumindest für mich, ein Teil des Reizes des Spieles aus.

Das Gefühl, als ich mal über 3 Banden im 3. Anlauf eine Gelbe nicht nur regelkonform getroffen, sondern sogar gepottet habe und dann von allen Seiten ein anerkennendes "Shoooot" zu hören, ist, zumindest für mich, mindestens genauso erhebend wie ein Break in die 30er zu heben.

Im Gegenzug würde ich es fast als Beleidigung empfinden (ok, ausser wenn ich gegen Steve Davis spiele) wenn der Spieler bei sich jedes mal ein Miss anmeldet, mich aber jedes Mal verschonen würde. Denkt er denn, dass ich so sch.... spiele? Hält er sich für so toll mir gegenüber?

Mal davon abgesehen, dass ich wirklich sch...spiele, aber ich würde da schon in meinem Stolz etwas gekränkt sein.

Die Alternative, Miss zu streichen, würde für mich ein großen Teil des Spaßes des Spieles nehmen.

Vielleicht sollte man aber mal darüber nachdenken, den Passus, ...unter dem besten Einsatz seiner Fähigkeiten...zu streichen. Also wenn ein Ball on direkt oder indirekt anspielbar ist und nicht als erstes getroffen wird, ist ein Miss zu geben. Alles, was sich auf die Fähigkeiten des Spielers bezieht, sollte entfallen.

Dies würde auch die aktuelle Realität am Besten widerspiegeln.

Und es gibt auch keine Unklarheiten.

@Ingo...ich weiß, dass ich mich als unerfahrener und frisch gebackener C-Kader Schiri hier sehr weit aus dem Fenster lehne, aber dies ist nun mal meine persönliche Meinung.

OK, ich schweife ab.

Lösungen:
1. Miss wird komplett aus dem Regelwerk entfernt (fände ich für die schlechteste Lösung)
2. Alles bleibt so wie es ist (Wäre OK, aber tatsächlich hätten wir dann eine Parallelwelt, die nach den Regeln und die reale, bei der immer Miss gegeben wird)
3. Alle Bereiche, die sich auf die Fähigkeit des Spielers beziehen, werden gestrichen(wäre IMHO die beste Lösung)

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3 Jahre 3 Monate her #13943 von SCBerlin
Ich weise nochmals auf den Poolbereich hin, wo es auch im Profibereich teilweise Regel-Modifikationen von Turnier zu Turnier gibt...man könnte also (im Amateurbereich) durchaus mal was anderes probieren....aber das ist eine theoretische Diskussion im Land der Satzungen und Regelwerke...
Theoretisch daher auch mein Lösungsvorschlag. Mir würde eine einheitliche "Bestrafung" nach drei Fouls vorschweben. Wie genau, müsste man sich sicher überlegen, um den Charakter des Spiels nicht zu verkehren.

SC Berlin

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