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Montag, 13 November 2023 16:14

Snooker International Championship 2023: Maus überfährt Ford

Snooker International Championship 2023: Maus überfährt Ford worldsnooker

“Ein phantastischer Spieler. Wo ist der Mann in den letzten zehn Jahren gewesen?” fragte Ronnie O‘Sullivan schwer beeindruckt nach seiner 6:9-Halbfinalniederlage gegen Zhang Anda. „The Mighty Mouse“ hatte 2019 bereits mit dem Gedanken gespielt, seine Karriere zu beenden. Die 175.000 Geldranglistenpunkte durch den 10:6-Finalsieg gegen Tom Ford – inklusive einer 147 in Frame drei – garantieren dem 31-Jährigen nun einen längeren Aufenthalt in der Weltspitze.

Ein Zufall war Andas erster Triumph bei einem Ranking-Turnier keineswegs. Alleine die vier klar herausgespielten 6:3-Vorrunden-Erfolge gegen Ding Junhui, Lyu Haotian, Liam Pullen und Mark Willams mit insgesamt zehn Centuries sprechen für sich. Bereits bei den English Open Anfang Oktober stand Zhang im Endspiel und verlor unglücklich nach 7:3-Führung mit 7:9 gegen Judd Trump.

Seine Preisgelder katapultieren ihn nun auf Platz zwei der Einjahres-Rangliste, was praktisch die Teilnahme an den Bonus-Turnieren World Grand Prix (Top 32), Players Championship (Top 16) und Tour Championship (Top 8) bedeutet. Zudem trifft er am 15. November im Achtelfinale des Champion of Champions erneut auf Ronnie O’Sullivan.   

Ford überholt Ferrari

Tom Ford war nach dem Finale, das bis zum 5:5 ausgeglichen verlief, mächtig angefressen: „Momentan sehe ich nichts Positives. Vielleicht in ein paar Tagen.“ Auch die 75.000 Pfund Runner-up-Prämie und der Einzug in die Top 16 als Gesetzter für die UK Championship waren ihm kein Trost. Sein spielstarker Lauf brillierte mit Siegen über Cao Yupeng (6:0), Marco Fu (6:3), Mark Selby (6:3), Barry Hawkins (6:4) und Antrim Ferrari Jordan Brown beim 9:6 im Halbfinale – mit drei Centuries am Stück in der zweiten Session.

Klettern im Turnierbaum

Jordan Brown wiederum war trotz der Niederlage gegen seinen engen Freund durchaus zufrieden. „Ich bin stolz darauf, was ich in dieser Woche erreicht habe. Ich habe harte Jahre hinter mir, aber seit einiger Zeit läuft es wieder besser. Am Ende ist mir einfach der Sprit ausgegangen.“ 

Der Nordire kletterte zum ersten Mal seit seinem Welsh-Open-Finalsieg gegen Ronnie O’Sullivan 2021 in die Spitze des Turnierbaums und setzte sich mit glanzvollem Spiel gegen hochkarätige Gegner durch. Nacheinander mussten David Gilbert (3:6), Kyren Wilson (4:6), John Higgins (3:6) und Stephen Maguire (5:6) ihre Ambitionen begraben. 

Jeder Sieg ist der beste

Ebenfalls mit sich im Reinen war Ronnie O’Sullivan. Das Erreichen des Halbfinals zementiert seinen Platz als Nummer eins, zumal nahezu alle Verfolger unter den Top Ten frühzeitig ausgeschieden sind. Jeder Sieg sei „heutzutage einer der besten meiner Karriere“, denn „ich bin jetzt alt. Ich werde nicht mehr besser und bin nicht mehr der Spieler, der ich war. Ich genieße jeden Sieg, der mir noch gelingt. Alle anderen wollen mich schlagen und niederringen. Das bin ich seit jeher gewohnt. Daher hab ich nie ein Match gespielt, das nicht auch ein großes gewesen ist.“

Bittere Konsequenzen

Die Niederlage von Ding Junhui gegen Zhang im Achtelfinale hat für Chinas Legende gleich mehrere bittere Konsequenzen. Der amtierende 6-Reds-Champion verlor seinen Startplatz beim Champion of Champions in Bolton und rutschte aus den Top 16, weshalb der Finalist des Vorjahrs gezwungen ist, sich für die UK Championship in York zu qualifizieren.

Auch Judd ist nur ein Mensch

Die Serie von Judd Trump riss nach 22 Siegen am Stück gegen den wiedererstarkten Schotten-Rocker Stephen Maguire beim 3:6. Zuvor verbuchte die Nummer eins der Jahres-Weltrangliste gegen Michael White und den erst zwölf Jahre alten Sensations-Qualifikanten Wang Xinzhong zwei 6:0-Erfolge.

Brutaler Einbruch

Thailands unberechenbarer Queue-Zauberkünstler Thepchaiya Un-Nooh war gegen Matt Selt (6:5) und Mark Allen (6:3) bestens ins Turnier gestartet – erlitt aber im Achtelfinale eine bittere Niederlage gegen Barry Hawkins. Trotz einer 5:1-Führung, darunter ein Maximum-Versuch bis zur zwölften Roten, verlor er das Match noch mit 5:6.

Trübe Aussichten

Weltmeister Luca Brecel erlebt nach wie vor eine stark durchwachsene Saison mit frühen Niederlagen. Bereits nach der ersten Hauptrunde und einem 3:6 gegen Mark Davis war seine Kampagne beendet.

Auch Ex-Weltmeister Neil Robertson kommt nicht auf die Beine. Ebenfalls in Runde eins musste er eine 1:6-Niederlage gegen Daniel Wells quittieren, vor dem Turnier die Nummer 90 der Weltrangliste. Immerhin: Die 5.000 Punkte für das erfolgreiche Qualifikationsmatch haben Neil von Platz 80 der Jahres-Rangliste auf Platz 70 vorrücken lassen …  

Material: radikal

Anthony McGill setzt weiterhin auf radikalen Materialwechsel. Mit Kohlefaser-Queue und Handschuh schaffte er es dank Siegen gegen Sam Craigie (6:3) und Jack Lisowski (6:2) bis in Achtelfinale gegen Ronnie O’Sullivan. Im ersten Frame gegen Craigie gelang ihm dabei das erste offizielle Century mit einem derartigen Queue (Quelle: snooker.org).

21:0  für Zhou Yuelong

Ebenfalls ein Dankeschön geht für die folgende Information an snooker.org: Das 0:6 von Ex-German-Masters-Champion Anthony Hamilton gegen Ex-European-Masters-Finalist Zhou Yuelong ist garniert von einer außergewöhnlichen Statistik. Demnach hat Zhou seit 2021 satte 21 Frames gegen Hamilton hintereinander gewonnen. Zehn davon waren Centuries.

Geteilte Freude

Zhang Anda muss sich seine Prämie von 5.000 britischen Pfund für das höchste Turnierbreak mit Ryan Day teilen: Dem Waliser gelang in der Qualifikation gegen Ex-Weltmeisterin Mink Nutcharut beim 6:1 ebenfalls eine 147 – sein viertes Maximum insgesamt, und bereits das zweite in diesem Kalenderjahr.      

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Text: Matthias Breusch, Snooker-Geschichten (satz-ball.de)

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