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Mittwoch, 16 Februar 2011 09:21

Das Masters of Minds

geschrieben von
Snooker aus psychologischer Sicht zu Betrachten ist sicher ein „hochspannendes“ Thema und Dr. Schulte-Oversohl, die in der 15reds Snookerakademie in Oberhausen aktiv ist schreibt aus Expertensicht dazu.

„Das German Masters war nicht nur eine Demonstration hoher Spielkunst, auf diesem Turnier wurde auch deutlich, wie wichtig der mentale Faktor im Cue Sport Snooker ist. Insbesondere das Finale hat gezeigt, dass Spielstärke nur ein und noch nicht einmal ein entscheidender Faktor für den Matchgewinn ist.

Die erste mentale Hürde für die Spieler dürfte der Gang in die Manege gewesen sein.

Nach dem Zuschauer Applaus galt es die Aufregung und den Druck zu regulieren, die Spielszenerie anzunehmen und sich einzufinden in die eigenen Aufgaben, in das eigene Körpergefühl, die eigene Konzentration. Schön zu beobachten war, dass mancher Spieler zunächst versucht hat sich durch kleinere Scherze von diesem Druck zu lösen.

Nach den ersten gespielten Bällen wurde allzu offensichtlich wie effektiv die mentale Vorbereitung war. Insbesondere im Achtelfinale war vereinzelt schon nach wenigen Stößen Enttäuschung, Verärgerung und Hilflosigkeit zu sehen, die sich im Spielverlauf oft zur Bestätigung der zuvor meist unbewusst getätigten Selbsteinschätzung ausbreitete und mit dem Frame- oder Matchverlust besiegelt wurde.

Im Endspiel waren die Gesichter der Finalisten deutlich ernster, konzentrierter. Der Wille und die Bereitschaft zum Duell waren dort ganz intensiv spürbar. Entschlossenheit, Sicherheit und Überzeugung prägten Gestik und Mimik. Die üblichen Rituale wie Cue abwischen, trinken und  tiefes Durchatmen waren auch hier zu beobachten, aber unwichtiger, weniger lang, weniger ausgeprägt. Beide Finalisten waren bereits vor dem Anstoß  auf Betriebstemperatur und im Arbeitsmodus. Das Spiel hatte offensichtlich schon vor Eintritt in die Arena begonnen und die Spieler waren bestens vorbereitet.

Gut zu beobachten war die Konzentrationstiefe mit der die Spieler gearbeitet haben, Emotionen waren auf den Gesichtern nur oberflächlich zu sehen.

Es gab kein langes Verharren nach dem Stoß, sondern eine nüchterne Analyse mit Fokussierung auf die daraus entstehende Aufgabe.

Wir konnten reife Spielerpersönlichkeiten bewundern, die das Handwerkszeug beherrschen um sich in Drucksituationen zu regulieren und zu lenken.

Beeindruckend war auch die Unnachgiebigkeit  mit der die innere Haltung zum Match und zum Gegner vertreten und teilweise humorvoll demonstriert wurde, was infolge zu den Re-Rack Situationen führte.

Das Finale schien das Ringen von zwei Grundhaltungen zu sein, wobei der eine Spieler zu sagen schien: „Versuch es ruhig, aber, Du wirst nicht gewinnen“, und der andere Spieler zu sagen schien: „Ich werde es Dir zeigen, ich werde es schaffen.“

In Summe hat der sicherere Spieler gewonnen, M. Williams war am Ende sozusagen der „Master of Mind““.

 

 

 

Meine Snookergeschichte (Dr. Ulrike Schulte-Oversohl)

Bis vor  einigen Jahren war Snooker für mich ein Ärgernis, weil das Interesse meines Lebenspartners für diesen Sport meine Freizeitplanung so manches Mal durcheinander gebracht hat. Dann tauchten Namen wie Paul Hunter und Ronnie O`Sullivan auf, die mit einer für mich bis dahin abschreckenden Ehrfurcht ausgesprochen wurden. Nachdem ich mir lange genug angehört hatte wie schwer dieses Spiel sei und dass es mir eh nie gelingen würde einen Ball zu lochen, habe ich es schließlich irgendwann selbst ausprobiert.

In meiner ganzen Anfängernot hatte ich großes Glück. Im 15reds in Oberhausen bin ich auf dieses verrückte Team von Leuten getroffen, die genau wussten wie es mir geht, mich bis heute mit Enthusiasmus trainieren und deren Hauptziel es ist, möglichst viele Menschen für diesen Sport zu begeistern.

Durch meine berufliche Tätigkeit gehört für mich Mental Coaching zum Berufsalltag. Somit konnte ich Hobby und Beruf verbinden und hatte auch noch eine moralische Berechtigung mich ganz intensiv meinem neuen Hobby nachzugehen. Es geschah dass, was einem Mediziner nicht passieren dürfte und ich von mir nie erwartet hätte: ich wurde abhängig. Die Faszination Snooker liegt wohl darin, dieses unendlich schwierige Spiel der Bälle mit seinen ganzen mentalen Fallstricken zu beherrschen, denn dass es funktioniert zeigen uns ja die Jungs aus GB.

Heute gibt es keinen Tag mehr ohne Snooker in irgendeiner Form. Weil dieser Sport für mich als Anfänger aber auch als Mentalcoach noch viele Herausforderungen bereit hält und ich mit fantastischen Menschen diese Sportbegeisterung teilen kann, bin ich nicht besonders optimistisch was meine Heilungschancen angeht.

Ulrike Schulte Oversohl

 

 

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Thomas Hein

Bis bald euer Thomas Hein

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