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Samstag, 25 September 2010 00:00

World Open: Von Titanen und denen, die es noch werden wollen

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Heute wurden in Glasgow im SECC die ersten Achtelfinalbegegnungen der World Open ausgetragen. Auch das von vielen mit großer Spannung erwartete Match zwischen Ronnie O'Sullivan und Stephen Hendry stand an.
Walden/Cope
In der ersten Partie trafen Jamie „the Shotgun“ Cope und Ricky Walden aufeinander und es wurde schnell klar, dass sich in diesem Match zwei (fast) gleichstarke Kontrahenten gegenüberstanden.
Der erste Frame ging nach einem Fehler von Cope recht eindeutig an Ricky Walden, indem er ein Break von 58 Punkten machte. Walden wirkte in diesem Match von Beginn an fokussiert und entschlossen.
Der zweite Frame war sehr umkämpft, Cope lag bereits mit über 50 Punkten hinten, kämpfte sich dann aber mit mehreren kleinen Breaks zurück und es gelang ihm, den Frame wieder in Reichweite zu holen. Ricky Walden half unfreiwillig mit, als er Cope nach einem Foul zu einem Freeball verhalf. Walden gab aber auch nicht auf, kam noch einmal an den Tisch, als er schon Snooker brauchte und nur noch Pink und Schwarz dalagen. Als ihm dann aber bei einem Safety - Versuch Weiß fiel und er als Folge davon noch einmal vier Punkte an Cope abgeben musste, gab er den Frame endgültig auf. So schaffte Jamie Cope den Ausgleich. Hatte der im ersten Frame noch etwas unkonzentriert gewirkt, so war im Zweiten zu merken, dass er sehr wohl gekommen war, um zu gewinnen und eben nicht, um als Statist nebenbei zu stehen.
Der dritte Frame begann mit einer Safety - Schlacht, die fast eine halbe Stunde andauerte und vom Niveau her sehr hoch angesiedelt war. Dann aber fand Ricky Walden den Einsteiger und eroberte sich mit einem flüssig vorgetragenen Break von 98 Punkten die Führung zurück. Der letzte Frame der Begegnung war dann wieder hart umkämpft. Beide Kontrahenten machten jeweils kleinere Breaks, aber keiner konnte sich Frame - entscheidend absetzen. Doch dann war es wiederum Ricky Walden, der es schaffte, sich in ein Break zu zwingen, den Tisch bis Pink abzuräumen und sich so einen Arbeitssieg gegen Jamie Cope zu sichern. Zusammenfassend kann man sagen, dass Jamie Cope seine Chancen nicht konsequent genug nutzte und das kostete ihn letztendlich das Match.

O'Sullivan/Hendry
Die zweite Begegnung des heutigen Tages war der vielfach beschriene „Kamp der Titanen“ zwischen Ronnie O’Sullivan und Stephen Hendry. Die Arena war fast komplett voll, die Stimmung auf dem Siedepunkt und beide Spieler wurden mit frenetischem Beifall begrüßt. Während des Spieles wurde dann aber der Lokal-Matador, Stephen Hendry, mehr unterstützt.
Die beiden Spieler legten gleich im ersten Frame gut los mit einem Safety – Austausch, der unterhalb der Schwarzen stattfand, da Hendry eine Rote in den Baulk Bereich gespielt hatte. Schließlich war es dann Hendry, der einen Safety Fehler machte und dafür die Höchststrafe kassieren musste: Ronnie stand auf, ging an den Tisch und reduzierte die Anzahl der Roten gewaltig. Mit einem Break von 93 Punkten sicherte er sich den ersten Frame der Begegnung. Beide Spieler waren auf den Punkt konzentriert und es war ihnen anzumerken, wie groß der Respekt ist, den die beiden voreinander haben.
Der zweite Frame war ein umgedrehtes Spiegelbild des ersten: Wieder folgte dem Anstoß ein kurzer Austausch von Safeties, aber dieses Mal machte O’Sullivan den entscheidenden Fehler. Er spielte an einer Roten, die direkt vor der Tasche liegt, vorbei. Er wollte sie dünn schneiden, verfehlte sie aber komplett. Das gab Stephen die Chance, die er ebenso konzentriert und souverän in ein Break von 95 Punkten verwandelte.
Der dritte Frame zwischen „The Rocket“ und „The Golden Boy“ war umkämpfter. Die Zuschauer kamen in den Genuss, zwei absoluten Genies beim manchmal minutenlangen Austausch von perfekten Safeties zuzusehen. Es gab immer wieder Mini Breaks von Ronnie und Stephen, aber Ronnie konnte seine Chancen in diesem Frame etwas besser nutzen und ging schließlich als Gewinner aus diesem Frame hervor.
Der letzte Frame der Begegnung sah zunächst wie ein Spaziergang für O’Sullivan aus, der inzwischen bei einer Locherfolgsquote von 94 % angekommen war: Stephen blieb beim Anstoß an Blau hängen, Ronnie konnte also sofort einsteigen und ein hohes Break machen. Alle Zuschauer erwarteten, dass er den Frame jetzt in einer Aufnahme gewinnen würde, aber den Matchball musste er mit dem Hilfsqueue spielen und verschoss ihn prompt. Stephen hatte nun eine Chance, den Decider zu erzwingen, machte ein Break von 23 Punkten. Allerdings passierte ihm dann ein Fehler. Er verlor gegen Ende des Matches die Konstanz und es waren die Fehler, die ihn gegen einen ruhigen und kontrollierten Ronnie O’Sullivan das Match kosteten.

Maguire/McManus

Im krassen Gegensatz zu den ersten beiden Partien, die hochwertige Snookerunterhaltung boten, stand das dritte Match des Tages zwischen Alan McManus und Stephen Maguire. Beide Spieler fanden über weite Strecken nicht ins Spiel und so muss man sagen, dass der Spieler gewann, der weniger schlecht spielte: Stephen Maguire. McManus schaffte es zu keinem Zeitpunkt, Maguire unter Druck zu setzen und so wundert es nicht, dass dieses Match mit 3:0 deutlich für Maguire ausging. Spielerische Highlights gab es kaum. Maguire wird sich sowohl in der Lochsicherheit, als auch im Safety – Spiel steigern müssen, wenn er morgen Ronnie O’Sullivan im Viertelfinale schlagen will. Allerdings dürfte ihm das leichter fallen, als das Spiel gegen seinen Freund und Trainingspartner McManus.

 

Robertson/Higginson

Die erste Begegnung am Abend war die zwischen dem amtierenden Weltmeister Neil Robertson und Andrew Higginson. Zwar ging Robertson als haushoher Favorit in die Partie, wurde dieser Rolle aber nicht gerecht. Das lag nicht etwa daran, dass er nicht gut spielte, im Gegenteil: er machte seinem Ruf als einer der besten Longpotter der Welt Ehre; Das Neil Robertson seiner Favoritenrolle nicht gerecht werden konnte, lag vor allem an Andrew Higginson, der über weite Teile des Matches mit dem Weltmeister auf Augenhöhe spielte, teilweise sogar besser lochte. Beide spielten durchweg sehr offensiv.

Im ersten Frame kam Neil mit einem Longpot ins Break, spielte ein Break von 60 Punkten, sodass für Higginson nicht mehr genug Punkte auf dem Tisch waren. Der gab aber nicht auf, versuchte, den Weltmeister in ein Foul zu treiben. Aber es war nicht Robertson, der das Foul beging, sondern Higginson und so gab er den ersten Frame schließlich auf.

Den zweiten Frame holte sich Higginson, indem er den entscheidenden Safety – Austausch gegen Ende des Frames für sich entscheiden konnte: Er lochte die letzten, die entscheidenden Roten.

Im dritten Frame ging Andrew Higginson nach einem Fehler von Neil Robertson zunächst mit einem Break von 60 Punkten in Führung, verlor dann aber die Stellung. Er stieg sicher aus, aber nach einem kurzen Safetyaustausch war es Neil, der eine Chance zum Break erhielt, den Tisch komplett abräumte und so den Frame noch stehlen konnte, wieder in Führung ging. Man kann Higginson eigentlich nichts vorwerfen, denn auch im nächsten Frame gab er nicht auf, sondern kämpfte offensiv weiter, ging viele Pots an (Sogar Doubles).

Nachdem er jetzt mit 1:2 zurücklag, hatte er keine Wahl, als zu gewinnen, wenn er im Turnier bleiben wollte. Beide Spieler sammelten mit kleineren Breaks Punkte, Andrew Higginson kam schließlich so weit, dass Robertson Snooker brauchte. Entscheidend war dann ein Foul, das Neil im Laufe der Safety – Schlacht um die Grüne beging und das ihn dazu veranlasste, den Frame jetzt doch aufzugeben.

Andrew Higginson erzwang sich den Entscheidungsframe. Der schloss an das Geschehen des vorhergehenden Frames an, keiner der Spieler konnte ein hohes Break spielen. Higginson machte erst 8 Punkte, verstellte sich dann, Neil machte im Anschluss 16 Punkte, verlor ebenfalls die Stellung. Dann war wieder Higginson mit einem Mini-Break dran, das er nach einem Stellungsfehler mit einer Safety beendete. Diese Saftey war aber nicht sicher, Neil lochte eine Rote lang und konnte in der Folge genug Punkte sammeln, um das Match zu gewinnen. Er wird nun im Viertelfinale auf Ricky Walden treffen.

Gould/Lee

Im letzten Spiel des Abends überrollte ein glänzend aufgelegter Martin Gould einen weit unter seinem Können bleibenden Stephen Lee: Im ersten Frame legte Gould mit einem Break von 46 Punkten vor, stieg dann aus. Stephen Lee verpasste eine Farbe vom Spot und Gould konnte weiter lochen, sodass Lee Snooker brauchte und den Frame aufgab. Der zweite Frame verlief ähnlich unspektakulär. Mit einer 2:0 Führung ging Martin Gould in den letzten Frame der Begegnung. Nach zwei kleineren Breaks brauchte Stephen Lee recht schnell Snooker und konnte auch ein Foul von Gould erzwingen. Das rettete ihn aber nicht mehr, denn als er wieder eine Rote verschoß, konnte Martin Gould sich seinen 3:0 Sieg über seinen Gegner endgültig sichern.

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Thomas Hein

Bis bald euer Thomas Hein

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