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Freitag, 29 September 2023 14:23

Snooker British Open 2023: wilde Lose, harte Zahlen

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Snooker British Open 2023: wilde Lose, harte Zahlen worldsnooker

Nach dem European Masters von Nürnberg spielt sich die Profiszene mit dem zweiten großen Turnier der Saison warm für den mit Events gespickten Kalender. Diverse heiße Favoriten hat es im Kurzprogramm des „Best of Seven“ jedoch früh kalt erwischt. Und ein Talent ist gar an der Snooker-Bürokratie gescheitert. Der Zwischenstand vor dem Viertelfinale …

Text: Matthias Breusch, Snooker-Geschichten (satz-ball.de)

Luca bleibt entspannt

Prominentestes Opfer des „wilden“ Auslosungsmodus ohne Setzliste war Weltmeister Luca Brecel, der bereits in der ersten Runde gegen Ding Junhui im Decider seine Pläne begraben musste, die verletzungsbedingte Absage von Ronnie O’Sullivan (seit längerem immer wieder auftretende Beschwerden im rechten Ellenbogen) zum Sprung auf Platz eins der Weltrangliste zu nutzen. Nach dem 3:4 zeigte er sich wie immer entspannt: „Ich denke, es ist nur eine Frage der Zeit, bis ich bei dem einen oder anderen Turnier weit komme.“

Auch Mark Allen hätte in Cheltenham die neue Nummer eins werden können – aber er scheiterte nach einem ungefährdeten 4:1 gegen Anthony McGill chancenlos mit 0:4 in Runde zwei gegen Kyren Wilson. In den ersten drei Frames machte The Pistol einen einzigen Punkt.   

99 Plätze, vier Centuries

Judd Trump nutzte selbst eine Spitzenleistung nichts gegen den 99 Weltranglistenplätze tiefer notierten Hammad Miah. Nach furiosem Auftakt beider Spieler mit vier Centuries zum 2.2 hielt Hammad das hohe Niveau bis in den Decider, wo er nach einer missglückten Safety von Judd im black ball game die Sensation perfekt machte.

Neil Robertson musste ebenfalls in der Runde der letzten 64 die Segel streichen, nach einem deutlichen 1:4 gegen Si Jiahui, den Sensations-Halbfinalisten der WM im Frühjahr. Mit dem gleichen Ergebnis war für John Higgins gegen Robbie Williams Feierabend.

Schwarzer Abend für Ryan Day

Ins Rampenlicht schob sich der indische Tour-Neuling Ishpreet Singh Chadha, der Stuart Bingham mit 4:2 nach Hause schickte. „Ich habe schon 2015 alle Matches bei seinem WM-Sieg in voller Länge verfolgt“, erklärte er fröhlich seine ausführliche Vorbereitung auf das Match.

Titelverteidiger Ryan Day schaffte es zwar bis unter die letzten 32, erlebte gegen Ali Carter beim 2:4 in einer zerfahrenen Begegnung allerdings einen rabenschwarzen  Abend mit etlichen Lochfehlern.

Das verflixte 13. Match

Der formstarke Barry Hawkins sah bis zum Achtelfinale aus, als könne er nach dem Titel bei den European Masters mit der Clive Everton Trophy gleich den nächsten Pokal stemmen. Nach zwölf Siegen riss seine Serie im 13. Match gegen den chinesischen Rookie He Guoqiang, wenn auch nur knapp mit 3:4 im Decider. He ist als 122. der Rangliste die größte Überraschung im Viertelfinale.

Lisowski meistert hartes Programm

Souverän spielten sich erwartbare Titelaspiranten unter die letzten Acht. Mark Williams jeweils 4:2 gegen Stephen Maguire, Gary Wilson und Ding Junhui. Mark Selby gegen Ben Woolaston (4:2), Si Jiahui (4:1) und seinen Freund David Gilbert, der höchst unglücklich im black ball-Finale des Deciders den Spielball versenkte. Local hero Jack Lisowski setzte sich in einem harten Programm nervenstark mit 4:3 gegen Joe O’Connor und Shaun Murphy sowie mit 4:2 gegen Matt Selt und Irlands Urgestein Fergal O`Brien durch.

Die Paarungen für Freitag, den 29. September:

He Guoqiang – Hossein Vafaei (14:00 MESZ)

Mark Williams – Fan Zhengyi (14:00 MESZ)

Mark Selby – Jack Lisowski (20:00 MESZ)

Tom Ford – Xiao Guodong (20:00 MESZ)

Morgens um zehn in Polen

Eine Randgeschichte des Turniers verdeutlicht hingegen, wie sich die auf Britannien konzentrierten Prioritäten der World Snooker Tour auf die weniger prominenten Spieler außerhalb des Inselreichs auswirken. Julian Bojko, Finalist der Junioren-EM 2023, meldete sich am 22. September in einem Appell für „mehr Fairness für alle Spieler, aber vor allem für Spieler in Übersee“ auf seiner Facebook-Seite zu Wort. Als Nummer eins der Q-School-Liste stand der 18-jährige Ukrainer als erster Nachrücker für das Teilnehmerfeld der British Open bereit.

„Ich erhielt während der Qualifikation eine E-Mail, ob ich einen zurückgezogenen Spieler ersetzen könnte. Die Mail kam morgens um zehn, das Match war am selben Tag um ein Uhr mittags angesetzt. Da ich derzeit in Polen lebe und es praktisch unmöglich ist, in drei Stunden von Warschau nach Leicester zu kommen, musste ich die Einladung ablehnen. Rory McLoud, seinerzeit Nummer sieben der Liste, nahm an. Zu meiner Überraschung bekam ich keine weitere Einladung, als Ronnie O’Sullivan ausstieg und von Steven Hallworth, der Nummer acht des Q-School-Rankings, ersetzt wurde. World Snooker erklärte auf Anfrage, man bekäme keine zweite Einladung, wenn man die erste abgelehnt hätte.“ Dies galt offensichtlich auch für die anderen fünf Spitzenspieler der Q School.

Julian fühlt sich nun „extrem frustriert, dass der Aufwand, den ich in die Q School investiert habe, um das Ranking anzuführen, mit fragwürdigen Vorschriften beiseitegeschoben wird“ Er wünsche Hallworth dennoch „alles Beste, denn er ist ein exzellenter Spieler. Jeder in der Spitze der Q-School-Liste ist ein würdiger Gegner für einen Profi.“

 

Text: Matthias Breusch, Snooker-Geschichten (satz-ball.de)

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Thomas Hein

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