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Montag, 04 März 2013 12:24

Snooker DBU: Neue Vizepräsidentin im Interview

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Yvonne Kampmann ist neue Vizepräsidentin für Kommunikation und Marketing der DBU. Wir führten ein Interview mit ihr.

Hallo Yvonne,

Du hast Dich sehr spontan für die Kandidatur zur VP Kommunikation und Marketing anlässlich der MV am 23.2. in Mönchengladbach entschieden. Wie kam es zu Deinem Entschluss zu kandidieren?

Meine Entscheidung zu einer Kandidatur ist keineswegs so spontan gefallen, wie es vielleicht ausgesehen haben mag- ich habe im Vorfeld nur nicht öffentlich darüber gesprochen. Vor ziemlich genau einem Jahr, als Wolfgang Rittmann mit der Einladung der Landesverbände nach Bochum zu einem informellen Treffen anlässlich der prekären Situation der DBU die Reißleine gezogen hat, habe ich ihm und der DBU am Rande einer Mitgliederversammlung des BVW meine Unterstützung angeboten. Bei dem Treffen in Bochum und auch den nachfolgenden ordentlichen und außerordentlichen Mitgliederversammlungen der DBU wurde ich daraufhin als Protokollführerin eingesetzt und konnte mir einen ziemlich guten Überblick über die Gesamtsituation verschaffen. Im Laufe der Zeit festigte sich dann die Idee, das Präsidium der DBU auch außerhalb meiner Tätigkeit als Protokollführerin zu unterstützen, da jede helfende Hand gebraucht wurde und noch gebraucht werden würde.

Doch wer mich kennt, der weiß, dass ich mich nicht gern in die erste Reihe stelle, sondern lieber im Hintergrund arbeite. Ich habe dem Präsidium zum Beispiel vorgeschlagen, gemeinsam mit der Stadt Bad Wildungen die Broschüre zur Deutschen Meisterschaft zu überarbeiten. In diesem Zusammenhang fanden schließlich erste Gespräche in Richtung einer Kandidatur statt. Bei der Mitgliederversammlung am 23.02.2013 in Mönchengladbach habe ich mich nicht erst während der Versammlung zur Wahl gestellt, sondern wurdeals Kandiatin des Präsidiums für das Amt des Vizepräsidenten Kommunikation und Marketing vorgeschlagen und - ebenso wie der neue Präsident Michael John -einstimmig gewählt. Ich danke den Landesverbandvertretern an dieser Stelle noch einmal herzlich für ihr Vertrauen.

Viele kennen Dich als Snookerspielerin und Landesportwartin Snooker im BVW und waren über Deine Wahl verwundert. Hattest Du bereits Berührungspunkte zu diesen Arbeitsfeldern?

Ja - beruflich und auch auf sportlicher Ebene. Beruflich war ich rund zehn Jahre lang im Bereich Marketing/Öffentlichkeitsarbeit tätig. Als Pressewartin habe ich den Billardsport für mehrere Bundesligavereine - BC Oberhausen (Pool) sowie 1. SC Essen, 1. SC Dortmund, BG Viersen und den SC 147 Essen (Snooker) - während der letzten rund 14 Jahre regelmäßig in den lokalen Tageszeitungen und zum Teil auch im Radio platzieren können. Außerdem habe ich das Billard Magazin TOUCH als freie Mitarbeiterin immer wieder mal mit Fotos und Berichten versorgt. Ich würde mich also nicht als unbedarft bezeichnen.

Wie würdest Du Dein Verständnis für das Ressort Kommunikation und Marketing beschreiben?

Kommunikation ist Informationsaustausch und damit ein wesentlicher Bestandteil des Marketings. Eine solide Kommunikationspoltik im Innenverhältnis zu den Landesverbänden, Vereinen und Sportlern ist ebenso wichtig wie nach außen, zum Beispiel zu Entscheidungsträgern und den Medien. Da ich selber aktiv am Spielbetrieb Snooker und Pool teilnehme, habe icheinen sehr guten Kontakt zur Basis. Auch als Sportwartin und Jugendsportwartin Snooker des BVW stehe ich in permanentem Kontakt zu meinen Sportlern und bekomme so aus erster Hand mit, wo Informationsbedarf besteht.

Was sind Deine Ziele in diesen Bereichen?

Kommunikation bedeutet nicht nur Informationsaustausch in beide Richtungen, sondern auch durch geeignete Medien und auf eine respektvolle Art und Weise. Leider hat das Image der DBU durch die jüngste Vergangenheit extrem gelitten, so dass wir uns das Vertrauen unserer Mitglieder zunächst wieder erarbeiten müssen. Die Sportler sollen sich wieder mit der DBU identifizieren können und hinter ihrem Dachverband stehen. Eine Verbesserung der Kommunikations- und Informationspolitik wird hierbei unabdingbar sein.

In der Außendarstellung des Billardsports in Deutschland wünsche ich mir eine stärkere Medienpräsenz. Bei der Dreiband-Weltmeisterschaft für Nationalmannschaften, die vom 21. bis zum 24.02.2013 in Viersen stattfand, ist Deutschland A in der Besetzung Martin Horn/Christian Rudolph Vizeweltmeister geworden. Ein Fernsehteam des WDR hat dort einen tollen Beitrag aufgezeichnet. In den Sportnachrichten auf WDR2, die ich auf dem Heimweg im Radio gehört habe, kam aber leider keine entsprechende Meldung.

Nach der Neuordnung der DBU kritisieren viele Mitglieder die Transparenz und Informationsinhalte der DBU. Wie siehst Du den aktuellen Stand und was wird sich ändern?

Hierauf muss ich erstmal eine Gegenfrage stellen: Was genau wird an der Transparenz und den Informationsinhalten kritisiert - und von wem? Mit einem allgemeinen Ruf nach mehr Transparenz kann ich leider nicht viel anfangen. Jeder hat ein anderes Hintergrundwissen und andere Quellen, aus denen er es bezogen hat, und dementsprechend auch einen anderen Anspruch an die von ihm benötigten Informationen. Für mich ist einer der wichtigsten Punkte im Bereich der Kommunikation, nicht wahllos Informationen zu streuen, sondern diese gezielt dort zu verteilen, wo sie erforderlich sind. Hier sehe ich deshalb auch die Mitglieder in der Verantwortung, bei Fragen den zuständigen Ressortinhaber des Vereins, Landesverbands oder der DBU anzusprechen. Der übliche "Flurfunk" oder Diskussionen untereinander sind da leider meist nicht besonders hilfreich.

Die Neuordnung der DBU hat erst vor wenigen Monaten begonnen und ist noch lange nicht abgeschlossen - und wir haben erst seit wenigen Tagen wieder ein vollständiges Präsidium. Zunächst gilt es, die kurz-, mittel- und langfristigen Ziele der DBU auf der bzw. den kommenden Präsidiumssitzungen zu formulieren und die daraus resultierenden Aufgaben zu verteilen. Und meine Aufgabe wird es unter anderem sein, die für die Mitglieder und die Öffentlichkeit relevanten Ergebnisse zu kommunizieren.

Wie siehst Du die neue DBU unter den Gesichtspunkten Kommunikation/Marketing? Was muss sich aus Deiner Sicht ändern?

Ich habe hierzu einige Ideen, die ich aber erst innerhalb des Präsidiums besprechen möchte.
 
Mit Michael John steht jetzt ein Externer mit viel Fachkompetenz als ehemaliger Mitarbeiter des DOSB an der Spitze der DBU. Schätzt Du seine Person als Chance für die DBU?

Diese Frage kann ich nur mit einem ganz klaren JA beantworten. Michael John ist, wie er auf der Mitgliederversammlung in Mönchengladbach selbst sagte, zwar in Sachen Billard "unbeleckt", aber seine Erfahrungen und Kenntnisse im Bereich des nichtolympischen Spitzensports werden in jedem Fall positive Akzente in der DBU setzen. Seine Kandidatur war für mich auch letztlich ausschlaggebend dafür, selbst zu kandidieren.

Was möchtest Du sonst noch loswerden?

Ich wünsche mir, dass dem neuen Präsidium der DBU von den Sportlern und Vereinen Zeit gegeben wird, die DBU wieder in ruhigeres Fahrwasser zu bringen. Wir haben eine Menge Baustellen vor der Brust und können uns nicht sofort um alles kümmern. Ich bin aber sehr zuversichtlich, dass wir den deutschen Billardsport mit dem neuen Führungsteam und mit Unterstützung der Landesverbände, Vereine und Mitglieder in die richtige Richtung lenken können und werden.

Foto Quelle: Touch Magazin

Das Interview führte Thomas Hein.
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Thomas Hein

Bis bald euer Thomas Hein

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