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Freitag, 19 April 2024 11:37

Snooker-Weltmeister 2024: Kyren Wilson

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Kann damit leben, dass sein Sohn Bailey (l.) Judd-Trump-Fan bleibt: Weltmeister Kyren Wilson Kann damit leben, dass sein Sohn Bailey (l.) Judd-Trump-Fan bleibt: Weltmeister Kyren Wilson Foto: World Snooker Tour

Das schönste Spiel der Welt kannst du in der ersten Session nicht gewinnen. Aber du kannst es verlieren. Das 0:7 zum Start des WM-Finales war für Jak Jones nicht mehr aufzuholen. Dennoch hat er sich mit 14 gewonnenen Frames als würdiger Finalist erwiesen. Kyren Wilson ist ein verdienter Champion. Er war besser vorbereitet und in Form als alle anderen Spieler in der Weltspitze. 

 

Schlüsselmomente

Jaks Halbfinale gegen Stuart Bingham dauerte über fünf Stunden länger als das Break-Feuerwerk von Kyren Wilson und Dave Gilbert. Für Kyren war dies bereits vor dem Endspiel der Schlüssel zum Sieg gegen seinen zeitweiligen Trainingspartner: "Ich war nach meinem Halbfinale gegen Anthony McGill 2019 völlig erschöpft und hatte nicht mehr genug Reserven für das Match gegen Ronnie. Ich habe geahnt, dass es Jak ähnlich gehen würde, also wusste ich, dass ich alles in die erste Session packen musste, um möglichst weit vorne zu liegen."

 

Eine Woche ohne Queue

Ein größerer Kontrast zu 2023 ist kaum denkbar. Luca Brecel holte im letzten Jahr den Titel mit zirkusreifer, spontaner Genialität. Hinter dem ersten Triple-Crown-Erfolg von Kyren Wilson und seinem Team steckt hingegen langjährige disziplinierte und methodische Arbeit. Alles war auf den Moment ausgerichtet, diesen Titel im richtigen Moment holen zu können. Nach seiner eher durchwachsenen Saison und schweren gesundheitlichen Sorgen in der Familie hatte Kyren seine Vorbereitung auf Sheffield dosiert. Er fuhr eine Woche nach Portugal und hatte "keine einzige Minute einen Queue in der Hand". Zusätzlich konzentrierte er sich auf unterstützende Maßnahmen wie eine Schlaftherapie. Meisterstück war der 13:8-Sieg im Viertelfinale gegen John Higgins. 2023 verlor er im Achtelfinale gegen den Schotten mit 2:13. Nach der Revanche sagte er: "Die vernichtende Niederlage aus dem letzten Jahr musste ich beiseite schieben."

 

Einfach gewinnen

 Die größte Crucible-Sensation seit dem Titelgewinn von Shaun Murphy 2005 bleibt dennoch der Run von Jak Jones ins Endspiel. Shaun gelangte seinerzeit als Nummer 48 der Welt ins Finale, Jak Jones als Nummer 44. Mit seinen 200.000 Geldranglistenpunkten rückt er auf Platz 14 vor. Er ist nur ein Beispiel dafür, wie viel Klasse auch die etwas weiter hinten platzierten Spieler aufs Tuch zu bringen verstehen. 

Jaks Analyse nach dem Bingham-Match war ebenso unaufgeregt wie seine Performance: "Die Tour ist nicht einfach. Es gibt sehr viele gute Spieler. Ich habe in der gesamten Saison kein Viertelfinale erreicht und kam entsprechend ohne große Zuversicht hierher." Er habe "nicht einmal gut gespielt. Ich gewinne einfach. Mein Scoring ist nicht außergewöhnlich, mit 60er- oder 70er-Breaks."

Trotz des hohen Rückstands und so mancher verschenkter Chancen steigerte er sich im Finale und spielte gleich mehrere blitzsauber herausgespielte Centuries. Die Vorwürfe der Ex-Weltmeister Judd Trump und Stuart Bingham, Jak habe ihr Spiel durch sein Matchplay zerstört, sind nicht nachzuvollziehen. Wer im Marathon-Format am Ende vorne liegt, ohne einen Decider zu benötigen, hat es sich schlicht verdient. 

 

Chinas Alptraum

Der Waliser mit dem ausgeglichenen Temperament entwickelte sich vor dem Rauswurf der Nummer zwei zum Alptraum der chinesischen Spielerfraktion. Nach den höher eingestuften Zhou Yuelong in der Qualifikation (4:10) und Zhang Anda in Runde eins (4:10) zerschellte auch die Spielkunst von Wunderkind Si Jiahui mit 9:13 an dem 30-Jährigen, der seit seinem 16. Lebensjahr Profi ist. Vorentscheidend war bereits die erste Session, in der Jak vier Frames auf Schwarz holte.

 

Kein Spaß, kein Spiel

Stuart Bingham hatte im entscheidenden Moment "nichts mehr im Tank". Als er 2015 Weltmeister wurde, kam er selbst als Underdog, mit einer klaren Philosophie: "Ich hatte einfach Spaß am Spiel. Wenn du einmal im one table set-up angekommen bist und das nicht genießen kannst, hast du hier nichts verloren." Diesmal fehlte dem begnadeten Breakbuilder das Momentum "über das gesamte Match hinweg. Ich habe locker acht Frames total verschenkt, serienweise Schwarze vom Punkt verschossen. Es sollte einfach nicht sein."

 

Freude, schöner Götterfunken

Ronnie O'Sullivan war trotz der 10:13-Viertelfinal-Niederlage nach 8:6-Führung gegen Bingham mit sich im Reinen. Der mögliche achte Titel in Sheffield bleibt Zukunftsmusik. "Es gibt kein gottgegebenes Recht auf Siege. Meine oberste Priorität ist, Freude am Spiel zu haben. Zum ersten Mal seit zwei Jahren wollte ich wirklich spielen, mein Queue auspacken und das Klicken der Bälle hören. Das hat nichts mit Titeln zu tun. Du kannst nicht alles gewinnen."  

 

Zehnmal zehn Riesen

Gleich zu Beginn des Marathon-Spektakels von Sheffield hatte der "Fluch des Crucible" zugeschlagen: Zum 19. Mal konnte ein Premieren-Sieger seinen Titel nicht verteidigen, zum sechsten Mal war direkt der Auftakt Endstation. Luca Brecel gab gegen "Angry Farmer" David Gilbert eine 7:3- und 9:6-Führung aus der Hand. "Ehrlich gesagt bin ich froh, dass die Saison vorbei ist", sagte er lächelnd nach dem Match, gesundheitlich offensichtlich angeschlagen. Für 19 Frames an einem Tag reichten seine Energiereserven nicht. "In der zweiten Session war ich müde, auch die Pillen haben nicht viel bewirkt. David hat es verdient. Sein Break im Decider war wunderbar." 

Gilbert, der ein schwieriges Jahr hinter sich hat und kurz davor stand, gar nicht erst zur Qualifikation anzutreten, war erleichtert: "Mein Spiel war lange Zeit praktisch nicht vorhanden. Ich muß mich bei Andy Lee bedanken. Wir haben drei, vier Wochen lang hart trainiert, sind jeden Tag ins Gym, haben auf unsere Ernährung geachtet, die Qualifikation war eine große Aufgabe, und Luca geschlagen zu haben, ist natürlich phantastisch." 

Nach den beiden deutlichen Siegen mit 13:4 gegen Rob Milkins und mit 13:8 gegen Stephen Maguire betonte Dave ein weiteres Mal seinen Tribut an den Mann aus Hongkong: "Andy Lee hat mir das Leben gerettet. Ich war schon froh, die zehn Riesen aus der Qualifikation gewonnen zu haben."  Dank seines zweiten Halfinaleinzugs nach 2019 bringt er nun das Zehnfache davon nach Hause. Sein Ziel für die neue Saison formulierte er sofort nach dem Semifinale: die baldige Rückkehr in die Top 16.

  

Mark Allen ist die neue Nummer eins

Mark Allen fehlte bei 62-0 im Decider des Achtelfinals nur eine Rote zum Einzug ins Viertelfinale, als John Higgins eine Clearance produzierte, die er als "die beste meiner Karriere" bezeichnete. Mark Allens Ziel, die Triple Crown zu komplettieren, ist um ein weiteres Jahr verschoben: "Ich habe das Match nicht im letzten Frame verloren, sondern weit vorher. Ich hatte alle Chancen, 13:7 zu gewinnen."

Trotz seiner Niederlage wird Players-Champion Allen als konstantester Spieler der letzten beiden Jahre erstmals als Nummer eins der Weltrangliste geführt werden, da die beiden aktuellen Saison-Könige Ronnie O'Sullivan und Judd Trump ihre Punkte von 2022 aus dem Finale gegeneinander verlieren. Mark ist der zwölfte Spieler der modernen Ära, der den Gipfel erreichte, nach Ray Reardon, Cliff Thorburn, Steve Davis, Stephen Hendry, John Higgins, Mark Williams, Ronnie O'Sullivan, Neil Robertson, Mark Selby, Ding Junhui und Judd Trump.

 

Es geht ums Geschäft

Die Diskussionen um die Zukunft des Crucible gehörzen zu den Hauptthemen der ersten Turnierwoche. 2027 läuft der Nutzungsvertrag aus. Traditionalisten und Nostalgiker werden sich wohl von der Atmosphäre des Theaters verabschieden müssen, geht es nach Barry Hearn, der nach wie vor die Strippen bei der World Snooker Tour zieht und von den Verantwortlichen der Stadt Sheffield den Bau einer neuen Halle mit 3.000 Sitzplätzen verlangt (derzeitige Kapazität: 980).

Im Interview mit der BBC sagte Hearn: "Ich bin es leid, ständig Leute aus aller Welt abwimmeln zu müssen, die Tickets haben wollen. Wir haben jetzt bereits wieder praktisch alle Plätze für 2025 verkauft. Es geht im Profisport nun mal ums Geschäft. Wir leben in einer Welt, in der es letztlich ausschließlich um Geld geht, um nichts anderes. Auch für die Spieler ist das so. 2014 haben wir ihnen 3,5 Millionen Pfund Preisgeld für die Main Tour geboten. Jetzt sind wir bei über 20 Millionen. Ich kann mir auch vorstellen, dass die WM auf Reisen geht und mal bei uns, mal in China oder in Saudi-Arabien stattfindet." 

Eine erste Reaktion auf Hearns Äußerungen stammt von Ex-Weltmeister Ken Doherty, Analyst in Diensten der BBC, im Interview mit sportsboom.com: "Die Weltmeisterschaft an den Meistbietenden zu verkaufen, ist für mich undenkbar. Barry hat genug Geld. Ob er noch mal fünf oder zehn Millionen extra auf dem Konto hat, ist doch egal. Für die WM wäre das ein harter Einschnitt. Ich mag Barry. Er hat einen tollen Job gemacht. Aber die WM sollte er nicht verkaufen."

 

Spielplatz für Rebellen

Konkretere Problemzonen tun sich für Barry Hearn aber an ganz anderer Stelle auf. Offenbar ist Judd Trump bereits vor Monaten konkret darauf angesprochen worden, ob er als Zugpferd einer alternativen Profitour zur Verfügung stehen würde. Er hat dies entschieden abgelehnt. "Für Leute wie Mark Williams oder John Higgins, die am Ende ihrer Laufbahn stehen, ist das okay. Aber ich bin erst 34. Ich nicht bereit, meine besten Jahre auf Exhibitions zu verschwenden." Weit mehr als Geldkoffer reizen ihn Titel und Pokale, die sogenannte silverware. Und derlei Tradition hat niemand zu bieten, egal wie hoch die finanziellen Anreize ausfallen.

Für den Fall, dass Investoren tatsächlich erreichen sollten, die Monopolstellung der World Snooker Tour aufzuweichen, wie es etwa im Profigolf durch die saudi-arabische LIV Tour bereits Realität geworden ist, forderte Shaun Murphy als Spielervertreter im Vorstand der WPBSA den Ausschluss potenzieller Rebellen von den Triple-Crown-Turnieren, denn im Spielerkreis kursieren bereits konkrete Zahlen und Angebote. "Mich hat bislang niemand angerufen. Angeblich haben manche Spieler bereits unverbindliche Absichtserklärungen unterschrieben. Es freut mich, dass Judd sich so eindeutig zu unseren Farben bekennt."

Laut Murphy gebe es letztlich nur eine Entscheidung: "Entweder du spielst die WST mit den Majors der Triple Crown samt der damit verbunden Geschichte und dem Prestige, oder du spielst auf einer neuen Tour mit unbekannten Finanziers und Leuten, die wir nicht kennen." Niemand wisse, "wie lange aus diesem Hahn Geld strömt".  

 

2025 ohne Mark Williams?

Sämtliche Erwartungen erfüllen konnte das heimliche Highlight der ersten Runde zwischen Mark Williams und Si Jiahui. Es hatte keinen Verlierer verdient. Der 21-jährige Si bestätigte sein Star-Potenzial und ging im Stil eines erfahrenen Champions über die Ziellinie, nachdem Mark mit teils spektakulären Bällen einen 7:9-Rückstand aufgeholt hatte.

Williams deutete nach dem Spiel seinen Rücktritt von der Main Tour an: "Ich habe jede einzelne Minute genossen. Ich werde die Atmosphäre im Crucible vermissen." Schon vor seinem überragenden Triumph bei der Tour Championship, als er die Nummern eins, zwei und drei der Welt förmlich deklassierte, hatte er klargestellt, in Zukunft Snooker-Exhibitions und Chinese 8-Ball den Vorrang einzuräumen. 

  

Methode Luca

Jack Lisowski und Ding Junhui zauberten in Runde eins eine schwer unterhaltsame Masterclass auf den Tisch. Ding glich mit einer 131 zum 9:9 aus, aber Jack demonstrierte in einem traumhaft sicheren Decider mit exzellentem Stellungsspiel seine ganze Klasse und entzückte sämtliche Ex-Champs auf den Kommentatorensesseln. "Ich habe vier Monate lang nicht trainiert und nur noch Matches gespielt", erklärte er sein Abrutschen aus den Top16. "Ich habe diesen Abstand einfach gebraucht. Erst kurz vor dem WM bin ich wieder ins Training eingestiegen." Für mehr als das Achtelfinale reichte die "Methode Luca" dennoch nicht ... 

 

Mark Selby erneuert Rücktrittsgedanken

Lucas Finalgegner von 2023, Mark Selby, verlor gegen seinen Freund und Trainingspartner Joe O'Connor in der ersten Runde mit 6:10. Im Interview mit der BBC bestätigte er seine Aussage nach der Tour Championship, er denke ernsthaft darüber nach, zurückzutreten. "Ich werde im Sommer zusammen mit meiner Frau entscheiden, ob es für mich weitergeht. Wenn, dann werde ich Hilfe benötigen, um wieder Freude am Spiel haben zu können." Der vierfache Weltmeister hatte 2022 erklärt, er nehme wegen schwerer Depressionen psychologische Hilfe in Anspruch. 2023 war bekannt geworden, dass Vikki Selby an Krebs erkrankt ist. Sie soll mittlerweile genesen sein.

  

Resultate, erste Runde:

Luca Brecel - David Gilbert 9:10
Robert Milkins - Pang Junxu 10:9
Ali Carter - Stephen Maguire 7:10
Shaun Murphy - Lyu Haotian 10:5
Mark Selby - Joe O'Connor 6:10
Kyren Wilson - Dominic Dale 10:1
John Higgins - Jamie Jones 10:6
Mark Allen - Robbie Williams 10:6
Judd Trump - Hossein Vafaei 10:5
Tom Ford - Ricky Walden 10:6
Zhang Anda - Jak Jones 4:10
Mark Williams - Si Jiahui 9:10
Ding Junhui - Jack Lisowski 9:10
Gary Wilson - Stuart Bingham 6:10
Barry Hawkins - Ryan Day 8:10
Ronnie O'Sullivan - Jackson Page 10:1

 

Achtelfinale

David Gilbert - Robert Milkins 13:4

Judd Trump - Tom Ford 13:7

Jak Jones - Si Jiahui 13:9

Stephen Maguire - Shaun Murphy 13:9

Joe O'Connor - Kyren Wilson 6:13

Jack Lisowski - Stuart Bingham 11:13

John Higgins - Mark Allen 13:12

Ryan Day - Ronnie O'Sullivan 7:13

 

Viertelfinale

David Gilbert - Stephen Maguire 13:8

Judd Trump - Jak Jones 9:13

Ronnie O'Sullivan - Stuart Bingham 10:13

Kyren Wilson - John Higgins 13:8

 

Halbfinale 

David Gilbert - Kyren Wilson 11:17

Jak Jones - Stuart Bingham 17:12

 

Finale

Kyren Wilson - Jak Jones 18:14

 
 

 

16 Thriller: die vierte Runde der Qualifikation 

Neil Robertson hat es nicht geschafft. Trotz 8:5-Führung unterlag er am Judgement Day dem Waliser Jamie Jones mit 9:10. Der Weltmeister von 2010 war erstmals seit 2004 nicht im Crucible Theatre vertreten. 

Hossein Vafaei - Jiang Jun 10:5 (Vafaei startete mit 0:3; Jiang Jun hatte zuvor drei Runden überstanden; von dem 18-Jährigen wird noch viel zu sehen sein. Vafaei pries ihn mit den Worten: "Ein unglaublicher Potter. Wenn du ihn am Lochen hindern willst, musst du den Spielball in die Hosentasche stecken.")

Cao Yupeng - Pang Junxu 8:10 (Pang sicherte sich seine zweite Endrunde in Folge trotz eines 6:8-Rückstands)

Jackson Page - Noppon Saengkam 10:9 (Jackson spielte im Decider ein Century mit 107 Punkten; Noppon bleibt immerin ein Trostpreis: Für seine 147 in Runde drei gegen Andy Hicks erhält er die Sonderprämie von 10.000 Pfund)

Si Jiahui - Wu Jize 10:4 (der Sensations-Halbfinalist des letzten Jahres lag gegen den furios startenden Wu 0:4 hinten, bevor er zehn Frames in Folge holte, darunter drei Centuries)

Xiao Guodong - Dave Gilbert 6:10 (der WM-Halbfinalist von 2019 konnte sich zum zehnten Mal fürs Crucible qualifizieren)

Scott Donaldson - Ryan Day 9:10 (Scott hatte zwischenzeitlich ein 2:7 zum 7:7 ausgeglichen)

Jack Lisowski - Matthew Stevens 10:3 (erst im Frühjahr fiel Jack aus den Top 16 heraus; in seinen beiden Qualifikationsmatches spielte er sechs Centuries)

Ricky Walden - Mark Davis 10:9 (Ricky lag während des gesamten Matchs nicht einmal in Führung - bis zum Decider ...)

Dominic Dale - He Guoqiang 10:8 (der Spaceman qualifizierte sich zum ersten Mal seit zehn Jahren fürs Crucible - mit 52 ...)

Zhou Yuelong - Jak Jones 4:10 (der Viertelfinalist des Vorjahrs schlug erneut einen favorisierten Gegner)

Stephen Maguire - Yuan Sijun 10:6 (der Schotte sicherte sich seine 20. Endrunde mit konstant starkem Spiel und drei Centuries)

Louis Heathcote - Stuart Bingham 8:10 (Louis verschoss in Frame 15 beim Stand von 8:7 den finalen rosa Ball und fand nicht mehr ins Match zurück)

Robbie Williams - Chris Wakelin 10:9 (Robbie lag 8:9 zurück und holte sich das Match in exzellenter Manier) 

Lyu Haotian - Jenson Kendrick 10:7 (Kendrick spielte eine bärenstarke Qualifikationsrunde mit drei Siegen gegen Jordan Brown, Ben Woollaston und Weltmeisterin Bay Yulu. Um seine Tourlizenz zu halten, hätte er das Crucible erreichen müssen; Lyu qualifizierte sich mit souveränem Matchplay zum vierten Mal für Sheffield)

 

Sheffield ohne Lukas und Alex

Auch unser deutscher Profi Lukas Kleckers hatte die Chance, sich für die WM-Hauptrunde im Crucible Theatre zu qualifizieren. In Runde zwei besiegte er Allen Taylor, Nummer 84 der Weltrangliste, im Decider auf Schwarz mit 10:9.

An seinem nächsten Gegner Chris Wakelin kam er jedoch nicht vorbei. Er unterlag dem Shoot-Out-Champion von 2022, derzeit Nummer 20 der Welt, mit 5:10. 

Alexander Ursenbacher aus Basel war bereits in Runde eins gegen den Ukrainer Julian Boiko gefordert und gewann mit 10:0, darunter acht Breaks über 50. In Runde zwei traf er auf den erfahrenen Anthony Hamilton und verlor mit 7:10. Alex spielte zwar deutlich mehr hohe Breaks, aber Hamilton genügte ein Sprint von 5:5 auf 9:5, um das Match entscheidend auf seine Seite zu ziehen. 

 

Neue Chance für Martin Gould

Jimmy White rückte kampflos in Runde zwei vor und unterlag dort dem 19-jährigen Liu Hongyu mit 3:10. Jimmys Erstrunden-Gegner Martin Gould, der German-Masters-Champion von 2016, musste wegen chronischer Rückenschmerzen alle Turniere der zweiten Saisonhälfte absagen und hätte somit als 81. der Rangliste nach 17 Jahren seine Tour-Lizenz verloren. Auf Initiative der WPBSA behält er seinen Main-Tour-Platz jedoch für weitere zwölf Monate. Gute Besserung, Martin!  

 

Adieu, Fergal O'Brien

Wohl endgültig Abschied nahm Irlands Fergal O'Brien mit der 8:10-Niederlage gegen den Ägypter Mostafa Dorgham. Der Trainingspartner von Shaun Murphy war 33 Jahre lang ununterbrochen Profi. Er schaffte es in der Millenniums-Saison auf Platz 9. Seine größten Erfolge waren der Titel bei den British Open 1999 (9:7 gegen Anthony Hamilton) und das Masters-Finale 2001 (9:10 gegen Paul Hunter). Zuletzt war Fergal 108. des Rankings. 

Früh ausgeschieden sind auch der elegante Speed-Breakbuilder Thepchaiya Un-Nooh sowie die beiden früheren WM-Halbfinalisten Marco Fu und Anthony McGill.. Der Thailänder unterlag gegen Veteran Mark Davis 8:10, der Mann aus Hongkong 4:10 gegen Hossein Vafaei und der Schotte 5:10 gegen Main-Tour-Rookie He Guonqian, der im Laufe seiner ersten Saison bereits eine ganze Reihe etablierter Spieler schlagen konnte, darunter Mark Williams, Kyren Wilson, Hossein Vafaei und Barry Hawkins. 

 

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Matthias Breusch

* verfolgt das schönste Spiel der Welt seit 1992 * bastelt unverdrossen an seinem ersten half century *  

* Liebhaber virtuoser musikalischer Handarbeiten * Übersetzer von automobilen Traumwelten für Octane * Redakteur von Rock Hard, Metal Hammer, RevierSport und rocks * Headliner und Kolumnist für guitar, drumheads, guitar dreams und guitar acoustic * Kurator des Stilblüten-Menüs Hammermusik für Behämmerte *  

Website & mehr: Snooker-Geschichten (satz-ball.de)

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