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Montag, 07 November 2011 16:48

World Snooker: 128 Profis und zwei Jahre

geschrieben von
Rolf Kalb beleuchtet ins seinem Blog die Änderungen im Profizirkus. Es gibt gute und schlechte Nachrichten.

Barry Hearn, der Chef von World Snooker, ist nicht der Typ, der sich einfach zurücklehnt. Und so gehen trotz der in letzter Zeit lauter gewordenen Kritik die Veränderungen auf der Profitour weiter. Heute hat World Snooker angekündigt, dass die Tour ab der Saison 2013/2014 128 Spieler umfasst. Das ist erst einmal eine gute Nachricht, denn mehr Spieler bedeuten auch mehr Wettbewerb. Damit hat Hearn auch diejenigen Lügen gestraft, die zu Beginn seiner Amtszeit behauptet hatten, unter ihm würde innerhalb kürzester Zeit die Tour von damals 96 Spielern auf 32 reduziert werden.

Allerdings hat diese Medaille auch eine Kehrseite: Steigt die Gesamtsumme der Preisgelder nicht deutlich an, dann wird die Gruppe derjenigen Profis, für die die Saison ein Zuschussgeschäft ist, erheblich vergrößert. Das ist ja gerade ein gewichtiger Kritikpunkt derzeit: Viele Spieler beklagen sich, dass zuwenig Geld bei denjenigen weiter unter in der Rangliste ankommt. Es passt aber in die Philosophie von Barry Hearn: Er will möglichst vielen die Chance eröffnen, es nach oben und damit auch an die Fleischtöpfe zu schaffen. Aber er will nit Mittelmaß finanzieren oder unterstützen.

Die zweite Änderung der Tourstruktur, die heute veröffentlicht wurde, gibt neuen Profis bessere Chancen: Wer nach der Q School im nächsten Mai eine neue Tourcard erhält bleibt garantiert zwei Jahre auf der Tour und nicht nur eines. Das ist ein richtiger Schritt in meinen Augen. Neue Profis müssen ihr Leben umkrempeln und auch einen wichtigen Lernprozess durchmachen. Die Erfahrung hat gezeigt, dass ein Jahr dazu oftmals nicht ausreicht und die Neulinge kaum eine Chance haben, sich auf der Tour zu etablieren. Damit wurde viel Talent vergeudet. Den Neulingen die Chance zu geben, sich über zwei Jahre zu etablieren, ist in meinen Augen eine faire Lösung. Außerdem macht das vergrößerte Feld die Internationalisierung einfacher.

Weitere Strukturveränderungen werden kommen. World Snooker und WPBSA sind da gemeinsam am Ball. Wir können uns also darauf einstellen, dass es schon in Kürze weitere Neuerungen geben wird. Ein Projekt, das Barry Hearn besonders am Herzen liegt, ist die Umstellung der Rangliste auf eine reine Geld-Rangliste. Das klingt auf den ersten Blick logisch, ist aber nicht ohne Risiko. Ändert sich ansonsten nichts, würden zum Beispiel die PTC-Turniere an Bedeutung verlieren. Damit käme Hearn zwar der Kritik einer Reihe von Top-Spielern entgegen, aber er muss natürlich darauf achten, dass die Struktur weiterhin funktioniert.

In einem hat Barry Hearn sicherlich recht: Ein in der heutigen Zeit erfolgreicher Profi-Sport kann nicht mit Strukturen arbeiten, die älter als 25 Jahre sind. Sicherlich ist im Snooker noch nicht alles perfekt, und deshalb sollte man bei World Snooker auch die Kritik der Spieler ernst nehmen. Aber wie im richtigen Leben gilt auch hier: Die Welt ist nicht perfekt. Bei dem großen Reformstau gibt es einfach zu viele Baustellen, als dass alles sofort passen kann. Man muss die Dinge erst einmal in Bewegung bringen. Ein Weiterwursteln wäre keine Alternative gewesen. Aber natürlich müssen die Verantwortlichen weiter am Ball bleiben.

Herzliche Grüße
Ihr / Euer Rolf Kalb
www.eurosport.de
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Thomas Hein

Bis bald euer Thomas Hein

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