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Donnerstag, 20 Juni 2013 09:58

Phil Barnes im Interview

geschrieben von
Der 45jährige Brite, der in der Nähe von Hannover lebt verfolgt intensiv seinen Maintourtraum.

Profil:                                                                  Phil Barnes
Jahrgang:                                                           1967
Nationalität:                                                         Noch Britisch
Beruf:                                                                 Sänger/ Komponist
Geburtsort:                                                          Shoreham-by-sea, England
Highest Break Competition:                                 147 (1985 Südwest Liga England)
Schönster Snookermoment:                                 Der kommt nochJ
Snooker seit:                                                     1980 allerdings pause 1988-1999
Wohnort:                                                            Hannover

Phil, Du bist in Deutschland seit Jahren einer der herausragenden Spieler und jagst nun seit geraumer Zeit einen Maintourplatz. Wie kam es zu dieser Entscheidung?

Phil:  Es hat sich einfach ergeben, nachdem ich im letzten Jahr nach nur 4 PTC´s am Ende in der Amateurrangliste auf Platz 12 gelandet bin. (Die ersten 8 qualifizierten sich für die Maintour). Daraufhin mekte ich das wesentlich mehr drin ist, und entschied mich dann eine ernsthaften Versuch zu starten.

Wie finanziert man so ein Projekt „Maintour“? Die normalen Kosten laufen doch auch weiter und dann kommen ja noch die Reisekosten hinzu?

Phil:  Ohne Sponsoren ist es einfach nicht zu schaffen.

Was kostet so ein Jahr auf Profinievau?

Phil:  Wenn alle Turniere gespielt werden wollen, dann kommt eine Summe zwischen 15-20000 Euro zustande inkl. Reisekosten.

In Deutschland gibt es nur wenige Spieler, die auf Deinem Niveau spielen können. In der abgelaufenen Bundesligasaison hast Du 80% Deiner Matches (16 gewonnen/ 4 verloren) gewonnen und ein Highest Break von 108 Punkten. Ist die Bundesliga für Dich noch spannend?

Phil:  Es ist sicherlich nicht zu vergleichen mit Profiturniere, aber ich liebe Mannschaftssport. Es motiviert mich immer wieder mein bestes zu geben, damit gemeinsame Ziele auch erreicht werden können.

Dein Team vom BSV Wuppertal liess sich auch in diesem Jahr nicht vom ersten Platz verdrängen. Fürth, Ulm und Essen waren zu Saisonbeginn die selbsternannten Jäger des BSV. Was ist passiert, dass ihr doch wieder so deutlich Deutscher Meister geworden seid?

Phil:  Siehe oben Ich glaube obwohl wir eher etwas älter im Durchschnitt sind, dass der Teamgeist und Wille oben aufs Treppchen zu stehen immer noch da ist.

Wie viele Stunden trainierst Du täglich und was muss sich an Deinem Spiel noch verbessern um auf die Maintour zu kommen?

Phil:  Ich trainiere 4-5 mal die Woche für 4-6 Stunden. Meine Konzentration und Glaube an mich selbst muss sich auf jeden Fall verbessern. Daran arbeite ich sehr hart. Technisch versuche ich nicht mehr viel zu ändern.

Hast du mittlerweile einen deutschen Pass? Du startest ja auch bei der WSA mit der deutschen Flagge?

Phil:  Ich beabsichtige noch vor der DM die deutsche Staatsbürgerschaft anzunehmen.

Wie wichtig ist die Unterstützung des Umfelds und der Familie um gute Leistungen am Tisch zu bringen?

Phil: In meinem Fall ist es sicherlich etwas anderes, da ich Familiär nicht so aufgewachsen bin wie die meisten Menschen. Aber es ist sehr wichtig, gute Freunde und Bekannten zu haben!
Sie bauen einen wieder auf wenn es mal nicht so läuft, und geben Kraft wenn es wieder Richtung Turnier geht. Es ist auch schön von Profis bestätigt zu bekommen, das ich durchaus das Spiel besitze um Profi werden zu können.


Du hast in diesem Jahr die Q-School in England gespielt und drei Turniere bestritten. Die jeweiligen Halbfinalisten haben sich für die Maintour qualifiziert und teilweise den Platz nicht angenommen. Was sagst Du dazu?

Phil:  Ich denke meinen Teil sicherlich dazu. Aber es sind vielleicht Hintergründe die mir nicht bekannt sind die dazu geführt haben. Dementsprechend möchte ich mich nicht dazu äußern.

Patrick Einsle spielt zum dritten Mal die Maintour und hat ein Zweijahresticket. Du kennst ihn ja sehr gut. Hat er eine Chance Snooker zu seinem Beruf zu machen?

Phil:  Grundsätzlich glaube ich dass jeder, der einem Traum verfolgt, es schaffen kann. Wir brauchen in Deutschland für die Junge Spieler moralische Unterstützung.. Mehr Leute die "JA" sagen statt " Das wird doch nix". Woher sollen sie Selbstsicherheit nehmen wenn alle meinen, "die Briten sind sowieso nicht zu schlagen".
Ich kann jetzt aus eigener Erfahrung sagen " ES IST MÖGLICH". In meiner Zeit nach Q-School (in der Star Academy Sheffield und in Gloucester) habe ich viele Matches gegen sehr erfolgreiche Profis gespielt, und auch einige deutlich gewonnen. Patrick braucht nur noch mehr Entspannung und Selbstsicherheit, dann wird er Matches häufiger gewinnen können.


Gibst Du Dein Wissen an junge Spieler weiter oder bist Du der Mentor eines jungen Talents? Du kannst doch sicher jungen Spielern viel beibringen.

Phil:  Ich gebe unheimlich gerne mein Erfahrungen weiter, und habe viel Freude daran..Ich habe zusammen mit Joe Swail in Hannover ein Trainingstag geleitet. Ich bin in Hannover Vereinstrainer. Bisher kamen nur die Anfänger und Spieler der unteren Spielklassen. Ich erhoffe mir nun  - nachdem auch die 1.Mannschaftsspieler fast alle da waren - dass sie etwas mehr Vertrauen in das was ich sage legen können. Die erste Liga dürfte kein Problem sein für die Mannschaft.

Wie sieht Deine Snookerplanung in den nächsten 12 Monaten aus? Hast Du Dir eine Deadline für die Maintour gesetzt bis wann Du es schaffen willst?

Phil:  Spielen,spielen. spielen. Erfahrung sammeln, positiv bleiben und Spaß daran haben. Meine Ziele sind gesetzt, aber ich werde mir keinen Druck machen. Solange ich merke dass ich besser werde, mache ich weiter. Träume kann man nicht zeitlich eingrenzen.

Viele Snookerfans bewundern Deine natürliche und schnelle Spielweise. Woher kommt diese? Leidet Deine Positionsspiel darunter oder fällt es Dir einfach so leicht?

Phil:  Die Arbeit findet am Trainingstisch statt, nicht im Spiel. Wenn ich diese Gedanke mit Entspannung und Selbstsicherheit am Tisch zusammenbringen  kann, dann fließt es. Mein Positionsspiel profitiert eher davon wenn ich nicht viel denke. Ich habe eine sehr schnelle Auffassungsgabe, darum siehe ich sehr schnell was zu tun ist. Es gibt keine Abkürzungen, nur harte Arbeit.

Was möchtest Du sonst noch loswerden?

Phil:  Ich möchte mich bei Allen die mir die Daumen drücken bedanken, und hoffe auf ein baldiges Wiedersehen.

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Thomas Hein

Bis bald euer Thomas Hein

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