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Matthias Breusch

Matthias Breusch

* verfolgt das schönste Spiel der Welt seit 1992 * bastelt unverdrossen an seinem ersten half century *  

* Liebhaber virtuoser musikalischer Handarbeiten * Übersetzer von automobilen Traumwelten für Octane * Redakteur von Rock Hard, Metal Hammer, RevierSport und rocks * Headliner und Kolumnist für guitar, drumheads, guitar dreams und guitar acoustic * Kurator des Stilblüten-Menüs Hammermusik für Behämmerte *  

Website & mehr: Snooker-Geschichten (satz-ball.de)

Die härteste Prüfung des Jahres liegt hinter ihnen: Zwölf Finalsieger unter Hunderten europäischer und asisatischer Aspiranten haben es durch den Flaschenhals der Qualifikation geschafft und erhalten eine zwei Jahre gültige Lizenz für die Main Tour. Dem gegenüber stehen etliche ambitionierte Talente und Ex-Profis, die im Amateurlager verbleiben.


Im ersten Durchgang der europäischen Q School in Leicester konnten sich die Engländer Allan Taylor und Haydon Pinhey sowie Wang Yuchen (Hongkong) und Artemijs Zizins (Lettland) durchsetzen (siehe unseren Bericht), in der zweiten Runde schafften es der erst 20-jährige Pole Antoni Kowalski zum ersten Mal sowie die bereits Main-Tour-erfahrenen Briten Farakh Ajaib, Mitchell Mann und Chris Totten.

Ronnie und Judd sind gefordert

Kowalskis Weg ging über James Cahill in einem knackigen Achtelfinale, das auf Schwarz entschieden wurde. Zuvor hatte er Event 4 der Q Tour gewonnen und das Halbfinale der Q Tour Play-offs im März erreicht. "Die letzten vier Jahre waren schwierig", sagte er nach seinem 4:1 über den Engländer Simon Blackwell, das er mit drei Breaks über 50 dominierte. "Nun hat endlich alles gepasst. Jetzt hoffe ich auf Treffen gegen Ronnie O'Sullivan oder Judd Trump am TV-Tisch - und darauf, sie zu besiegen ..."

Mister Gadget is back

Prominentester Rückkehrer dürfte Sunny Akani alias Akani Songsermsawad sein, der 2022 seinen Status als etablierter Hoffnungsträger wegen gesundheitlicher Probleme verlor, unter anderem durch Long Covid. Der 28-jährige Thailänder, wegen seiner phantasievollen Art, das lange Besteck einzusetzen, 2016 von Jimmy White "Mister Gadget" getauft, musste in Bangkok sechs Matches gewinnen. Nach dem 4:2 gegen Ali Gharagozlou war er froh, das Comeback des Iraners nach 3:0-Führung mit letzter Kraft abgewehrt zu haben: "Ich war zum Schluss vollkommen ausgepumpt."

China geht leer aus

Zu den drei weiteren erfolgreichen Qualifikanten der Asien/Ozeaniengruppe gehören überraschend keine chinesischen Spieler, aber auch keine weiteren Nachwuchskräfte der starken thailändischen Fraktion. Jeweils ein Platz geht an Indien (Kreishh Gurbaxani hatte sich längere Zeit in England mit seinem Mentor Nigel Bond vorbereitet), Pakistan (Haris Nasir - "Ich bin sprachlos. Der Druck war irrsinnig hoch.") und Malaysia: Lim Kok Leong ist neben Rory Thor bereits der zweite Spieler aus dem südostasiatischen Land. Er schlug Ex-Profi Gao Yang aus China im Decider mit 4:3.

Nie mehr Q School ...

Der 33-jährige gelernte Metzger Ajaib, der die Tour 2023 verlassen musste, sagte nach seinem 4:1-Sieg über den höchst unglücklichen 18-jährigen Ukrainer Iulian Boiko, der innerhalb von zwölf Monaten drei Q-School-Finalspiele verlor: "Damit habe ich nicht gerechnet. Ich hatte mich gar nicht groß vorbereitet, bin einfach hingefahren, um zu schauen, was geht, und die richtigen Stöße zu spielen. Die Q School ist extrem hart. Das möchte ich nie mehr mitmachen."

Zehn Matches für Chris Totten

Mitchell Mann wiederum, der 2016 das Crucible erreichte und 2017 im Halbfinale des Paul Hunter Classic stand, hatte sein Queue nach acht Jahren als Profi kurzzeitig schon an den berühmten Nagel gehängt: "Ich war kurz davor, mir einen Job zu suchen, als mir klar wurde, wie gut ich es als Spieler auf der Tour hatte."
Chris Totten, erstmals 2017 als Profi notiert, unterlag im Finale von Runde eins gegen Allan Taylor und hatte dennoch die Power, erneut fünf Matches durchzustehen, um am Ende sein Main-Tour-Ticket zu erringen.

Maximale Enttäuschung

An der Spitze jener, die stark enttäuscht sein dürften, liegen neben Julian Boiko der Deutsche Umut Dikme und der Österreicher Florian Nüßle (siehe unseren Bericht). Hinzu kommt ein großes Feld namhafter Cracks wie Liam Highfield, Mark Joyce, Craig Steadman, Barry Pinches, Gao Yang, Peter Lines, Andres Petrov, James Cahill, Luo Honghao, Anton Kazakov, Peng Yisong, Rory McLeoad, Billy Castle, Brandon Sargeant, Brian Ochoiski, Peter Devlin, Oliver Brown, Andy Hicks und last but not least das 69-jährige Sexsymbol des Snooker der 1980er, Tony Knowles.

Die parallel zu den Profi-Events laufende Q Tour dürfte demnach im Laufe der Saison noch stärker in den Fokus rücken als bei ihrer ersten Austragung  im Vorjahr. Konkurrenzfähige Nachrücker für freie Plätze bei den Ranking-Turnieren sind dank der hohen Standards praktisch garantiert. Das Spiel wird profitieren.  

Eine lange Saison mit vielen erfolgreichen Matches ist vorbei. Für Umut Dikme hat es dennoch nicht ganz gereicht. Nach seinem Sieg bei der Q Tour (Event 3) und dem knappen Ausgang des Q-Tour-Finalturniers in Sarajewo, wo er im Halbfinale stand, schaffte es der professionell aufgestellte 23-jährige Ludwigsburger in beiden Runden der Q School 2024 unter die letzten 32.

Im Oktober 2023 sah es so aus, als könnte Umut der Einstieg in eine Profi-Laufbahn gelingen. Den Grundstein für sein starkes Allroundspiel hatte er seit 2022 mit professionellem Training auf der Insel gelegt, unter anderem in Sessions mit erfahrenen Partnern wie Hammad Miah, Anthony Hamilton and Alfie Burden im Londoner Whetstone Snooker Club.

Nummer vier im Q-Tour-Ranking

Nach seinem Sieg beim dritten Q-Tour-Event an den Tischen der TSG Heilbronn - der ersten Austragung einer solchen Veranstaltung in Deutschland überhaupt - war er automatisch für das globale Q-Tour-Play-off im März 2024 in Bosnien qualifiziert. Sein Ziel seinerzeit: die Tourlizenz als Nummer eins zu erreichen. Dies gelang am Ende Veteran Michael Holt mit drei Turniererfolgen.

Zusätzliche Punkte holte Umut im siebten Turnier der Serie als Finalist gegen Peter Lines, was ihn in einer stark besetzten Konkurrenz mit fast 250 Aspiranten als Nummer vier der Rangliste nach Sarajewo fahren ließ, wo drei weitere Main-Tour-Tickets vergeben wurden. Dort schrammte er mit 5:6 gegen den Ägypter Mohammed Shebab denkbar knapp am Finale vorbei.

Das Härteste zum Schluss

Nun musste Umut doch noch zur härtesten Prüfung der Saison antreten, der europäischen Q School mit je 128 Teilnehmern in zwei Hauptrunden – und einem Startgeld von 1.000 britischen Pfund. Runde eins war nach Oliver Sykes (4:2) und Josh Mulholland (4:0) im Spiel gegen Simon Blackwell (1:4) beendet. Auch im starken Feld von Runde zwei gelangen ihm zwei Siege, ein 4:1 gegen Labeeb Ahmed und ein 4:3 gegen Danny Brindle. bevor er mit einem 3:4 gegen Ex-Profi Steven Hallworth seine Kampagne für diese Saison abschloss.

Respektable Resultate

Mit dem langjährig erfolgreichen Poolbillard-Crack Manuel Ederer hatte ein zweiter deutscher Spieler für die Q School gemeldet – und respektable Resultate erreicht. In Runde eins verlor der 31-jährige Bayer im Decider mit 3:4 gegen Ruhr-Open-Legende Rory McLeod, in Runde zwei gewann er glatt 4:0 gegen den 44-jährigen ehemaligen Main-Tour-Spieler Luke Simmonds sowie mit 4:3 gegen Wayne Townsend. Sein letztes Match bestritt er gegen Connor Benzey (2:4).  

Mit Crowdfunding ins Halbfinale

Auch für einen weiteren deutschsprachigen Spieler, immerhin auf Platz 19 der Q Tour notiert, hatte die Saison 2023/24 kein Happy End: der hoch talentierte Florian Nüssle aus Salzburg, U21-Weltmeister 2021, stand bereits 2022 kurz vor der Profitour. Er erreichte seinerzeit gleich zwei Q-School-Halbfinalspiele. Diesmal wurde er gar von einer deutschen Crowdfunding-Kampagne unterstützt, um das üppige Startgeld aufzubringen. Er erreichte mit drei Siegen die Ebene der Semi-Finals, führte gegen Kayden Brierley mit 3:2 und verlor am Ende im Decider. Ebenfalls mit 3:4 unterlag er gegen den letztjährigen WM-Teilnehmer Mark Joyce in der Hoffnungsrunde.   

Mittwoch, 29 Mai 2024 07:48

Main Tour 24/25 ohne Lukas Kleckers

In der Q School 2022 sicherte sich Lukas Kleckers im Decider des allerletzten Matchs der Veranstaltung gegen Ross Muir sein Ticket für zwei weitere Jahre auf der Main Tour. Diesmal hat er sich gegen die Teilnahme entschieden und wird daher in der Saison 2024/25 nicht bei den Profis antreten. Dennoch schaut er positiv gestimmt nach vorne.

Für Außenstegende mag die Entscheidung überraschend gekommen sein, die letzte Chance auf einen Verbleib auf der Profi-Tour nicht zu nutzen, aber für den Essener stand sie bereits länger im Raum:

„Ich hatte schon 2022 überlegt, auf die Q School zu verzichten, und habe mich erst zehn Minuten vor Anmeldeschluss tatsächlich zur Teilnahme entschieden. Diesmal hatte ich schon Monate vorher beschlossen, die Q School nicht zu spielen, wenn ich es nicht schaffen sollte, mich in der regulären Saison zu qualifizieren. Mit der Niederlage gegen Chris Wakelin in der WM-Qualifikation war klar, dass es nicht reichen würde.“

Waren letztlich die World Open im Frühjahr 2024 der Knackpunkt? Nach der starken Qualifikation mit 5:2 gegen Jack Lisowski verlor er vor Ort im Decider nach deutlicher Führung noch mit 4:5 gegen Dominic Dale. Ist man einer harten Konkurrenz wie der Main Tour letztlich immer auf solch ein Szenario vorbereitet?

„Nein, für mich war es eine schöne Abwechslung, überhaupt nach China gehen zu können. Auf der Tour spielst du permanent gegen die Besten der Welt, da musst du immer damit rechnen, ein Spiel nicht gewinnen zu können. Sich überhaupt für eine Hauptrunde zu qualifizieren, ist schon wunderbar, weil Du ja normalerweise nur Qualifiers spielst. Da kommst du in ein Leisure Centre, meistens eine Art Sporthalle, da stehen dann zwei Tische und vier Stühle, und das war dann auch schon der ganze Zauber.“

Das Ende seiner Ambitionen sieht er noch lange nicht gekommen. Die bisher erreichten sechs Profi-Jahre sollen nicht die letzten gewesen sein, zumal sein größter Erfolg mit dem Erreichen des Viertelfinals beim WST Classic 2023 noch nicht allzu lange zurückliegt.  Mit der Q Tour während der Saison und der Q School 2025 stehen mittlerweile gleich zwei Wege zur Verfügung, um den Wiederaufstieg zu schaffen. Viele Spieler sind einen ähnlichen Weg vor ihm gegangen, selbst spätere Top-16-Asse wie David Gilbert oder Gary Wilson. Das Spiel, das er seit seinem zehnten Lebensjahr betreibt, habe ja nicht aufgehört, Spaß zu machen. Spielpraxis wird er in der Bundesliga gewinnen, die bisherige Trainings-Intensität im Rahmen seines Maschinenbaustudiums allerdings nicht ganz aufrecht erhalten können.

„Ja, das lief bislang praktisch hauptberuflich. An sechs Tagen pro Woche fünf bis sechs Stunden täglich. Irgendwann hatte ich den Punkt erreicht, an dem ich mit meinem Spiel glücklich war und zu viel Training eher kontraproduktiv gewesen wäre. Aber selbst dann waren es noch fünf Tage pro Woche mit bis zu fünf Stunden.“

Ein Aspekt der letzten Jahre, wenn auch für Lukas kein entscheidender, war das fehlende breite Sponsoring in Deutschland. Trotz des Crowdfundings mit Unterstützung von Rolf Kalb via Eurosport und vereinzelter Sponsoren bleibt Snooker für einen Vollprofi eine teure Sportart, vor allem aufgrund der hohen Reisekosten. Ali Carters Statement, 90 Prozent der Profis seien finanziell permanent abgebrannt, kann er dennoch „weder bestätigen noch nachvollziehen. Wenn du nicht gerade darauf bestehst, per Business Class zu fliegen, kommt man mit den Preisgeldern schon zurecht. Da reicht ein Sieg in der ersten Runde, und du weißt, dass damit zumindest deine Unkosten abgedeckt sind. Gut, wenn du eine Familie über die Runden bringen musst, sieht das sicher anders aus …“

Die totale Kontrolle durch den Vertrag mit World Snooker war da schon ein ganz anderes Thema …

„Probleme gab es vor allem mit Streamings, die nicht von World Snooker kontrolliert werden. Man musste es immer anmelden, aber das hat die gar nicht näher interessiert. Man bekam halt die Auflage, bei solchen Matches nicht antreten zu dürfen, auch wenn es nur ein Hausturnier in Essen war, das von maximal fünf Leuten online angeschaut wurde.“ 

Ein besonderer Moment in der öffentlichen Wahrnehmung von Lukas kam 2014, als der Rookie von Ronnie O’Sullivan am Rande des Paul Hunter Classic in Fürth für Eurosport interviewt wurde. Ein freundschaftliches Verhältnis mit dem Rekordmann entstand dadurch jedoch nicht, wie sich am Rande des Matchs gegen O'Sullivan bei den Northern Ireland Open 2017 zeigte. Lukas spielte gleich im ersten Frame eine Total Clearance mit 137 Punkten, unterlag am Ende mit 2:4, und Ronnie wirkte ihm gegenüber mehr als kühl. War er da ganz „business“?

„Ehrlich gesagt ist er bei mir seit diesem Tag ein bisschen unten durch. Er ist halt sehr launisch, aber ein Statement von ihm hat mich doch beschäftigt, weil er schon vor dem Match meinte, ich sei kein Spieler, der mehr drauf hätte, als 30er- oder 40er-Breaks zu spielen. Das ist natürlich schon heftig, denn natürlich gibt es unter den 128 Profis keinen Einzigen, der es nur mit 40er-Serien auf die Main Tour geschafft hätte.“

Ein völlig anderes Bild ergab sich nach seinem 4:0-Sieg gegen Mark Selby. Das reine Resultat fand Lukas prinzipiell gar nicht so außergewöhnlich:

„Jeder Profi ist in der Lage, vier Frame-entscheidende Breaks hintereinander spielen zu können. Mark hat mich übrigens einige Zeit später, als wir zusammen auf Exhibition-Tour waren, selbst darauf angesprochen: 'Weißt du noch, wie du mich damals abgeschossen hast?' Ich schätze ihn sehr, weil er immer ein witziger, aber auch bodenständiger Typ ist.“

Freitag, 19 April 2024 11:37

Snooker-Weltmeister 2024: Kyren Wilson

Das schönste Spiel der Welt kannst du in der ersten Session nicht gewinnen. Aber du kannst es verlieren. Das 0:7 zum Start des WM-Finales war für Jak Jones nicht mehr aufzuholen. Dennoch hat er sich mit 14 gewonnenen Frames als würdiger Finalist erwiesen. Kyren Wilson ist ein verdienter Champion. Er war besser vorbereitet und in Form als alle anderen Spieler in der Weltspitze. 

 

Schlüsselmomente

Jaks Halbfinale gegen Stuart Bingham dauerte über fünf Stunden länger als das Break-Feuerwerk von Kyren Wilson und Dave Gilbert. Für Kyren war dies bereits vor dem Endspiel der Schlüssel zum Sieg gegen seinen zeitweiligen Trainingspartner: "Ich war nach meinem Halbfinale gegen Anthony McGill 2019 völlig erschöpft und hatte nicht mehr genug Reserven für das Match gegen Ronnie. Ich habe geahnt, dass es Jak ähnlich gehen würde, also wusste ich, dass ich alles in die erste Session packen musste, um möglichst weit vorne zu liegen."

 

Eine Woche ohne Queue

Ein größerer Kontrast zu 2023 ist kaum denkbar. Luca Brecel holte im letzten Jahr den Titel mit zirkusreifer, spontaner Genialität. Hinter dem ersten Triple-Crown-Erfolg von Kyren Wilson und seinem Team steckt hingegen langjährige disziplinierte und methodische Arbeit. Alles war auf den Moment ausgerichtet, diesen Titel im richtigen Moment holen zu können. Nach seiner eher durchwachsenen Saison und schweren gesundheitlichen Sorgen in der Familie hatte Kyren seine Vorbereitung auf Sheffield dosiert. Er fuhr eine Woche nach Portugal und hatte "keine einzige Minute einen Queue in der Hand". Zusätzlich konzentrierte er sich auf unterstützende Maßnahmen wie eine Schlaftherapie. Meisterstück war der 13:8-Sieg im Viertelfinale gegen John Higgins. 2023 verlor er im Achtelfinale gegen den Schotten mit 2:13. Nach der Revanche sagte er: "Die vernichtende Niederlage aus dem letzten Jahr musste ich beiseite schieben."

 

Einfach gewinnen

 Die größte Crucible-Sensation seit dem Titelgewinn von Shaun Murphy 2005 bleibt dennoch der Run von Jak Jones ins Endspiel. Shaun gelangte seinerzeit als Nummer 48 der Welt ins Finale, Jak Jones als Nummer 44. Mit seinen 200.000 Geldranglistenpunkten rückt er auf Platz 14 vor. Er ist nur ein Beispiel dafür, wie viel Klasse auch die etwas weiter hinten platzierten Spieler aufs Tuch zu bringen verstehen. 

Jaks Analyse nach dem Bingham-Match war ebenso unaufgeregt wie seine Performance: "Die Tour ist nicht einfach. Es gibt sehr viele gute Spieler. Ich habe in der gesamten Saison kein Viertelfinale erreicht und kam entsprechend ohne große Zuversicht hierher." Er habe "nicht einmal gut gespielt. Ich gewinne einfach. Mein Scoring ist nicht außergewöhnlich, mit 60er- oder 70er-Breaks."

Trotz des hohen Rückstands und so mancher verschenkter Chancen steigerte er sich im Finale und spielte gleich mehrere blitzsauber herausgespielte Centuries. Die Vorwürfe der Ex-Weltmeister Judd Trump und Stuart Bingham, Jak habe ihr Spiel durch sein Matchplay zerstört, sind nicht nachzuvollziehen. Wer im Marathon-Format am Ende vorne liegt, ohne einen Decider zu benötigen, hat es sich schlicht verdient. 

 

Chinas Alptraum

Der Waliser mit dem ausgeglichenen Temperament entwickelte sich vor dem Rauswurf der Nummer zwei zum Alptraum der chinesischen Spielerfraktion. Nach den höher eingestuften Zhou Yuelong in der Qualifikation (4:10) und Zhang Anda in Runde eins (4:10) zerschellte auch die Spielkunst von Wunderkind Si Jiahui mit 9:13 an dem 30-Jährigen, der seit seinem 16. Lebensjahr Profi ist. Vorentscheidend war bereits die erste Session, in der Jak vier Frames auf Schwarz holte.

 

Kein Spaß, kein Spiel

Stuart Bingham hatte im entscheidenden Moment "nichts mehr im Tank". Als er 2015 Weltmeister wurde, kam er selbst als Underdog, mit einer klaren Philosophie: "Ich hatte einfach Spaß am Spiel. Wenn du einmal im one table set-up angekommen bist und das nicht genießen kannst, hast du hier nichts verloren." Diesmal fehlte dem begnadeten Breakbuilder das Momentum "über das gesamte Match hinweg. Ich habe locker acht Frames total verschenkt, serienweise Schwarze vom Punkt verschossen. Es sollte einfach nicht sein."

 

Freude, schöner Götterfunken

Ronnie O'Sullivan war trotz der 10:13-Viertelfinal-Niederlage nach 8:6-Führung gegen Bingham mit sich im Reinen. Der mögliche achte Titel in Sheffield bleibt Zukunftsmusik. "Es gibt kein gottgegebenes Recht auf Siege. Meine oberste Priorität ist, Freude am Spiel zu haben. Zum ersten Mal seit zwei Jahren wollte ich wirklich spielen, mein Queue auspacken und das Klicken der Bälle hören. Das hat nichts mit Titeln zu tun. Du kannst nicht alles gewinnen."  

 

Zehnmal zehn Riesen

Gleich zu Beginn des Marathon-Spektakels von Sheffield hatte der "Fluch des Crucible" zugeschlagen: Zum 19. Mal konnte ein Premieren-Sieger seinen Titel nicht verteidigen, zum sechsten Mal war direkt der Auftakt Endstation. Luca Brecel gab gegen "Angry Farmer" David Gilbert eine 7:3- und 9:6-Führung aus der Hand. "Ehrlich gesagt bin ich froh, dass die Saison vorbei ist", sagte er lächelnd nach dem Match, gesundheitlich offensichtlich angeschlagen. Für 19 Frames an einem Tag reichten seine Energiereserven nicht. "In der zweiten Session war ich müde, auch die Pillen haben nicht viel bewirkt. David hat es verdient. Sein Break im Decider war wunderbar." 

Gilbert, der ein schwieriges Jahr hinter sich hat und kurz davor stand, gar nicht erst zur Qualifikation anzutreten, war erleichtert: "Mein Spiel war lange Zeit praktisch nicht vorhanden. Ich muß mich bei Andy Lee bedanken. Wir haben drei, vier Wochen lang hart trainiert, sind jeden Tag ins Gym, haben auf unsere Ernährung geachtet, die Qualifikation war eine große Aufgabe, und Luca geschlagen zu haben, ist natürlich phantastisch." 

Nach den beiden deutlichen Siegen mit 13:4 gegen Rob Milkins und mit 13:8 gegen Stephen Maguire betonte Dave ein weiteres Mal seinen Tribut an den Mann aus Hongkong: "Andy Lee hat mir das Leben gerettet. Ich war schon froh, die zehn Riesen aus der Qualifikation gewonnen zu haben."  Dank seines zweiten Halfinaleinzugs nach 2019 bringt er nun das Zehnfache davon nach Hause. Sein Ziel für die neue Saison formulierte er sofort nach dem Semifinale: die baldige Rückkehr in die Top 16.

  

Mark Allen ist die neue Nummer eins

Mark Allen fehlte bei 62-0 im Decider des Achtelfinals nur eine Rote zum Einzug ins Viertelfinale, als John Higgins eine Clearance produzierte, die er als "die beste meiner Karriere" bezeichnete. Mark Allens Ziel, die Triple Crown zu komplettieren, ist um ein weiteres Jahr verschoben: "Ich habe das Match nicht im letzten Frame verloren, sondern weit vorher. Ich hatte alle Chancen, 13:7 zu gewinnen."

Trotz seiner Niederlage wird Players-Champion Allen als konstantester Spieler der letzten beiden Jahre erstmals als Nummer eins der Weltrangliste geführt werden, da die beiden aktuellen Saison-Könige Ronnie O'Sullivan und Judd Trump ihre Punkte von 2022 aus dem Finale gegeneinander verlieren. Mark ist der zwölfte Spieler der modernen Ära, der den Gipfel erreichte, nach Ray Reardon, Cliff Thorburn, Steve Davis, Stephen Hendry, John Higgins, Mark Williams, Ronnie O'Sullivan, Neil Robertson, Mark Selby, Ding Junhui und Judd Trump.

 

Es geht ums Geschäft

Die Diskussionen um die Zukunft des Crucible gehörzen zu den Hauptthemen der ersten Turnierwoche. 2027 läuft der Nutzungsvertrag aus. Traditionalisten und Nostalgiker werden sich wohl von der Atmosphäre des Theaters verabschieden müssen, geht es nach Barry Hearn, der nach wie vor die Strippen bei der World Snooker Tour zieht und von den Verantwortlichen der Stadt Sheffield den Bau einer neuen Halle mit 3.000 Sitzplätzen verlangt (derzeitige Kapazität: 980).

Im Interview mit der BBC sagte Hearn: "Ich bin es leid, ständig Leute aus aller Welt abwimmeln zu müssen, die Tickets haben wollen. Wir haben jetzt bereits wieder praktisch alle Plätze für 2025 verkauft. Es geht im Profisport nun mal ums Geschäft. Wir leben in einer Welt, in der es letztlich ausschließlich um Geld geht, um nichts anderes. Auch für die Spieler ist das so. 2014 haben wir ihnen 3,5 Millionen Pfund Preisgeld für die Main Tour geboten. Jetzt sind wir bei über 20 Millionen. Ich kann mir auch vorstellen, dass die WM auf Reisen geht und mal bei uns, mal in China oder in Saudi-Arabien stattfindet." 

Eine erste Reaktion auf Hearns Äußerungen stammt von Ex-Weltmeister Ken Doherty, Analyst in Diensten der BBC, im Interview mit sportsboom.com: "Die Weltmeisterschaft an den Meistbietenden zu verkaufen, ist für mich undenkbar. Barry hat genug Geld. Ob er noch mal fünf oder zehn Millionen extra auf dem Konto hat, ist doch egal. Für die WM wäre das ein harter Einschnitt. Ich mag Barry. Er hat einen tollen Job gemacht. Aber die WM sollte er nicht verkaufen."

 

Spielplatz für Rebellen

Konkretere Problemzonen tun sich für Barry Hearn aber an ganz anderer Stelle auf. Offenbar ist Judd Trump bereits vor Monaten konkret darauf angesprochen worden, ob er als Zugpferd einer alternativen Profitour zur Verfügung stehen würde. Er hat dies entschieden abgelehnt. "Für Leute wie Mark Williams oder John Higgins, die am Ende ihrer Laufbahn stehen, ist das okay. Aber ich bin erst 34. Ich nicht bereit, meine besten Jahre auf Exhibitions zu verschwenden." Weit mehr als Geldkoffer reizen ihn Titel und Pokale, die sogenannte silverware. Und derlei Tradition hat niemand zu bieten, egal wie hoch die finanziellen Anreize ausfallen.

Für den Fall, dass Investoren tatsächlich erreichen sollten, die Monopolstellung der World Snooker Tour aufzuweichen, wie es etwa im Profigolf durch die saudi-arabische LIV Tour bereits Realität geworden ist, forderte Shaun Murphy als Spielervertreter im Vorstand der WPBSA den Ausschluss potenzieller Rebellen von den Triple-Crown-Turnieren, denn im Spielerkreis kursieren bereits konkrete Zahlen und Angebote. "Mich hat bislang niemand angerufen. Angeblich haben manche Spieler bereits unverbindliche Absichtserklärungen unterschrieben. Es freut mich, dass Judd sich so eindeutig zu unseren Farben bekennt."

Laut Murphy gebe es letztlich nur eine Entscheidung: "Entweder du spielst die WST mit den Majors der Triple Crown samt der damit verbunden Geschichte und dem Prestige, oder du spielst auf einer neuen Tour mit unbekannten Finanziers und Leuten, die wir nicht kennen." Niemand wisse, "wie lange aus diesem Hahn Geld strömt".  

 

2025 ohne Mark Williams?

Sämtliche Erwartungen erfüllen konnte das heimliche Highlight der ersten Runde zwischen Mark Williams und Si Jiahui. Es hatte keinen Verlierer verdient. Der 21-jährige Si bestätigte sein Star-Potenzial und ging im Stil eines erfahrenen Champions über die Ziellinie, nachdem Mark mit teils spektakulären Bällen einen 7:9-Rückstand aufgeholt hatte.

Williams deutete nach dem Spiel seinen Rücktritt von der Main Tour an: "Ich habe jede einzelne Minute genossen. Ich werde die Atmosphäre im Crucible vermissen." Schon vor seinem überragenden Triumph bei der Tour Championship, als er die Nummern eins, zwei und drei der Welt förmlich deklassierte, hatte er klargestellt, in Zukunft Snooker-Exhibitions und Chinese 8-Ball den Vorrang einzuräumen. 

  

Methode Luca

Jack Lisowski und Ding Junhui zauberten in Runde eins eine schwer unterhaltsame Masterclass auf den Tisch. Ding glich mit einer 131 zum 9:9 aus, aber Jack demonstrierte in einem traumhaft sicheren Decider mit exzellentem Stellungsspiel seine ganze Klasse und entzückte sämtliche Ex-Champs auf den Kommentatorensesseln. "Ich habe vier Monate lang nicht trainiert und nur noch Matches gespielt", erklärte er sein Abrutschen aus den Top16. "Ich habe diesen Abstand einfach gebraucht. Erst kurz vor dem WM bin ich wieder ins Training eingestiegen." Für mehr als das Achtelfinale reichte die "Methode Luca" dennoch nicht ... 

 

Mark Selby erneuert Rücktrittsgedanken

Lucas Finalgegner von 2023, Mark Selby, verlor gegen seinen Freund und Trainingspartner Joe O'Connor in der ersten Runde mit 6:10. Im Interview mit der BBC bestätigte er seine Aussage nach der Tour Championship, er denke ernsthaft darüber nach, zurückzutreten. "Ich werde im Sommer zusammen mit meiner Frau entscheiden, ob es für mich weitergeht. Wenn, dann werde ich Hilfe benötigen, um wieder Freude am Spiel haben zu können." Der vierfache Weltmeister hatte 2022 erklärt, er nehme wegen schwerer Depressionen psychologische Hilfe in Anspruch. 2023 war bekannt geworden, dass Vikki Selby an Krebs erkrankt ist. Sie soll mittlerweile genesen sein.

  

Resultate, erste Runde:

Luca Brecel - David Gilbert 9:10
Robert Milkins - Pang Junxu 10:9
Ali Carter - Stephen Maguire 7:10
Shaun Murphy - Lyu Haotian 10:5
Mark Selby - Joe O'Connor 6:10
Kyren Wilson - Dominic Dale 10:1
John Higgins - Jamie Jones 10:6
Mark Allen - Robbie Williams 10:6
Judd Trump - Hossein Vafaei 10:5
Tom Ford - Ricky Walden 10:6
Zhang Anda - Jak Jones 4:10
Mark Williams - Si Jiahui 9:10
Ding Junhui - Jack Lisowski 9:10
Gary Wilson - Stuart Bingham 6:10
Barry Hawkins - Ryan Day 8:10
Ronnie O'Sullivan - Jackson Page 10:1

 

Achtelfinale

David Gilbert - Robert Milkins 13:4

Judd Trump - Tom Ford 13:7

Jak Jones - Si Jiahui 13:9

Stephen Maguire - Shaun Murphy 13:9

Joe O'Connor - Kyren Wilson 6:13

Jack Lisowski - Stuart Bingham 11:13

John Higgins - Mark Allen 13:12

Ryan Day - Ronnie O'Sullivan 7:13

 

Viertelfinale

David Gilbert - Stephen Maguire 13:8

Judd Trump - Jak Jones 9:13

Ronnie O'Sullivan - Stuart Bingham 10:13

Kyren Wilson - John Higgins 13:8

 

Halbfinale 

David Gilbert - Kyren Wilson 11:17

Jak Jones - Stuart Bingham 17:12

 

Finale

Kyren Wilson - Jak Jones 18:14

 
 

 

16 Thriller: die vierte Runde der Qualifikation 

Neil Robertson hat es nicht geschafft. Trotz 8:5-Führung unterlag er am Judgement Day dem Waliser Jamie Jones mit 9:10. Der Weltmeister von 2010 war erstmals seit 2004 nicht im Crucible Theatre vertreten. 

Hossein Vafaei - Jiang Jun 10:5 (Vafaei startete mit 0:3; Jiang Jun hatte zuvor drei Runden überstanden; von dem 18-Jährigen wird noch viel zu sehen sein. Vafaei pries ihn mit den Worten: "Ein unglaublicher Potter. Wenn du ihn am Lochen hindern willst, musst du den Spielball in die Hosentasche stecken.")

Cao Yupeng - Pang Junxu 8:10 (Pang sicherte sich seine zweite Endrunde in Folge trotz eines 6:8-Rückstands)

Jackson Page - Noppon Saengkam 10:9 (Jackson spielte im Decider ein Century mit 107 Punkten; Noppon bleibt immerin ein Trostpreis: Für seine 147 in Runde drei gegen Andy Hicks erhält er die Sonderprämie von 10.000 Pfund)

Si Jiahui - Wu Jize 10:4 (der Sensations-Halbfinalist des letzten Jahres lag gegen den furios startenden Wu 0:4 hinten, bevor er zehn Frames in Folge holte, darunter drei Centuries)

Xiao Guodong - Dave Gilbert 6:10 (der WM-Halbfinalist von 2019 konnte sich zum zehnten Mal fürs Crucible qualifizieren)

Scott Donaldson - Ryan Day 9:10 (Scott hatte zwischenzeitlich ein 2:7 zum 7:7 ausgeglichen)

Jack Lisowski - Matthew Stevens 10:3 (erst im Frühjahr fiel Jack aus den Top 16 heraus; in seinen beiden Qualifikationsmatches spielte er sechs Centuries)

Ricky Walden - Mark Davis 10:9 (Ricky lag während des gesamten Matchs nicht einmal in Führung - bis zum Decider ...)

Dominic Dale - He Guoqiang 10:8 (der Spaceman qualifizierte sich zum ersten Mal seit zehn Jahren fürs Crucible - mit 52 ...)

Zhou Yuelong - Jak Jones 4:10 (der Viertelfinalist des Vorjahrs schlug erneut einen favorisierten Gegner)

Stephen Maguire - Yuan Sijun 10:6 (der Schotte sicherte sich seine 20. Endrunde mit konstant starkem Spiel und drei Centuries)

Louis Heathcote - Stuart Bingham 8:10 (Louis verschoss in Frame 15 beim Stand von 8:7 den finalen rosa Ball und fand nicht mehr ins Match zurück)

Robbie Williams - Chris Wakelin 10:9 (Robbie lag 8:9 zurück und holte sich das Match in exzellenter Manier) 

Lyu Haotian - Jenson Kendrick 10:7 (Kendrick spielte eine bärenstarke Qualifikationsrunde mit drei Siegen gegen Jordan Brown, Ben Woollaston und Weltmeisterin Bay Yulu. Um seine Tourlizenz zu halten, hätte er das Crucible erreichen müssen; Lyu qualifizierte sich mit souveränem Matchplay zum vierten Mal für Sheffield)

 

Sheffield ohne Lukas und Alex

Auch unser deutscher Profi Lukas Kleckers hatte die Chance, sich für die WM-Hauptrunde im Crucible Theatre zu qualifizieren. In Runde zwei besiegte er Allen Taylor, Nummer 84 der Weltrangliste, im Decider auf Schwarz mit 10:9.

An seinem nächsten Gegner Chris Wakelin kam er jedoch nicht vorbei. Er unterlag dem Shoot-Out-Champion von 2022, derzeit Nummer 20 der Welt, mit 5:10. 

Alexander Ursenbacher aus Basel war bereits in Runde eins gegen den Ukrainer Julian Boiko gefordert und gewann mit 10:0, darunter acht Breaks über 50. In Runde zwei traf er auf den erfahrenen Anthony Hamilton und verlor mit 7:10. Alex spielte zwar deutlich mehr hohe Breaks, aber Hamilton genügte ein Sprint von 5:5 auf 9:5, um das Match entscheidend auf seine Seite zu ziehen. 

 

Neue Chance für Martin Gould

Jimmy White rückte kampflos in Runde zwei vor und unterlag dort dem 19-jährigen Liu Hongyu mit 3:10. Jimmys Erstrunden-Gegner Martin Gould, der German-Masters-Champion von 2016, musste wegen chronischer Rückenschmerzen alle Turniere der zweiten Saisonhälfte absagen und hätte somit als 81. der Rangliste nach 17 Jahren seine Tour-Lizenz verloren. Auf Initiative der WPBSA behält er seinen Main-Tour-Platz jedoch für weitere zwölf Monate. Gute Besserung, Martin!  

 

Adieu, Fergal O'Brien

Wohl endgültig Abschied nahm Irlands Fergal O'Brien mit der 8:10-Niederlage gegen den Ägypter Mostafa Dorgham. Der Trainingspartner von Shaun Murphy war 33 Jahre lang ununterbrochen Profi. Er schaffte es in der Millenniums-Saison auf Platz 9. Seine größten Erfolge waren der Titel bei den British Open 1999 (9:7 gegen Anthony Hamilton) und das Masters-Finale 2001 (9:10 gegen Paul Hunter). Zuletzt war Fergal 108. des Rankings. 

Früh ausgeschieden sind auch der elegante Speed-Breakbuilder Thepchaiya Un-Nooh sowie die beiden früheren WM-Halbfinalisten Marco Fu und Anthony McGill.. Der Thailänder unterlag gegen Veteran Mark Davis 8:10, der Mann aus Hongkong 4:10 gegen Hossein Vafaei und der Schotte 5:10 gegen Main-Tour-Rookie He Guonqian, der im Laufe seiner ersten Saison bereits eine ganze Reihe etablierter Spieler schlagen konnte, darunter Mark Williams, Kyren Wilson, Hossein Vafaei und Barry Hawkins. 

 

Die Klasse von '92 setzt weiterhin höchste Standards. Coolness-König Mark Williams spielte beim Treffen der Saisonbesten in Manchester ein grandioses Turnier mit vielen spektakulären Bällen, ähnlich wie bei seinem WM-Triumph 2018. Auf dem Weg zum Titel besiegte er die drei Führenden der Weltrangliste jeweils mit großem Abstand. Ronnie O'Sullivan schmückte das Finale mit vier Frames in 37 Minuten zum 5:3, darunter drei Centuries. Mark konterte die elegante Attacke in der Abendession mit sieben Frames in Serie.

Schon im Halbfinale dominierte Williams den Tisch. Mark Allen drohte beim Stand von 0:9 gar ein white wash. Der Nordire demonstrierte seine ganze Klasse und holte noch fünf Frames, "sonst hätte er bis an mein Lebensende jede Gelegenheit genutzt, mich an das 10:0 zu erinnern". In Frame 15 beendete Williams das Comeback dank einer mit respektablen Bällen gespickten Clearance zum 10:5. 

Der Triumph von Mark Williams ist auch deshalb erstaunlich, weil der Waliser in der Qualifikationsrunde gegen Tom Ford praktisch schon vor dem Aus stand. Tom verschoss beim Stand von 54:0 im Decider eine simple Rote und hinterließ ein schier unspielbares Bild auf dem Tisch, das Mark zur Verblüffung sämtlicher Experten mit einer zirkusreifen Clearance zum 10:9 verwandelte.

 

Verbotene Trainingsmethoden

Die passende Analyse lieferte sein Finalgegner schon vor dem Endspiel. Für O'Sullivan ist der direkte Vergleich von 33:10 Siegen längst irreführend. Williams sei "der beständigste Spieler der letzten fünf Jahre, seitdem er mit der Sight-Right-Methode arbeitet. Er hat einfach seit Jahren keinen schlechten Tag mehr gehabt. Natürlich verliert er auch Matches, wie wir alle. Aber in seiner Beständigkeit in den Bällen ist er einmalig. Der Klang, den seine Pomeranze produziert, wenn er den Ball spielt, ist unfassbar klar. Für mich ist er der denkbar talentierteste Spieler. Wenn er nur nicht so viel chillen und Golf spielen würde ... Er ist erst einen Tag vor Manchester aus China zurückgekommen, wo er eine Woche lang Pool gespielt hat - mit schweren Bällen und einem schweren Queue." Grinsend fügte er an: "So was sollte verboten werden ..."

 

Judd geht unter

Marks souveränes 10:4 gegen Judd Trump im Viertelfinale bedeutete einen herben Dämpfer für den ehrgeizigen Mann aus Bristol. Neben diversen verschossenen Bällen in aussichtsreichen Positionen (Alan McManus: "Sein schwächster Auftritt der gesamten Saison") erinnerte sein Spiel mehrfach an das Mantra des Fußball-Philosophen Kobra Wegmann: In der ersten Session hatte er kein Glück, und in der zweiten kam noch Pech hinzu.

Judd hatte nach seinem fünften Saisonsieg im chinesischen Yushan gegenüber dem Londoner Sportportal sportsboom.combetont, er wolle noch vor dem Start der WM in Sheffield die Nummer eins der Weltrangliste werden und Ronnie O'Sullivan auf der Spitzenposition ablösen. "Wenn du ein paar Plätze wegrutschst und auf Nummer vier oder was auch immer stehst, hat mir das noch nie gefallen", erklärte er . Das sei zwar "immer noch gut", aber letztlich zähle für ihn nur der Platz als Spitzenreiter.

Hartmann Allen 

Von den Kandidaten, die ihren ersten WM-Titel anstreben, scheint Mark Allen mental am stärksten zu sein. Er bleibt auf dem besten Weg, Mark Selby den Ruf abzujagen, der härteste Gegner im Profilager zu sein. Trotz des verheerenden 0:8 in der Nachmittags-Session gegen Mark Williams blieb er für 15 Minuten in der Halle, um geduldig Autogramme zu geben. Die Unterstützung für seine Aufholjagd am Abend war entsprechend herzlich.

Wenig Verständnis zeigte er jedoch für die Entscheidung der World Snooker Tour, das Ereignis auf zwölf Spieler aufzublähen: "Sie hätten bei acht Spielern und einem Tisch bleiben sollen. Damit ist ein wirklich gutes Turnier, das wir alle anstreben, verwässert worden."

 

Ronnie bleibt kühl

O'Sullivan hat zum ersten Mal in seiner langen Karriere den Platz an der Sonne zwei Jahre hintereinander verteidigt. Er fährt als Nummer eins nach Sheffield. Den heiß erwarteten Auftakt gegen Ali Carter vor ausverkauftem Haus gestaltete er geschäftsmäßig nüchtern und hochkonzentriert. Resultat: sein 19. Sieg im 20. Aufeinandertreffen. Die hitzigen Emotionen nach dem Masters-Finale der beiden ("Ali ist ein verdammter Alptraum"/"Ronnie rotzt den Teppich voll") waren kein Thema mehr: "Ich habe daraus gelernt", sagte er im Interview mit ITV. "Ich werde mich zu anderen Spielern und ihren Aussagen nicht mehr äußern."

Da ihn sein Perfektionismus so stark belastet hat, dass er die großen Erfolge dieser Saison kaum genießen konnte ("spieltechnisch war es kein gutes Jahr"), hat O'Sullivan erneut seinen langjährigen Psychologen Steve Peters in sein Coaching-Team geholt.

 

Gary beißt rein

Auch Ronnies Halbfinalgegner Gary Wilson, mittlerweile in den Top Ten angekommen, legt die Latte für sein Spiel himmelhoch: "Selbst bei den Turnieren, die ich gewonnen habe, gab es Phasen, wo mein Spiel im Keller war. Aber das hilft mir, weil ich mich dann erst recht reinbeiße. Wenn du die Deckung aufmachst und nur 99 statt 100 Prozent gibst, kann dich der kleinste Fehler das Match kosten."

 

Drei Frames in 33 Minuten

Das höchst unterhaltsame Match der beiden sorgte für Snooker der Spitzenklasse. Kommentator Dave Hendon nannte es auf ITV "einen Boxkampf an der Klippenkante". Ronnie drehte nach zwei starken Clearances von Gary zum 7:7 in bester Manier auf, holte die letzten drei Frames in nur 33 Minuten und zog mit einer unwiderstehlichen 129 über die Ziellinie.

"Ich schätze Gary sehr", sagte O'Sullivan auf ITV. "Wir sind gute Freunde geworden. Er ist ein ehrlicher Kerl, ein wunderbarer Typ, und es ist schön, dass er mittlerweile Turniere gewinnt. Er liebt das Spiel, und es frustriert ihn manchmal, ähnlich wie mich. Er denkt: Warum kann ich nicht öfter gut spielen? Jetzt lernt er, dass das nicht immer klappen kann. Du brauchst Geduld, um dir selbst eine Chance zu geben."

 

Wir waren nicht dabei

Nicht vertreten in Manchester war Weltmeister Luca Brecel auf Platz 37 des Jahres-Rankings, ebenso wie Titelverteidiger Shaun Murphy (22) und Vorjahresfinalist Kyren Wilson (19), der zweifache Tour-Champion von 2021 und 2022, Neil Robertson (36) sowie dessen Vorgänger Stephen Maguire (20).

Auch David Gilbert (28), Jack Lisowski (30), Xiao Guodong (31), Rob Milkins (35), Thepchaiya Un-Nooh (40), Stuart Bingham (57) oder Joe Perry (63) konnten in diesem Spieljahr nicht genügend Punkte sammeln. 

 

500.000 Pfund Preisgeld

Dotiert war das Elite-Turnier mit 500.000 britischen Pfund: 150.000 gab es für den Sieger, 60.000 für den Finalisten, 40.000 für das Erreichen des Halbfinales, 30.000 für das Viertelfinale, 20.000 für die Verlierer der Qualifikation und 10.000 für das höchste Break (eine 142 von Mark Allen).

 

Fast so laut wie London

Die Atmosphäre im ehemaligen Zentralbahnhof von Manchester hat bei den Spielern für Begeisterung gesorgt. Die Stimmung in den überwiegend ausverkauften Sessions erinnerte an das Londoner Masters, vor allem im One-table-setup ab dem Halbfinale. Ronnies Kommentar: "London ist richtig laut. Aber das hier kommt nah dran."

Das Manchester Central wird seit 1982 als Multi-Event-Komplex genutzt, vor allem für Rockkonzerte und Parteitage. Es diente erstmals als Austragungsort für die Tour Championship, bevor die WM samt Qualifikation das schönste und härteste Spiel der Welt in den Marathon-Modus schaltet.

 

Die Resultate von Manchester

Montag, 1. April

Mark Allen - John Higgins 10:7 (Spielzeit: 5:59 Stunden; Allen lag 1:4 hinten, gewann drei black ball games und erzielte drei Centuries)

Dienstag, 2. April

Ali Carter - Barry Hawkins 10:8 (Carter führte nach der ersten Session mit 7:1)
Gary Wilson - Mark Selby 10:8 (Selby kündigte nach der Niederlage an, er werde seine Karriere schlagartig beenden, sollte er im Crucible ähnlich schwach spielen)
Mark Williams - Tom Ford 10:9 (zwei Frames der Abendsession wurden über respotted blacks entschieden; beide holte Williams; Tom spielte vier Centuries, darunter eine 136 und eine 138 - und führte im Decider 54:0, als Williams eine schier unspielbare Clearance gelang) 

Mittwoch, 3. April

Ronnie O’Sullivan - Ali Carter 10:2 (beim Stand von 0:7 gelang Ali eine 141)

Donnerstag, 4. April

Judd Trump - Mark Williams 4:10 (ein Match ohne Centuries; Williams kontrollierte das Geschehen ab Frame eins in unnachahmlicher Manier; ihm gelangen mehrere Steals nach Rückstand)
Zhang Anda - Gary Wilson 8:10 (Gary lag vor seinem Endspurt mit 7:8 zurück)
Ding Junhui - Mark Allen 8:10 (Allen spielte in Frame zehn das höchste Turnierbreak mit einer 142)

Freitag, 5. April, Halbfinale 1

14:00 Uhr/20:00 Uhr
Ronnie O'Sullivan - Gary Wilson 10:7 (ein faires Treffen auf Augenhöhe; Gary setzte sich unter anderem wegen einer umstrittenen Foul-Entscheidung für Ronnie ein; Referee Paul Collier, der im Übrigen das WM-Finale leiten wird, blieb bei seiner Entscheidung gegen Ronnie.) 

Samstag, 6. April, Halbfinale 2

Mark Williams - Mark Allen 10:5 (In Frame fünf war Williams auf Maximum-Kurs; die 15. Rote wollte nicht fallen.) 

Sonntag, 7. April, Finale

Mark Williams - Ronnie O'Sullivan 10:5

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16 chinesische Spieler standen unter den 64 für die World Open in Yushan qualifizierten Teilnehmern. In den ersten beiden Runden schieden 15 davon aus. Lediglich Ding Junhui blieb im Turnier. Nach Shaun Murph (5:3), Hossein Vafaei (5:0) und Neil Robertson (6:5) gab es im Finale allerdings kein Happy End für Ding. Judd Trump holte sich den Titel unangefochten mit 10:4 und feierte seinen fünften Saisonsieg. 

Neil Robertson holt auf

Wie immer gab es im Teilnehmerfeld mehrere Gewinner. Der langjährige Seriensieger Neil Robertson verbuchte mit dem Erreichen des Halbfinals (5:2 gegen Yuan Sijun, 5:3 gegen Tian Pengfei, 5:1 gegen Chris Wakelin, 5:2 gegen Barry Hawkins) nach einem rabenschwarzen Jahr seine bislang beste Saisonplatzierung. Die Halbfinal-Niederlage gegen Ding hat dennoch eine bittere Konsequenz für den Australier: Er rutscht aus den Top 16 und muss sich für die WM in Sheffield qualifizieren.

Der 22-jährige Waliser Jackson Page erreichte gar den den größten Erfolg seiner bisherigen Karriere mit Siegen gegen John Higgins (5:3), Wu Yize (5:3), Mark Selby (5:2) und Elliot Slessor (5:2). In der Weltrangliste rückte er neun Plätze vor, von 52 auf 43. Seine Traumreise endete mit dem 2:6 gegen Judd Trump. Der Titelverteidiger (zuletzt wurde das Turnier vor der Pandemie 2019 ausgetragen) zog zuvor routiniert seine Kreise mit Erfolgen gegen Sanderson Lam (5:2), Fan Zengyi (5:3) und David Lilley (5:3). Im Viertelfinale beendete er mit 5:2 die brillante Kampagne von Kyren Wilson, der in seinen vier Matches neun Centuries spielte.

Der Abstiegskampf bleibt hart

Ihre Chancen beim letzten für alle Main-Tour-Spieler offenen Turnier vor der WM-Qualifikation suchten vor allem jene Profis, die noch Punkte für den Klassenerhalt sammeln müssen. Lukas Kleckers löste das Ticket für Yushan mit 5:2 gegen Jack Lisowski, verlor jedoch äußerst bitter in der ersten Hauptrunde nach einer bärenstarken 4:1-Führung mit 4:5 gegen „Spaceman“ Dominic Dale. Lukas wird nun mindestens zwei Crucible-Qualifikationsrunden überstehen müssen, um dem härtesten Wettbewerb der gesamten Saison - der Q School nach der WM - aus dem Weg zu gehen. 

Eine 147, eine 146

Kein Spieler unter dem Strich konnte sich nennenswert verbessern - mit Ausnahme von David Lilley (Achtelfinalgegner von Judd Trump), der seine neue Tourlizenz aber ohnehin dank seiner Platzierung auf der Ein-Jahres-Liste relativ sicher hat. Zak Surety, der als Nummer vier  der Jahresbesten unterhalb der Top 64 ebenfalls gut im Rennen liegt, zauberte darüber hinaus in seinem Qualifikationsmatch gegen Ding Junhui (3:5) das erste Maximum seiner Profikarriere, insgesamt das 201. seit Beginn der Aufzeichnungen. Barry Hawkins wiederum gelang bei seinem 5:2-Sieg gegen Robbie Williams eine seltene 146, die zum 35. Mal in der Profi-Historie verzeichnet wurde.

Prominente Bruchlandungen

Neben Lisowski hatten sich diverse prominente Queue-Künstler Ende Januar gar nicht erst qualifizieren können: Anthony McGill, Stuart Bingham, Thepchaiya Un-Nooh, Gary Wilson, Jimmy White, Anthony Hamilton, Jimmy Robertson, Marco Fu, Alexander Ursenbacher, Joe O’Connor und Mark Davis. Ihre Teilnahme kurzfristig abgesagt hatten David Gilbert, Julian Boiko und Sam Craigie. Mark Willams hatte auf die Teilnahme an der Qualifikation verzichtet.

Frühes Aus für Zhang, Allen, Si Jiahui und Brecel

Wie stark auch die tieferen Lagen der Weltrangliste besetzt sind, bekamen in der ersten Runde von Yushan gleich mehrere Titelaspiranten zu spüren, allen voran die Nummer drei der Welt, Mark Allen: Der Nordire verlor gegen Daniel Wells (Rang 80) mit 3:5. Der hoch gehandelte Zhang Anda, zuletzt Allens Gegner im Finale der Players Championship, unterlag gegen Elliot Slessor (Rang 42). Auch der furiose Crucible-Halbfinalist von 2023, Si Jiahui, musste seine Ambitionen gegen Long Zehuang (Rang 101) mit 2:5 früh begraben. Weltmeister Luca Brecel unterlag in der Runde der letzten 32 mit 1:5 gegen Stephen Maguire.

Die finalen Runden

Donnerstag, 21. März, Achtelfinale:

Judd Trump - David Lilley 5:3

Ronnie O'Sullivan - Hossein Vafaei 4:5

Kyren Wilson - Ben Woollaston 5:4

Barry Hawkins - Stephen Maguire 5:1

Mark Selby - Jackson Page 2:5

Elliott Slessor - Daniel Wells 5:2

Ding Junhui - Shaun Murphy 5:3

Neil Robertson - Chris Wakelin 5:1

Freitag, 22. März, Viertelfinale:

Judd Trump - Kyren Wilson 5:2

Jackson Page - Elliott Slessor 5:2

Neil Robertson - Barry Hawkins 5:2

Ding Junhui - Hossein Vafaei 5:0

Samstag, 23. März, Halbfinals:

Judd Trump - Jackson Page 6:2

Ding Junhui - Neil Robertson 6:5

Sonntag, 24. März, Finale:

Judd Trump - Ding Junhui 10:4

Im Eiltempo zur Lohntüte: Lediglich 13 Frames musste Ronnie O'Sullivan gewinnnen, um beim Speed-Einladungsturnier von Riad 250.000 britische Pfund Preisgeld einzusammeln. Er meisterte die Aufgabe in exzellenter Form. Das unter Snooker-Liebhabern umstrittene World Masters mit den acht Führenden der Zwei-Jahres-Weltrangliste lieferte großen Sport, leidenschaftliche Fans und eine arbeitslose goldene Kugel.

Luca kommt in Form

Mehr hätten sich die Ausrichter nicht wünschen können als ein rasantes Finale zwischen der Nummer eins und dem amtierenden Weltmeister. Luca Brecel hatte zu Beginn die besseren Karten, verschoss jedoch beim Stand von 2:1 und 29-0 Schwarz und belegte von da an hauptsächlich den besten Sitzplatz in der Arena.

Sein letzter Ballkontakt war ein Kamikaze-Stoß nach Art von Stephen Maguire in Frame sieben, der die Bälle auf dem ganzen Tisch verteilte und ihm das 2:5 bescherte. Dennoch scheint er nach einer zerfahrenen Saison exakt zum richtigen Zeitpunkt in Form zu kommen, um ernsthaft seinen Titel im Crucible verteidigen zu können. Beleg für seine wiedergewonnenen Stärken waren überzeugende Siege gegen die stählerne Matchhärte von Ali Carter (4:1) und Mark Allen (4:2).

Ronnie O'Sullivan bleibt dennoch das Maß aller Dinge, auch im Hinblick auf seine Chancen, in Sheffield alleiniger Rekordweltmeister mit acht Titeln zu werden. Im Viertelfinale schenkte er John Higgins beim 4:0 mit drei Centuries und einer 82 lediglich vier Foulpunkte, und nach dem 4:1-Halbfinale demütigte er die Nummer zwei der Welt mit der Bemerkung, er habe gerade "den schlechtesten Judd Trump aller Zeiten" am Tisch gesehen. 

Ein Koffer zum Verlieben

Als Gimmick der Veranstaltung wurde zu Beginn jeden Frames ein goldener Ball zentral an der Kopfbande platziert. Er wäre 20 Punkte wert, aber nur vier Foulpunkte teuer gewesen und blieb auf dem Tuch, solange ein Maximum möglich war. Wäre eine 147 plus der güldenen Kugel gelocht worden, hätte der Spieler einen Koffer mit  500.000 US-Dollar überreicht bekommen. John Higgins hatte schon eine Hand am Köfferchen. In seinem Match gegen Mark Williams (4:2) standen 120 Punkte für 15 Rote und 15 Schwarze auf dem Brett, als Gelb nicht mehr mitspielen mochte.

Steve Dawson, Geschäftsführer und Anteilseigner des Tourvermarkters World Snooker, feierte das „Super Maximum“ vorab als die „faszinierendste Idee seit der Erfindung von Snooker vor 150 Jahren! Die Spieler begeistert die unglaubliche Sonderprämie, die von Seiner Exzellenz Turki Alalshikh gestiftet worden ist.“

Arabien erhält eine Akademie

Herr Alalshikh nutzte die Siegerehrung für die Ankündigung, er wolle bei der nächsten Auflage gleich doppelt so viel Spielgeld für das Mega-Maximum lockermachen: eine runde Million. Außerdem teilte der oberste Snooker-Fan Saudi-Arabiens mit, man werde umgehend eine Nachwuchsakademie eröffnen. Die beiden Wildcard-Amateure Ali Alobaidli (Katar) und Omar Alajlani (Saudi-Arabien) hatten zum Auftakt gegen John Higgins und Ding Junhui jeweils mit 0:4 verloren. Bei den Ausrüstern des künftigen Leistungszentrums dürften die Korken geknallt haben, denn Geld spielt bei den Saudis keine Rolle, wie man etwa den märchenhaften Summen entnehmen kann, mit denen die einheimische Fußball-Liga in dieser Saison zahlreiche irrsinnig überbezahlte Ballzauberer aus aller Welt ins Land locken konnte. Ganz zu schweigen von den Ambitionen, in einem eisfreien Wüstenstaat Olympische Winterspiele auszurichten.

Grüner wird's nicht

Die Integration der Snooker-Größen in das Sportswashing-System der saudischen Machthaber hat sich bereits jetzt bezahlt gemacht. Sämtliche Teilnehmer lobten neben dem üppigen Preisgeld die perfekte Organisation und die erlebte Gastfreundschaft über den grünen Klee. Die mahnenden Worte von Kritikern wie dem norwegischen Gründer des Scoring-Portals snooker.org, Hermund Årdalen, auf Twitter/X waren gegen den Ruf des Geldes lediglich Schall und Rauch: „Das Team und ich haben wegen des Sportswashing-Faktors und der üblen Menschenrechtslage in Saudi-Arabien gemischte Gefühle. Wir beschränken uns daher zur Information der Fans auf einen reinen Ergebnisdienst.“
Letztlich sah die Berichterstattung auch von Snooker.org jedoch genauso aus wie die von jedem anderen Turnier. Einwände, die Menschenrechtslage in China sei keinen Deut besser als bei den Saudis, beantwortete Årdalen mit dem Argument: „Wir schauen keinesfalls über die Menschenrechtsverletzungen in China hinweg. Der Unterschied besteht im Sportswashing, denn China ist eine große Snooker-Nation.“

Kleine Freiheiten

Wie weit das Land von Generaldirektorpräsident Mohammed bin Salman trotz religiöser Vorschriften und flächendeckender staatlicher Cyber-Kontrolle (Vorbild: China) auf die Bedürfnisse seiner westlich geprägten Jugend eingeht, um mit Konsum und Spielen für oberflächliche Entspannung zu sorgen, hat sich bereits mit der Aufhebung des jahrzehntelangen Verbots von Kinofilmen und Konzertveranstaltungen gezeigt. Trotz der diktatorischen Strukturen gibt es aber auch progressive Veränderungen. So hatte etwa die 2018 eingeführte Aufhebung des Verhüllungszwangs für Frauen Auswirkungen auf das World Snooker Masters: Offenbar hatte man in Riad bewusst nichts gegen den Einsatz eines weiblichen Referees beim Endspiel der Snooker-Stars einzuwenden. Tatiana Woollaston war zwar gehalten, keine körperbetonte Kleidung zu tragen, trug jedoch ihr Haar so offen wie in London oder Llandudno. Soft Power der etwas anderen Art ...  

 

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Die Liste der Turniersieger 23/24 bleibt übersichtlich. Mark Allen holte mit dem 10:8 gegen Zhang Anda seinen dritten Titel nach dem Champion of Champions und dem Shoot-Out. Das Match des Bonusturniers der 16 Saisonbesten war über die gesamte Spieldauer schwer umkämpft und hatte keinen Verlierer verdient. Zhang sammelte inklusive der 50.000 Pfund von Telford alleine in dieser Saison annähernd so viel Preisgeld ein wie in seinen bisherigen 14 Profi-Jahren zusammengenommen.

Mark Allen angelte sich mit einer 146 in seinem Auftaktmatch gegen Mark Williams (6:3) auch noch die 5.000 Pfund für das höchste Break. Mark Selbys furios herausgespieltes 6:0 im Viertelfinale beendet Ronnie O'Sullivans Serie von 16 Siegen hintereinander.

Die 16 Besten der Saison-Weltrangliste trafen sich vom 19. bis 25. Februar im englischen Telford. Alle Teilnehmer erhielten 10.000 britische Pfund Qualifikations-Honorar und entsprechende Weltranglistenpunkte. Es war mit 385.000 Pfund dotiert. Der Sieger kassierte 125.000 Pfund. Alle Matches wurden im Modus Best of Eleven ausgetragen, das Finale in zwei Sessions als Best of 19.

Titelverteidiger Shaun Murphy konnte sich als 26. nicht qualifizieren, ebenso wie Weltmeister Luca Brecel auf Rang 39. Nicht vertreten waren darüber hinaus Jack Lisowski (21), Si Jiahui (24), Kyren Wilson (30), Rob Milkins (37), Stuart Bingham (50) und Neil Robertson (68).  

Dank des dritten Ranking-Titels innerhalb von nur 14 Monaten hat „Tyneside Terror“ Gary Wilson nun drei praktisch identische gläserne Schirmständer für die vielseitige Nutzung in Haus und Garten eingesammelt. Das Spiel des begnadeten Naturtalents bewegt sich schon lange auf Weltniveau. Die Ray Reardon Trophy von Llandudno gewann er mit 9:4 gegen Martin O’Donnell, der im letzten Jahr noch die Mühle der Q School überstehen musste.

Drei Maximums, elf Centuries

„Um euch eine kleine Vorstellung davon zu geben, auf welchem Niveau die Spitzenspieler im Snooker heutzutage unterwegs sind“, erzählte „Spaceman“ Dominic Dale als Kommentator von BBC Wales folgende Randgeschichte: „Vor kurzem bekam Gary Wilson Besuch von Ross Muir aus Schottland für ein gemeinsames Training. An einem einzigen Tag spielte Gary dabei drei Maximums und elf weitere Centuries.“ 

Ronnie hat Lampenfieber

Der Knackpunkt für sämtliche Profis besteht darin, wie entspannt und konzentriert man diese Fähigkeiten vom Trainingstisch in die Arena zu bringen versteht. Ronnie O’Sullivan beispielsweise sagte seine Teilnahme in Wales offiziell wegen Lampenfieber ab: Es gebe Tage und Wochen, an denen er innerlich kollabiere, sobald er ins Rampenlicht treten müsse und sich mit Erwartungen überfrachtet sehe. Ebenfalls aus gesundheitlichen Gründen nicht angetreten waren Martin Gould und David Grace. Hinzu kam die Absage von Vielspieler Judd Trump, der eine Kunstpause einlegte.

Zwei verdiente Finalisten

Gary war in Llandudno die Ruhe selbst. Mit einer glanzvollen 147 im hochklassigen Halbfinale gegen John Higgins (6:4) knöpfte er Robbie Williams (146 in der Qualifikation) die 5.000 Pfund Sonderprämie ab. Weitere Großtaten vollbrachte er gegen Anthony McGill (5:0), Rob Milkins (4:0), Jack Lisowski (4:3) und Julian Boiko (4:2).

Garys Endspielgegner Martin O’Donnell krönte seine für einen Tour-Rückkehrer ohnehin stark verlaufene Saison (Achtelfinale bei den Scottish Open, Viertelfinale bei den English Open) mit Siegen über Chris Wakelin (4:1), Anthony Hamilton (4:2), Marco Fu (4:2), Luca Brecel (5:3) und Elliot Slessor (6:5) – samt einer 126 im Halbfinal-Decider. Damit landete der Verteidigungsminister" auf Platz 19 der Saisonbesten und machte in der Weltrangliste einen Sprung von Platz 76 auf Rang 60. Beste Aussichten also, im Sommer 2025 seine Zwei-Jahres-Lizenz problemlos erneuert zu bekommen.

Frühstück für Champions

Wie immer hofften die nationalstolzen Einheimischen auf einen Titelkandidaten unter den 17 teilnehmenden Walisern. Nach dem frühen Ausscheiden von Mark Williams gegen Anthony McGill (1:4) konzentrierte sich die Anfeuerung unter anderem auf Dominic Dale. Der mittlerweile 52-jährige „Spaceman“ schaffte es mit seiner täglichen Spezialdiät aus vier Frühstückseiern plus einem Berg Schinkensandwiches immerhin bis ins Viertelfinale, wo er Elliot Slessor mit 3:5 unterlag. Auf seinem Weg dorthin besiegte er den starken 23-jährigen Alfie Davis (4:3), den letztjährigen Crucible-Viertelfinalisten Jak Jones (4:0) und den weitgehend überforderten Stan Moody (4:1).

Training im Epizentrum

Der 17-jährige Moody, 4:3-Erstrundensieger gegen den Welsh-Open-Titelträger von 2021, Jordan Brown,  äußerte sich im Vorab-Interview der BBC betont selbstbewusst („Mein Ziel ist der WM-Titel“). Möglicherweise wird er im Gegensatz zu anderen Nachwuchsspielern von den Organisatoren bevorzugt behandelt. Seine Matches haben in jüngster Zeit bereits mehrfach auf Tisch eins mit Fernseh-Präsenz stattgefunden, was höher rangierende Spieler auf schattige Nebenschauplätze verbannte. In Llandudno war dies etwa die Partie Jak Jones gegen Hossein Vafaei (4:2). Sein Vordringen unter die letzten 32 brachte Moody im Ranking einen Aufstieg von Platz 112 auf Rang 105.

Diverse etablierte Queue-Strategen hatte es bereits in der Qualifikation für die Endrunde der verbliebenen 64 im Seebad Llandudno erwischt, llen voran Stephen Maguire und Stuart Bingham. Sie gehörten zum kleinen Kreis der großen Spieler mit selten gewordenen Erfolgserlebnissen wie Neil Robertson oder Luca Brecel. Beide kamen über ihre harten Lose nicht hinaus: der Schotten-Rocker, Sieger der Tour-Championship 2020, verlor gegen German-Masters-Finalist Si Jiahui (2:4), der Crucible-König von 2015 unterlag gegen Hongkongs Legende Marco Fu (1:4). Stuart gab den fünften Frame auf, obwohl bei einem Rückstand von 0:59 noch 69 Punkte auf dem Tisch lagen (Quelle: snooker.org).

Ebenfalls den Cut nicht geschafft hatten Joe Perry, Thepchaiya Un-Nooh, Lukas Kleckers, Zhou Yuelong, Ben Woollaston, Jimmy Robertson, Michael White, Mark Davis, Pang Junxu, Liam Highfield und Jimmy White.

Form contra Format

German-Masters-Halbfinalist Sam Craigie scheiterte an Matt Selt in einem schwer zerfurchten Fünf-Stunden-Match, dessen neunter Frame erst nach 80 Minuten entschieden war. Sams Niederlage verdeutlicht erneut, warum die Ansetzung der Qualifikationen nicht funktioniert, was in Spielerkreisen seit längerem kritisiert wird. Die erste Runde lief Ende Januar in Barnsley statt direkt vor Ort in Wales. Craigie konnte sein Momentum aus dem Tempodrom also nicht mitnehmen. Für Spieler in Form ist diese Art der Terminierung ein klarer Nachteil.

Funktionäre mit Stallgeruch

Möglicherweise wird im Hintergrund bereits an den Stellschrauben  für die nächste Saison gedreht, um solche Szenarien zukünftig vermeiden zu helfen. Shaun Murphy und Ex-Profi Nigel Bond wurden am 9. Februar als Nachfolger von Mike Dunn und Peter Lines in den Vorstand der WPBSA aufgenommen. Shaun hatte kürzlich bereits angedeutet, dass sich in absehbarer Zeit auch in den eng gefassten Klauseln der umstrittenen Verträge etwas ändern könnte, die alle Spieler mit den Vermarktern der World Snooker Tour unterschreiben müssen, sofern sie als Ranglistenprofis antreten wollen. 

Die World Snooker Tour und das Sportministerium Saudi-Arabiens haben einen Deal vereinbart, der die Snooker-Welt verändern dürfte. Der Begriff „Triple Crown“ für die drei legendärsten Turniere wird aufgeweicht. Ab der ersten Augustwoche 2024 hat die Krone vier Zacken. Für mindestens zehn Jahre. Auf das Feld der 128 Profis warten in Riad zwei Millionen Pfund Preisgeld.

Märchenhaftes Marketing

Man stelle sich vor, die Tennis-Welt bekäme mitgeteilt, der Grand Slam werde nicht mehr nur in Wimbledon, Flushing Meadows, Melbourne und Paris gespielt, sondern in Katar oder Caracas um eine mit Petro-Dollars ausgestopfte Variante ausgebaut. Ähnliches geschieht derzeit im Snooker.

Die Familie Hearn und ihre Firma Matchroom als Mehrheitseigner der WST verkaufen neuerdings Tradition, die es noch gar nicht gibt. Marketing 4.0 für den Traum von der Quadruple Crown. Offiziell ist von einem „vierten Major-Turnier“ die Rede. Als Appetithäppchen dient ein Einladungsturnier für die acht Ranglistenbesten, das Ryadh Season World Masters vom 4. bis 6. März.

Vom Boxen lernen heißt siegen lernen

Die ebenso feudale wie brutale Diktatur auf der arabischen Halbinsel hat im November 2023 von Fifa-Fürst Giganti Infantino die Fußball-Weltmeisterschaft 2034 garantiert bekommen. Gekrönt wird das saudische Sportswashing-Programm von der Ausrichtung der Asiatischen Winterspiele 2029 mit einem Budget von 500 Milliarden Dollar, vermutlich als komplett überdachte und klimatisierte Variante. Fernziel des eisfreien Wüstenstaats sind die Olympischen Winterspiele.  

Verglichen damit wird das Snooker-Investment aus dem Kleingeldspeicher finanziert. Die Preisgelder für das Saudi Arabia Snooker Masters erreichen das Niveau der Triple-Crown-Events und sind bewusst knapp unterhalb der Crucible-Siegprämien angesiedelt.

Matchroom-Erbe Eddie Hearn kommentierte den Knüller mit den Worten: „Wir haben die ungeheure Auswirkung gesehen, die Boxen in dieser Region erlebt hat. Nun glauben wir daran, auch das Vermächtnis des Billard dort zementieren zu können.“

Eng in England

Mit der Vergabe vieler anderer Championate und den Qualifikationsrunden zementiert die Firma allerdings weiterhin bequem die heimische Insel, denn abgesehen von den deutschen und chinesischen Turnieren sowie der einsamen 6-Reds-WM in Thailand findet die regelmäßig beschworene Ausbreitung des Weltsports woanders praktisch nicht statt, vor allem in Kontinentaleuropa.

Werbung für Snooker könnte man auch betreiben, indem man Bonusturniere wie das World Grand Prix oder das Champion of Champions in anderen snookerbegeisterten Gegenden stattfinden lässt. Oder Billard-Hochburgen, die sich begeistern lassen. Manhattan? Manila? Mar del Plata?

Seit dem frühen Tod der engagierten WST-Führungskraft Brandon Parker 2020 scheint für derlei Denkmodelle jedoch kaum Initiative vom Londoner Hauptquartier der WST auszugehen. Selbst Barry Hearn hielt in einem Interview auf Stephen Hendrys Cue Tipps-Kanal fest, sein Sohn Eddie interessiere sich kaum für Snooker.

Sackgasse Dubai

Die Spieler sind verständlicherweise angetan von der neuen Einkommensquelle, denn abseits der Spitzengruppe kämpfen viele mit Existenzängsten. John Higgins sagte: „Als Spieler denkst du immer an die Maximierung deines Einkommens. Eines meiner ersten Turniere im Ausland war Dubai 1994. Damals dachten wir, Snooker könnte im Nahen Osten was werden. Jetzt muss ich wohl bis fast 60 dabei bleiben, um was davon zu haben!“

Elliot Slessor, vor den Welsh Open auf Platz 50 des Rankings, sprach für die weniger Begüterten auf der Tour: „Vor ein paar Jahren schien die Hälfte der Turniere Einladungsturniere für die Topspieler zu sein. Großartig, dass dieses neue Ranglistenturnier dem kompletten Feld offen steht. Und das Preisgeld ist astronomisch.“

Sponsor ohne Spielsucht-Faktor

Die zweite Wirtschaftsnachricht der Woche hat einen farbigen Lichtblick zu bieten. Für das Sponsoring der Players- und Tour Championship wurde ausnahmsweise kein Wettbüro oder Online-Casino gewonnen, sondern mit PPG Architectural Paintings ein Hersteller von Hochglanzlacken, weshalb beide Turniere ab sofort als Johnson’s Paint Championship geführt werden.

Text: Matthias Breusch, Snooker-Geschichten (satz-ball.de)

 

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    Snookermania und der Sport

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    Snookermania.de ist nicht nur eine Wissensquelle, sondern auch eine lebendige Community. Spieler können sich im Forum austauschen, Erfahrungen teilen und sich gegenseitig unterstützen. Die Seite fördert den Zusammenhalt unter Snooker-Fans und schafft eine inspirierende Umgebung für den Austausch von Ideen.

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