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Dienstag, 30 Dezember 2014 18:44

(Weihnachts-)Interview mit dem neuen Vizepräsidenten der DBU, Cornelius O. Boensmann

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In diesem Interview stellt er sich den Fragen, was dieses Amt beinhaltet, welche Vorstellungen er hat und was ihn antreibt.

Am 29.11.2014 wurde Cornelius Boensmann, Vorsitzender des 1. SC Dortmund, durch die Mitgliederversammlung der Deutschen Billard-Union (DBU) in Warendorf in das Präsidium als Vizepräsident Billardentwicklung gewählt.

Cornelius, vor gut einem Monat bist du in das Amt des Vizepräsidenten Billardentwicklung der DBU gewählt worden. Du bist Vorsitzender eines Snookervereins. Kannst du denn alle Sparten gleichberechtigt vertreten?

Cornelius: Ja, das will und muss ich. Ich bin nicht für das Amt des Vizepräsidenten „Snookerentwicklung“ angetreten, sondern Billardentwicklung. Sprich für Alle.

Vor ein paar Tagen gratulierte mir noch ein Freund aus einem anderen Snookerverein zu meiner Wahl mit dem Hinweis: Jetzt könnte ich mich ja für Snooker besonders stark machen. Ich habe darauf geantwortet, dass ich diese Aussage überhaupt nicht mag. Ich bin für alle Billardsparten gleichermaßen da, sonst hätte eine Kandidatur für mich gar keinen Sinn gemacht. Außerdem habe ich mit Pool angefangen und spiele es zwischendurch immer wieder gerne. Karambol habe ich auch schon gespielt, ich muss jedoch zugeben, dass ich dort noch sehr, sehr viel lernen muss. In etwa 2 Monaten wird ein großer Karamboltisch in meinem Verein aufgestellt, darauf freue ich mich schon sehr.

Das Amt des Vizepräsidenten Billardentwicklung ist neu und wurde zum ersten Mal gewählt. Welche Aufgaben und Inhalte sind mit diesem Amt verbunden?

Cornelius: Es wird hauptsächlich darum gehen, wie wir in den nächsten Jahren unsere Mitgliederzahlen in den Vereinen halten oder ausbauen können. Es geht um Mitgliedergewinnung und Mitgliederbindung in den Vereinen. Fragen die damit verbunden sind: Wie stellen wir uns für die Zukunft gut auf? Wie bleiben oder werden wir attraktiv für Außenstehende und vorhandene Mitglieder?

Ich werde deshalb in diesem Amt Unterstützer und Dienstleister vorrangig der Vereine und damit auch der Landesverbände sein. Es wird eine Art Sammel- und Knotenpunkt für Ideen, Aktionen und Initiativen sein, um unsere Sportart nach Außen attraktiv und ansprechend zu machen.

Einige Beispiele: Es gilt einen Zugang zu finden im Bereich der Offenen Ganztagsschule, im Bereich der offenen Kinder- und Jugendtreffs, damit auch dort Vereine ihre Chancen sehen und nutzen.

Ich bin beruflich im Bereich der Kinder- und Jugendförderung tätig. Letzte Woche war ich dienstlich in einer Jugendfeizeitstätte, die auch einen 7-Fuss Pooltisch hat. Ich wurde von Jugendlichen angesprochen, ob ich ihnen nicht einige Dinge beibringen könnte. Ich bin darauf eingegangen und das Ergebnis war, dass diese Jugendlichen Interesse bekamen und gerne mehr machen wollen. Ich habe ihnen daraufhin einen Verein empfohlen.

Es ging bei dem Beispiel nicht um mich, bitte nicht missverstehen, sondern ich will nur aufzeigen, dass das Interesse da ist, wir müssen nur die Gelegenheiten sehen und nutzen.

Wir haben in Billard so einen interessanten und coolen Sport, der Freude, Unterhaltung, Spiel, Lust und Laune beinhaltet. Das gilt es an die Jugendlichen, an die Frau und an den Mann zu bringen.

Wir brauchen uns nicht zu verstecken. Ganz im Gegenteil.

Welche Projekte oder Aktionen stehen für dich als nächstes auf deiner Agenda?

Cornelius: Zuerst werde ich meine Inhalte und Aufgaben im Präsidium im Januar vorstellen und abstimmen.

„Deutschland spielt Billard“ wird jedoch die erste größere Aktion sein, die ich in Angriff nehmen werde. Durch diese Aktion, die am Samstag, 02.05.2015 und Sonntag, 03.05.2015 zum Finale der Snookerweltmeisterschaft stattfindet, sollen die Vereine sich präsentieren und dadurch vielleicht neue Mitglieder gewinnen. Dies kann durch ein oder zwei Tage der offenen Tür gestaltet werden, mit Ankündigungen in der Presse, um so viele Besucher wie möglich anzulocken.

In 2014 haben 153 von ca. 950 Billardvereinen aus allen Spielarten teilgenommen. Das war schon einmal gut. Es ist aber schade, dass nicht noch mehr Vereine an solch einer einmaligen Aktion teilnehmen. Die Teilnehmerzahl möchte ich zumindest halten, mein gestecktes Ziel ist über 200 Vereine an den Start zu bekommen. Die Vereine profitieren ungemein von dieser Aktion, da sehr viele beim letzten Mal neue Mitglieder gewinnen konnten.

Was gefällt dir in der Billardszene? Worüber müsste einmal nachgedacht werden?

Cornelius: Es gäbe vieles, worüber ich etwas Positives sagen könnte. Sehr gut finde ich die GT-Turniere im Poolbereich, die durch das „Touch“- Magazin zustande kamen, oder analog dazu die GST-Turniere im Snookerbereich. Das sind attraktive Formate, die es zu fördern und zu unterstützen gilt. Es sollte auch mal denen gedankt werden, die im Hintergrund das Organisieren und viel Zeit und Kraft dafür aufwenden. Stellvertretend für einige möchte ich einmal Jürgen Kesseler und Achim Gharbi erwähnen. Das wird leider immer wieder von vielen vergessen, dass du auch Leute brauchst, ohne die das nicht stattfinden würde.

Interessant finde ich auch wie in einigen Vereinen mit Begeisterung Fanabteilungen aktiv sind, um Billard nach außen zu tragen. Als Beispiele führe ich hier die Pooligans vom BSV Dachau oder den Fanclub des PBC Nagoldtal an.

In diesem Zusammenhang finde ich die Äußerungen von Andreas Huber zum Thema „Vermarktung und Bundesliga“ in der Kolumne der „Touch“ vom Mai 2014 als anregend und positiv. Wer diese Kolumne noch nicht gelesen hat, sollte das noch nachholen.

Viele Beiträge im Forum der Billard-Aktuell finde ich sehr gut und weiterführend im Sinne der Zukunft für unseren Sport. Manche Beiträge arbeiten leider mit Verkürzungen oder sogenanntem Hörensagen, besonders wenn das Thema DBU oder was damit zusammenhängt diskutiert wird. Ich werde mich dort auch in einigen Diskussionen äußern, wenn die Zeit dafür reicht.

Die DBU wird von einigen als nicht transparent empfunden oder der Sport ist durch die einseitige Konzentration auf die finanzielle Sanierung in den Hintergrund getreten. Wie siehst du das?

Cornelius: Eine größere Kommunikation ist immer wünschenswert. Es braucht aber immer auch Leute, die Zeit haben und dies umsetzen können. Ich möchte meinen Beitrag für mehr Transparenz leisten. Meine Aufgabe ist auf einen offenen Dialog und Austausch angewiesen.

Die finanzielle Sanierung war ein Muss für die DBU. Da ging kein Weg daran vorbei. Ich denke mal, dass Michael John und Dietmar Zenner viel Zeit und Energie in dieser Sache aufbringen mussten. Das sollte man nicht unterschätzen. Sie haben da einiges in der „Baustelle“ geleistet und das sollte man auch mal lobend erwähnen. Umso mehr können wir uns jetzt auf den Sport konzentrieren.

Was würdest du dir in Sachen Billard wünschen, wenn du drei Wünsche frei hättest?

Cornelius: Nur drei? Ich hätte eigentlich mehr Wünsche.

  1. Das wir uns im Billard mehr auf das Positive konzentrieren und nicht immer gleich wegen irgendetwas am Meckern sind. Gönn dem anderen nicht nur das Schwarze unter den Fingernägeln. Es bricht einem kein Zacken aus der Krone den Anderen zu loben oder aber von diesem zu lernen. Mir geht es um ein gutes Miteinander.
  2. Das sich möglichst viele Vereine ?an der deutschlandweiten Aktion „Deutschland spielt Billard“ beteiligen.
  3. Ein Zukunftstag Billard. Mehr verrate ich aber jetzt noch nicht.

Cornelius, ich danke dir für das Gespräch und wünsche dir viel Erfolg und Glück in deinem Amt.

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Thomas Hein

Bis bald euer Thomas Hein

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