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Sonntag, 28 November 2010 23:55

Ronnie O'Sullivan gewinnt die Premier League zum neunten Mal

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In der jetzigen Snookerzeit ist es eher ungewöhnlich, dass ein Spieler mehr als einmal ein Turnier gewinnt...
...Zu gut sind die Leistungen aller Spieler, als das einer deutlich aus der Menge hervorstechen könnte. Umso erstaunlicher ist es, dass Ronnie O'Sullivan es geschafft hat, die Premier League jetzt zum bereits neunten Mal zu gewinnen.

Das Finale der Premier League fand am heutigen Abend in Norfolk, Hopton on sea, statt und die beiden Spieler, die es durch die Gruppenphase und durch ihre Halbfinals geschafft hatten waren Ronnie O'Sullivan und Shaun Murphy.
Murphy hatte gestern in seinem Halbfinale gegen Marco Fu deutlich mit 5:2 gewonnen und durch flüssige, hohe Breaks überzeugt: Er spielte gegen Fu Breaks von 116, 2x 97, 81 und 72 Punkten, sicherte sich so seinen Platz im Finale und damit auch die Chance, seinen Premier League Titel zu verteidigen.
Ronnie O'Sullivan drehte erst in seinen letzten Matches dieser Premier League Saison auf, besiegte (nach etlichen Matches, die mit einem unentschieden endeten) Neil Robertson in seinem Halbfinale mit 5:1. In diesem Match spielte er auch das höchste Break der diesjährigen League, nämlich eine 139.  
Das Finale war also eine Neuauflage des Jahres 2009, denn auch damals waren es O'Sullivan und Murphy, die sich gegen alle anderen Spieler durchsetzten. Damals gewann Shaun Murphy mit 7:3 und er hätte sicherlich nichts gegen eine Wiederholung der Ereignisse gehabt.
Doch er traf am Tisch auf einen glänzend aufspielenden Ronnie, der nicht nur Spiellaune mitbrachte, sondern auch Entschlossenheit und Präzision. Es war schon in den letzten Matches von O'Sullivan zu erkennen, dass seine Leistungskurve ein Stück weit nach oben ging, aber er war bisher durch die gesamte Saison gesehen nicht in der Lage gewesen, seine guten Leistungen andauernd zu bringen.
Doch heute passte bei dem dreimaligen Weltmeister alles zusammen, sogar die Longpots fielen wieder, was zwischenzeitlich zu einer Lochquote von unglaublichen 100 % führte. Shaun Murphy hatte diesem O'Sullivan am Finalabend buchstäblich nichts entgegen zu setzen: Er verschoss einfache Bälle, machte zu viele Fehler aus eigentlich entspannten Situationen heraus und schaffte es die ersten Frames kaum, auch nur einen Ball zu lochen. Zum Midsession Interval lag er dann auch schon mit 1:5 hinten. Shaun hätte seine Leistung deutlich steigern müssen, um noch ein Comeback schaffen zu können. Doch er fand auch nach dem Interval nicht ins Spiel und so holte sich Ronnie O'Sullivan auch noch die letzten beiden Frames, die ihn vom Sieg der Premier League 2010 trennten, gewann das Turnier mit 7:1.

Als er die Trophäe in den Händen hielt, lag ein kleines Lächeln auf seinen Lippen und auch im Interview war dem sonst häufig sehr kritischem Spieler anzumerken, dass er ausnahmsweise Mal mit seiner Leistung zufrieden war. Als Andy Goldstein ihn im Interview auf die als nächstes anstehende UK Championship ansprach, sagte Ronnie, dass es schön sei, etwas Selbstvertrauen mitnehmen zu können. Aber er wies auch darauf hin, dass die UK Championship ein völlig anderes Turnier sei, bei dem es keine Shot Clock gäbe und deswegen könnte dort alles ganz anders kommen. Er lobte im Interview auch seinen Gegner, sagte, dass Shaun eine gute League gespielt habe. Murphy erzählte auf die Frage hin, was er von O'Sullivans Spiel hielte, dass jeder der Spieler wüsste, dass Ronnie das Maß sei, an dem man sich orientieren würde. Er sei zwar nicht mehr die Nummer 1 der Rangliste, aber wenn er sein Spiel zusammenbrächte, wäre er es, den man besiegen müsste. 

Immer wieder wurde im Vorfeld des Finales auch von den Kommentatoren darauf hingewiesen, dass die Premier League Ronnie's Turnier sei und er derjenige ist, den es zu schlagen gilt. Das hat sich heute als richtig herausgestellt. Er stellt mit seinem Sieg heute abend den bisherigen Rekord von Siegen in ein und demselben Turnier von Steve Davis ein, der das Irish Masters 8 Mal gewinnen konnte. Ronnie hat die PL jetzt 9 Mal gewonnen und da ihm das Format ganz offensichtlich gefällt, ist es durchaus vorstellbar, das noch mehr Titel hinzu kommen. Das wünscht sich O'Sullivan übrigens auch bei den Weltmeistertiteln. Er sagte im Interview, dass er gerne noch einen vierten, fünften oder überhaupt so viele WM Titel wie möglich gewinnen will. Sollte er in der Lage sein, die Spiellaune bis zu den UK Championship zu halten, ist er sicherlich ein Titelkandidat, aber bei O'Sullivan weiß man das ja immer erst genau, wenn er am Tisch steht und das Queue in der Hand hält...
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Thomas Hein

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